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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Kirchheimbolanden

Ein Hauch New Orleans

Helt Oncale bringt Südstaatenflair in die Majik-Lounge

Von Helena Gomes Oester

Helt Oncale brachte sehr zum Gefallen des Publikums einen musikalischen Gruß aus seiner Heimat New Orleans mit nach Dielkirchen.

Helt Oncale brachte sehr zum Gefallen des Publikums einen musikalischen Gruß aus seiner Heimat New Orleans mit nach Dielkirchen. ( Foto: J. Hoffmann)

«Dielkirchen.» Auf der Veranda sitzen, mit den Nachbarn plauschen, leckeres „Gumbo“ – ein Eintopfgericht aus der Südstaatenküche – und dazu Musik. Natürlich Country und Dixie, so stellt man sich das Leben in und um New Orleans vor. Helt Oncale schafft es, mit seiner Musik die Zuhörer in genau diese Stimmung zu versetzen. Südstaatenflair im Dielkirchener Bürgerhaus am Majik-Lounge-Dienstag, einfach schön.

Eigentlich ist er ganz gut in Erdkunde. Aber „Dielkirchen“ musste er auf der Landkarte suchen. „Ich komme aus „Bajuo Lafourche“, kennt ihr diesen Ort? Nein, dann sind wir jetzt quitt“, schmunzelt Oncale.

Viel hat er zu erzählen von seiner Heimat. Von sumpfigen Landschaften und den Menschen, die dort leben. New Orleans, dort ist sein Herz, und dies zeigt er bei seiner Darbietung. Passend dazu das Lied „Do you know what it means, to miss New Orleans?“ an der Gitarre. Auch die Stimmung bei einem „Fae Do Do“ (Bezeichnung für ein Straßenfest) fängt er wunderschön beim gleichnamigen Lied ein.

Bei seinem Konzert in Dielkirchen hat er aber auch noch seine „American Fiddle“ dabei. „Nach einem meiner Konzerte kam ein kleines Mädchen zu mir und sagte: ,Ich habe schon lange Geigenunterricht. Du machst alles falsch!’ Um ehrlich zu sein, hatte ich noch nicht einmal Fiddle-Unterricht“, lacht er. Wie es bei Fiddlern üblich ist, wird die „Geige“ nicht unter die Wange eingeklemmt sondern über den Arm gelegt. Mit einem texanischen Standard-Fiddlelied führt er das Publikum in das Instrument ein. Mit „Diggy Diggy Lo“ lässt er die Stimmung im Bürgerhaus fast schon überkochen.

Mit dabei ist auch sein Banjo. „Kenny hatte mich darum gebeten, obwohl doch Banjospieler meist gehasst werden. Also, verlassen Sie jetzt bitte nicht den Saal“, entschuldigt er sich. Keiner verlässt den Raum. Im Gegenteil, alle bleiben sitzen und sind überrascht und begeistert von seinem Spiel. Scheinbar sind in der Musikerbranche die Banjospieler dem Hohn ausgesetzt, denn passend dazu hat er viele Witze darüber parat. „Was ist der Unterschied zwischen einem überfahrenen Tier und einem überfahrenen Banjospieler? – Die Bremsspur“, wirft er vor dem Lied „Legend of Lost Train“ ein. Mit der „Drei-Finger-Technik“ spielt er am Banjo unter anderem das Lied „Old Foggy Mountain Breakdown“. Da wird klar, warum Banjospieler nicht gemocht werden. Dieser fast schon penetrant hämmernde Quengelton strapaziert das Gehör nach dem dritten Lied in Folge schon ein wenig. Gut, dass er zwischendurch seinen Gesang mit der Gitarre begleitet.

Das Publikum an diesem Abend singt, klatscht und ist einfach nur begeistert von Helt Oncale. Er begeistert sogar am Banjo und singt mit einer unglaublich sanften Stimme. Einer der Höhepunkte ist die musikalische Darbietung von „Rollin’ on the River“.

Unglaublich, wie er bei den schnellen Liedpassagen über die Gitarrensaiten fliegt. Stimmungsvoll wird es beim Publikum als Helt Oncale das Lied „I’m leaving on a Jet Plane“ anschlägt. „Sehr schön“ findet selbst Oncale die Gesangsqualität der Zuschauer an diesem Abend. Gleich einem Chor singen die Zuschauer in fast perfekter Harmonie den Refrain mit.

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