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Dienstag, 26. Juni 2018 Drucken

Kirchheimbolanden

Donnersbergkreis: Ohne Umstieg nach Mainz und Frankfurt?

Kirchheimbolanden: Kreistag stimmt einem SPD-Antrag zu, eine direkte Verbindung nach Mainz und Frankfurt prüfen zu lassen

Von Sebastian Stollhof

Für die SPD ist die Bedeutung der Alsenztalstrecke – hier der Bahnhof in Rockenhausen – durch die Schaffung einer Direktverbindung nach Koblenz gesteigert worden. Der Wunsch: Nun soll es eine solche auch nach Mainz und Frankfurt geben.

Für die SPD ist die Bedeutung der Alsenztalstrecke – hier der Bahnhof in Rockenhausen – durch die Schaffung einer Direktverbindung nach Koblenz gesteigert worden. Der Wunsch: Nun soll es eine solche auch nach Mainz und Frankfurt geben. ( ArchivFoto: J. Hoffmann)

Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd soll prüfen, wie eine umsteigefreie Verbindung auf der Alsenztalstrecke nach Mainz und Frankfurt mit Halt in Rockenhausen und eventuell Alsenz schnellstmöglich realisiert werden kann. Einem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung einmütig zugestimmt.

„Das ist ganz wichtig, gerade auch für berufstätige Menschen“, betonte SPD-Fraktionssprecher Gerd Fuhrmann. In ihrem Antrag teilt die Fraktion mit, dass eine solch umsteigefreie Verbindung nach Meinung von Fachleuten durch „eine direkte Anbindung oder durch das Ankuppeln der Vlexx-Züge auf der Alsenztalstrecke an die Vlexx-Züge auf der Nahestrecke von Saarbrücken über Idar-Oberstein, Bad Münster am Stein und Bad Kreuznach nach Mainz und Frankfurt“ durch den Einsatz eines Kurswagens möglich sei.

 

„Die Bedeutung der Alsenztalstrecke ist durch die Schaffung einer Direktverbindung nach Koblenz und dortigen Anschlussmöglichkeiten nach West- und Norddeutschland gesteigert worden“, heißt es weiter in dem Antrag. Problem allerdings: Mainz, Frankfurt und der Flughafen Frankfurt sind nur mit Umsteigen in Bad Münster oder Bad Kreuznach zu erreichen. „Dies ist bei kurzen Umsteigezeiten und mit Gepäck nicht einfach“, so die SPD.

Fehlende Autobahnanbindung ausgleichen

 

Eine positive Prüfung und Umsetzung würde die Bedeutung der Alsenztalstrecke gerade für die Verbindung zum Flughafen Frankfurt hervorheben und die fehlende direkte Anbindung von Rockenhausen und den umliegenden Gemeinden an das Autobahnnetz etwas ausgleichen. „Gleichzeitig ist auch eine bessere und umsteigefreie Anbindung von Frankfurt Flughafen und Mainz nach Rockenhausen anzustreben. Derzeit ist nach 20 Uhr keine Zugverbindung von Mainz nach Rockenhausen vorhanden“, schildert die SPD weiter in ihrem Antrag.

 

Gerd Fuhrmann berichtete, dass der Stadtrat Rockenhausen auf einen SPD-Antrag einen solchen Prüfungsantrag bereits einstimmig beschlossen hatte. „Einer der Vorzüge des Wirtschafts- und Wohnstandorts Rockenhausen ist die direkte Lage an der Alsenztalbahnstrecke“, hieß es in diesem Antrag der Rockenhausener Sozialdemokraten. Die Bedeutung des Haltepunktes Rockenhausen sei durch dessen Ausbau mit drei Gleisen und dadurch möglicher Vorbeifahr- sowie Überholmöglichkeit für Züge und barrierefreien Zugang unterstrichen worden – damals ein Millionenprojekt. Nun wünscht man sich hier eine umsteigefreie Verbindung nach Mainz und Frankfurt. Auch der Ortsgemeinderat Winnweiler habe einen Antrag der dortigen SPD-Fraktion einstimmig unterstützt, so Fuhrmann.

Lisett Stuppy wünscht sich Gesamtkonzept

 

„Solche Vorstöße sind richtig und wichtig. Der ÖPNV muss unbedingt gestärkt und attraktiver gemacht werden“, sagte Lisett Stuppy (Grüne). Sie wünscht sich hier auch ein Gesamtkonzept für den Donnersbergkreis. Michael Cullmann (SPD) sieht es als großes Plus für die Alsenztalstrecke, wenn Züge direkt nach Mainz oder Frankfurt fahren würden. „Das ist eine sinnvolle Geschichte“, sagte Rudolf Jacob. Wenn man über den Öffentlichen Personennahverkehr eine Verbindung an die Ballungszentren herstellen kann, sei dies von Vorteil. Allerdings, so Jacob, sei dies vermutlich erst mit der nächsten Ausschreibung im Jahr 2023 möglich. „Man wird sich noch etwas gedulden müssen“, so der CDU-Fraktionssprecher.

 

Landrat Rainer Guth soll nun als Vertreter des Donnersbergkreises beim Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd den Antrag in eine Verbandsversammlung einbringen und schließlich über die weitere Vorgehensweise berichten.

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