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Montag, 07. Januar 2019 Drucken

Kirchheimbolanden: Kultur Regional

Dienst an Frankenstein und Prometheus

Klaus Wiegerling spricht am Mittwoch über „Ethik in den Wissenschaften“

Von Rainer Dick

Michelangelo hat „Die Erschaffung des Menschen“ als Werk Gottes vor 500 Jahren höchst eindrucksvoll für ein Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle des Petersdoms illustriert. Im vergangenen November wurde die Welt von der Nachricht aufgeschreckt, der chinesische Wissenschaftler He Jiankui habe aus seinen Hautzellen Embryonen geklont. Wissenschaftlicher Fortschritt oder übersteigerter, moralisch verwerflicher Forscherehrgeiz?

Michelangelo hat „Die Erschaffung des Menschen“ als Werk Gottes vor 500 Jahren höchst eindrucksvoll für ein Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle des Petersdoms illustriert. Im vergangenen November wurde die Welt von der Nachricht aufgeschreckt, der chinesische Wissenschaftler He Jiankui habe aus seinen Hautzellen Embryonen geklont. Wissenschaftlicher Fortschritt oder übersteigerter, moralisch verwerflicher Forscherehrgeiz? ( ARCHIVFoto: DPA)

Klaus Wiegerling

Klaus Wiegerling ( Foto: VIEW)

«KAISERSLAUTERN.» Über die Rolle von ethischen Kriterien bei der Abschätzung von Folgen der technischen Entwicklung spricht der Lauterer Multigelehrte Klaus Wiegerling am kommenden Mittwoch, 9. Januar, auf dem Campus der Technischen Universität. Sein Vortrag, der um 18.10 Uhr bei freiem Eintritt in der Rotunde beginnt, ist Teil einer Ringvorlesung über „Ethik in den Wissenschaften“.

Der promovierte Geisteswissenschaftler, der seit 2009 als außerplanmäßiger Professor der TU verbunden ist, will laut Ankündigung „zunächst auf die Missverständnisse bezüglich der Aufgabe der Ethik in der öffentlichen Moraldebatte im Allgemeinen eingehen“. Speziell geht es um die Abschätzung von Folgen der technischen Entwicklung sowie den Unterschied zwischen ethischer und juristischer Betrachtungsweise.

Während der umfassend gebildete Wiegerling gerade aufgrund seiner problemlos nachvollziehbaren, hörer-, leser- und laienfreundlich formulierten Gedanken bekannt wurde, kommt der Ankündigungstext der TU wie ein Auszug aus dem Vorlesungsverzeichnis daher. Demnach stellt er die Disziplin der „Technikfolgenabschätzung und die Rolle der ethischen Reflexion“ vor. Deren „meta-ethischen und normativen Kriterien“ werden an Beispielen aufgezeigt. Nicht zuletzt geht es um die Anwendung „von informatischen Technologien, um große Datenmengen in Wissenschaft und Gesundheitswesen zu bewältigen“, teilt die TU mit.

Klaus Wiegerling hat Philosophie, Komparatistik und Volkskunde in Mainz studiert und wurde 1983 promoviert. Er hatte zahlreiche Lehraufträge in den Fächern Philosophie, Informatik, Soziologie, Informations- und Filmwissenschaft. 2001 habilitierte er sich an der TU Kaiserslautern. Zudem forschte er in Stuttgart über „mobile kontextbezogene Systeme“. Seit fünf Jahren ist er am Karlsruher Institut für Technologie tätig, wo er den „Arbeitskreis Ethik“ leitet. Darüber hinaus ist er Herausgeber der Buchreihe „Anthropologie, Technikphilosophie, Gesellschaft“, die im Springer-Verlag erscheint.

Die Ringvorlesung „Ethik in den Wissenschaften“ will aktuelle ethische Fragen fachübergreifend sichtbar machen und gemeinsam erörtern. In Kaiserslautern wird die Reihe vom Ethik-Zentrum der TU unter Leitung der Philosophin Karen Joisten begleitet.

Info

Das Programm der Vorlesungsreihe „Ethik in den Wissenschaften“ ist im Internet auf der Seite www.sowi.uni-kl.de/fileadmin/phil/Flyer.pdf nachzulesen.

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