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Freitag, 11. Januar 2019 Drucken

Kirchheimbolanden: Lokalsport

Die achtsame Mahnerin

Tischtennis: Zellertals Silke Ermel stapelt eher tief – Am Sonntag Donnersberg-Derby Winnweiler gegen TSG

Von Peter-Pascal Portz

Achtung, ihr Gegnerinnen, aufgepasst: Silke Ermel holt zum Schlag aus; links Sylke Bayer.

Achtung, ihr Gegnerinnen, aufgepasst: Silke Ermel holt zum Schlag aus; links Sylke Bayer. ( Archivfoto: Stepan)

«Zellertal.» Groß wandeln wird sie sich kaum noch, das weiß sie. Und mittlerweile, nach zig von Vorsicht geprägten und an Euphorie armen Statements, ist es ja kein Geheimnis mehr: Silke Ermel (49) gehört nicht gerade zu jenen Sportlerinnen, die in Überschwang baden. Noch nie. „Ich bin seit 30 Jahren jemand, der lieber etwas tiefstapelt“, erzählt die Kapitänin des Tischtennis-Oberligisten TSG Zellertal.

Alles müsse gespielt werden, jeder Klub sei brandgefährlich, die eigene Riege nicht nur, aber auch aufgrund glücklicher Umstände oben dabei – solche Resümees zog Ermel in den vergangenen Jahren öfter. Sie nahm die Rolle der achtsamen Mahnerin ein. Und sie tut es wieder. „Wir werden am Ende nicht vorne stehen“, prophezeit die Harxheimerin. Im Moment aber, da steht ihre TSG ganz vorne, an der Spitze.

Nein, die Mannschaftsführerin des über Jahrzehnte mit den meisten Titeln geschmückten Quartetts im Südwesten glaubt nicht an die Meisterschaft. Allen Grund dazu hätte sie jedoch: 15:3-Punkte bedeuten Liga-Bestwert, als einziges Team blickt die TSG auf eine Bilanz ohne Pleite. Doch im Zellertal regiert die Skepsis. „Es kommt in der Klasse drauf an, wie der Gegner steht. Wenn einige Mannschaften immer voll spielen, dann muss man sich mehr als strecken“, weiß Sabine Becker (43) aus Speyer, die im Sommer zum neuen Meister stieß. „Jedes Spiel ist offen.“ Zumal ihre TSG prompt zum Rückrundenstart mehrere Hiobsbotschaften verkraften muss. Beckers Ellenbogen streikt, einzige Option scheint ein passives Blockspiel. Zudem spritzt Anneli Heintz wegen schmerzhafter Knieprobleme Kortison. Keiner will so in ein neues Jahr rutschen.

„So fängt es ja schon an“, mäkelt Ermel vor dem Doppelspieltag, der morgen gegen TSV Gau-Odernheim (18 Uhr) eingeleitet, am Sonntag (11 Uhr) mit dem Derby beim TTC Winnweiler besiegelt wird. Die Kapitänin malt schwarz, dabei ist das Polster auf Verfolger TTC Riedelberg passabel. Drei Punkte, heißt: ein Sieg, ein Remis. „Aber fit ist niemand bei uns. Da kann man froh sein, wenn der Erste am Ende nicht Vorletzter ist. In der Oberliga kann man gegen jeden verlieren“, warnt Ermel. Die Meisterfrage stelle sie sich da gar nicht. Eine simple Rechnung. Wenn schließlich keine Mannschaft die TSG überholen sollte, wäre es Oberliga-Coup zwei in Serie – ein Aufstieg, das ist hinreichend geklärt und begründet, lehnt man dennoch ab im Zellertal. „Insofern ist das Jahr gelaufen“, meint Becker.

TSG und TTC lassen sich diese Saison durch eine ausgewogene Klasse treiben. Nicht nur wird die These der Ausgeglichenheit belegt durch reihenweise skurrile Resultate, sondern mehr noch von einem Tableau, in dem sich nahezu kein Verein Ruhepausen gönnen darf. Zehn Punkte trennen den Vorletzten aus Saarlouis von Primus Zellertal, dazwischen herrscht ein erbitterter Kampf um die Plätze. Der Siebte aus Heidesheim steht magere vier Zähler hinter Riedelberg – mittendrin: Winnweiler mit zehn Punkten. Man kann sich nicht festlegen, wohin es geht. „Ich denke, wir haben weder höhere Erwartungen noch Befürchtungen abzusteigen“, sagt TTC-Frau Angela Radetz (26). „Im soliden Mittelfeld zu stehen ist doch ganz nett. Damit sind wir glücklich“, schildert sie vor einem Derby, das sich seit jeher als Drahtseilakt entpuppt. Bis auf das Treffen im November, als Zellertal dem Nachbarn eine 8:3-Lektion erteilte. Katharina Dinges und Linda Batteiger erwischten an jenem Samstag eine schwarze Stunde. „Wenn wir gut drauf sind, ist da mehr drin. Wir wollen einfach ein paar schöne Spiele machen“, so Radetz.

„Ich glaube nicht, dass Winnweiler das nochmal passiert“, vermutet TSG-Chefin Ermel. Und ihr Quartett hat das Vortagsspiel in den Knochen. Ab einem gewissen Alter, so der Captain, merke man das…

Weitere Begegnungen

Herren, 2. Pfalzliga West:

u.a. ASV Höringen - SV Weselberg (Sa, 19 Uhr), TTC Winnweiler - TTC Riedelberg (So, 11 Uhr).

Bezirksliga Westpfalz Nord:

u.a. TTF Rockenhausen - TTC Winnweiler II (Sa, 19 Uhr), TuS Gerbach - SG Hochspeyer (So, 9.30 Uhr).

Damen, 1. Pfalzliga:

u.a. TTF Rockenhausen - TTC Mittelbach (Sa, 19 Uhr).

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