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Mittwoch, 16. Januar 2019 Drucken

Kirchheimbolanden

Damit es wieder sprudeln kann

KIRCHHEIMBOLANDEN: Wasserversorgung des Schlossgartens soll saniert werden

Von Barbara Till

Das Wasserbecken unterhalb des Ballhauses ist schon im ältesten Plan des Terrassengartens von 1759 eingezeichnet und hat ein geschätztes Speichervermögen von über 800 Kubikmetern.

Das Wasserbecken unterhalb des Ballhauses ist schon im ältesten Plan des Terrassengartens von 1759 eingezeichnet und hat ein geschätztes Speichervermögen von über 800 Kubikmetern. ( Foto: Stadt/frei)

Lange war es verbuscht. Nun, wo es bis auf die Sohle freigelegt ist, kann man sich ein Bild von den eindrucksvollen Dimensionen des Wasserreservoirs unterhalb des Ballhauses machen. Verzeichnet ist das Becken, ursprünglich noch komplett umgeben von drei Reihen Laubbäumen, bereits auf dem ältesten Plan des Kirchheimbolander Terrassengartens von 1759. Dessen Wasseranlagen speiste es ebenso wie den östlich anschließenden Schlossgarten.

Seit langem sieht es um die Wasserversorgung dort nicht gut aus. Anliegen der Stadt ist es, das zu ändern. Nicht nur, weil im barocken Terrassengarten irgendwann munter Wasser über eine wiederhergestellte Kaskade plätschern soll, sondern weil – und das vordringlich – auch der Schlossgarten wieder eine stabile Wasserzufuhr erhalten muss.

Dort liegt bekanntlich der Weiher seit Ende 2017 trocken, weil seine poröse Beton-Wanne denkmalgerecht saniert werden muss. Das soll laut Tatjana Fuchs, Projektverantwortliche in der Verbandsgemeindeverwaltung, nun 2019 geschehen und der Teich dann auch wieder gefüllt werden. Ob dafür der vorhandene Zufluss genügt oder fürs erste etwas nachgeholfen werden muss, bleibt abzuwarten. In der Fortsetzung geht es aber ebenfalls um die Reaktivierung des kaum mehr wahrnehmbaren kleinen Bachlaufs in der Wiese, der ein typisches Gestaltungselement auch dieses englischen Landschaftsgartens ist.

Zeit also, die natürlichen wie – im Anschluss – verrohrten oder anderswie verschütteten Wasserzuflüsse zum Park in einem größeren Radius gezielt unter die Lupe zu nehmen und aus diesen Untersuchungen Schlüsse fürs praktische Handeln zu ziehen, das heißt, für notwendige Ver- und Entsorgungsleitungen und andere wassertechnische Anlagen und Installationen.

Den Auftrag für das entsprechende Planungskonzept hat der Stadtrat an das Büro Renatur, Gesellschaft für Gewässersanierung aus Saulheim, vergeben, das bereits die Umgestaltung des Ziegelwoogs für die Stadt geplant hatte. Es nimmt einen weitgefassten Bereich unter die Lupe, der sich, grob gesagt, vom Schlossgarten über den Friedhof hoch bis zur Haide, dann weiter Richtung Süden über die Breitstraße hinweg und jenseits dieser Straße über Schillerhain und Stadtgebiet bis zur Autobahn erstreckt. Ein Gebiet, für das historische Zuleitungen für die Schlossgartenversorgung belegt sind und das überdies vom Leiselsbach durchflossen wird.

Den Stadt-Verantwortlichen stellte Diplom-Ingenieur Ralf Wester von Renatur kürzlich einen Fahrplan für die „Ertüchtigung des Gewässersystems für den Schlossgarten“ vor, der drei Etappen bis ins Jahr 2022 umfasst.

Und bei der ersten kommt neben dem Schlossgartenteich, der laut Fuchs höchste Priorität hat, auch die Reaktivierung des Wasserreservoirs am Ballhaus mit einem geschätzten Speichervermögen von über 800 Kubikmetern ins Spiel. Dass es ebenfalls saniert werden muss, steht außer Frage – fraglich ist allerdings noch, wann. „Für uns war erst einmal die Räumung des Beckens vordringlich, um im Rahmen der Voruntersuchungen auch hier Klarheit über das Vorhandensein und den Verlauf von Leitungen und den Zustand der Beckensohle zu gewinnen“, erläutert Tatjana Fuchs. Das Ergebnis soll im Laufe dieses Jahres vorliegen.

Das Büro Renatur hält danach eine Instandsetzung bis 2020 für machbar und schätzt die Kosten für das mit Ziegeln ausgekleidete „Ballhausbecken“, in dem sogar eine kleine Ziegel-Treppe bis zum Grund führt, auf 90.000 Euro. Spätestens 2022, wahrscheinlich aber früher sollen laut Tatjana Fuchs dann auch die Untersuchungsergebnisse für das gesamte Gebiet vorliegen.

Dass es auch an anderer Stelle weitergeht mit dem Projekt Schloss- und Terrassengarten, bezeugt eine weitere Baustelle: Auf der Langen Bahn zwischen Levy-Tor und Terrassengarten haben gerade die Erdarbeiten für einen neuen, drei Meter breiten Spazierweg begonnen.

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