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Samstag, 13. April 2019 Drucken

Kirchheimbolanden: Kultur Regional

Absurdes im Alltäglichen

Morgen eröffnet der Kunstverein die Ausstellung „Kunst in der Orangerie VI“

«KIRCHHEIMBOLANDEN.»Für Sonntag lädt der Kunstverein Donnersbergkreis wieder zu „Kunst in der Orangerie“ ein. Die mittlerweile sechste Auflage dieser Ausstellungsreihe führt diesmal zwei renommierte Künstlerinnen zusammen, die ursprünglich beide in der Druckgrafik zuhause sind, wie der Verein mitteilt. Dabei handelt es sich zum einen um die gebürtige Luxemburgerin Désirée Wickler (geb. 1983), zum anderen um Sabine Ostermann (geb. 1968) aus Berlin.

Wie bei diesen Ausstellungen üblich und bewährt, wird es bei „Kunst in der Orangerie VI“ wieder am Dienstag, 16. April, um 19 Uhr ein Künstlergespräch vor Ort geben und damit eine Begegnungsmöglichkeit und Gelegenheit zum Nachfragen. Vernissage ist am Sonntag um 11 Uhr.

Désireé Wickler pflege in ihrem Atelier nach wie vor den Handdruck, stelle ihm bei ihren teils großformatigen Papierarbeiten aber oft zeichnerische und malerische Elemente in Mischtechnik an die Seite, teilt der Kunstverein mit. „Dem Papier hält sie jedenfalls die Treue, egal wie groß das Format ist.“ Sabine Ostermann, in Backnang geboren und im Südwesten keine Unbekannte, habe sich dagegen vom Papier verabschiedet. „Ihre großformatigen Linolschnitte haben sich verselbstständigt als Flachrelief, das sie mit Ölmalerei kombiniert.“

Beide Künstlerinnen pflegen einen gesellschaftskritischen Ansatz, wenn auch in unterschiedlichem Vorgehen. „Ostermann findet mit einem leichten Augenzwinkern das Absurde im Alltäglichen. Sie hebt es auf eine phantastische Ebene und verflicht es mit ihrer eigenen Bilderwelt, in der sehr kleine Menschen beschäftigt werden mit grotesk überdimensionierten Stricken und Fäden, aus denen ihre Welt gewoben ist.“ Dagegen sei die Kritik Wicklers vergleichsweise schonungslos und provokativ. In ihrem großformatigem Holzschnitt „Mother Tuam“ und der ebenso großen Zeichnung „The iron Maiden of Tuam“ prangert sie beispielsweise die Gräueltaten in dem Heim für „gefallene“ Frauen und deren Kinder „St. Mary’s“ in Tuam an. „Aus dem textilen Mantel der Ordensschwester wird bei ihr Knast und Massengrab. Dabei weist ihr Zeigefinger nicht nach Irland, es geht ihr stets um unsere eigene Verstrickung.“ So auch in der Serie „New Humans“, in der sie sich mit ethischen Fragen zum Thema künstliche Intelligenz auseinandersetze. |red/bke

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