Karlsruhe Verführerische Bilder

Weltpremiere feiert bei den „Independent Days“ der abendfüllende Spielfilm „Oskar“ von Thomas Schwedler.
Weltpremiere feiert bei den »Independent Days« der abendfüllende Spielfilm »Oskar« von Thomas Schwedler.

Mit 141 Kurz- und zehn Langfilmen aus 46 Ländern, zusammengefasst in 34 Programmpunkten, versprechen die „Independent Days“ vom 18. bis 22. April den Filmfreunden aus der Region und darüber hinaus wieder spannende fünf Festivaltage. Das Internationale Filmfestival unter Federführung des Filmboard Karlsruhe findet bereits zum 18. Mal statt und soll einmal mehr zeigen, wie kreativ und spannungsvoll das unabhängige Kino heute weltweit Geschichten zu erzählen vermag.

In diesem Jahr gilt europäischen Filmproduktionen ein besonderes Augenmerk. Festivalleiter Oliver Langewitz: „Da wir uns dem europäischen Gedanken verpflichtet fühlen, wollen wir zeigen, auf welch hohem Niveau und mit oft sehr geringen Mitteln, dafür aber umso größerer Leidenschaft fürs Kino Filmemacher aus ganz Europa ihre Filme drehen.“ Nicht zuletzt wegen dieses Themen-Schwerpunkts seien die „Independent Days“ für die Jahre 2017/18 mit dem EU-Label „EFFE – Europe for Festivals, Festivals for Europe“ ausgezeichnet worden. Wichtige inhaltliche Themen werden diesmal Beziehungsprobleme, sexuelle Transformationen, der deutliche Rechtsruck in der Gesellschaft und der Einfluss der Massenmedien sein. Das wird schon bei der Eröffnung (18. April, 17 Uhr, „Schauburg“) deutlich, unter anderem mit dem deutschen Beitrag „Zu Hause in Deutschland – Die Leitkultur Weimar“ von Rebecca Stöhr oder dem belgischen Kurzfilm „Homeland“ von Sam Peeters. Besonders herauszuheben wäre die Weltpremiere des abendfüllenden und in nur zehn Tagen abgedrehten Spielfilms „Oskar“ von Thomas Schwedler unter anderem mit Jutta Speidel. Es geht in der bissigen Screwball-Komödie um ein ziemlich unmoralisches Angebot. Es gibt wieder eine Reihe von Preisen. Der beliebte Publikumswettbewerb um die von der Stadt Karlsruhe zu vergebende „Goldene ID2018“ besteht diesmal aus sieben Vorrunden-Kurzfilmprogrammen. Übergeben wird dieser Preis bei der Gala am Samstagabend. Von den anderen Preisen sei stellvertretend „Die kleine ID“ erwähnt, mit der die Festspielleitung einen Kurzfilm würdigt, der mit besonders kleinem Budget bei besonders kreativem Einsatz produziert wurde. Mit zwei Ausnahmen (in der „Stadtmitte“) werden alle Filme in der „Schauburg“ gezeigt. Daneben werden noch mehrere Workshops angeboten, die nicht nur für Filmschaffende, sondern auch für das interessierte Publikum gedacht sind. Bereits am 18. April, 15.30 Uhr, gibt es vor der „Opening Gala“ in der „Schauburg“ eine Podiumsdiskussion „Frauen in der Filmbranche“, bei der diskutiert werden soll, warum kreative Schlüsselpositionen an Filmsets vorrangig mit Männern besetzt werden und auch das Verhältnis von Schauspielerinnen zu Schauspielern auf der Leinwand unproportional verteilt ist. Und schließlich ist der Vortrag „Verführerische Bilder – Die Moderne und der Blick in die Zukunft“ von Sebastian Wehrstedt zu erwähnen (20. April, 12 Uhr), präsentiert vom Projekt „Zurück in die Arbeitswelten der Zukunft“, einer Kooperation des KIT mit der Universität Halle. Info —Zu den „Independent Days“ ist ein Programmheft erschienen, das in den Karlsruher Rathäusern und bei zahlreichen Kultureinrichtungen ausliegt. —www.independentdays.de

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