Karlsruhe Karlsruher Fächer

Wenn man will, ist es ganz einfach, einer Kleinstadt (und nicht nur einer Kleinstadt) komplett das Licht auszuknipsen. Also nicht nur das Licht, sondern den Strom insgesamt. Kein Computer geht mehr, kein Fernseher, keine Ampel und auch die Wasserversorgung ist ganz schnell am Ende. Die Stadtwerke Ettlingen ließen sich in den zurückliegenden Monaten mal in die Karten schauen. Stadtwerke-Chef Eberhard Oehler engagierte einen Hacker, der den Auftrag bekam, die Kontrolle zu übernehmen. Natürlich nur symbolisch, doch das Ergebnis reicht für mittlere und große Alpträume. Ganze zwei Tage brauchte Felix Lindner, in Hacker-Kreisen als FX bekannt, um in das Allerheiligste der Stadtwerke einzudringen. Ein weiterer Knopfdruck und FX hätte Ettlingen den Saft abgedreht – oder anderen Unfug anstellen können. Natürlich haben Oehler und das Lindner-Team anschließend nachgeschaut, wie die Löcher im System möglichst gestopft werden können. Zu sehen war der Cyber-Angriff diese Woche im Programm des deutsch-französischen Fernsehsenders „Arte“ und wer „Netwars“ verpasst hat, kann sich den Film im Internet oder am kommenden Donnerstag um 8.55 Uhr nochmals auf Arte anschauen. Man lernt, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Was wäre, wenn in einem Atomkraftwerk die Kühlung abgeschaltet wird? Ein Laptop als Waffe genügt – beängstigend. Dass ausgerechnet die Stadtwerke Ettlingen als Modell für einen Cyberangriff diente entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Ettlingen ist Teil der Technologieregion Karlsruhe und damit Teil einer der fortschrittlichsten Regionen Europas. Wie eine brandaktuelle Studie der EU zeigt, sind es nur die Millionen-Städte Paris, London und München, die in der Gesamtwertung unter über 1000 europäischen Regionen in Sachen Informations- und Kommunikationstechnologien besser abgeschnitten haben als die beschauliche Technologieregion Karlsruhe auf Rang 4. Mit dem KIT und weiteren Forschungseinrichtungen besitzt die Stadt bekanntlich einige Brutöfen für innovative Ideen. Speziell die inzwischen 30 Jahre alte Fakultät Informatik marschiert noch immer an der Spitze mit, wie die einschlägigen Rangkings Jahr für Jahr beweisen. Die aktuelle Studie zeige, dass die Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Standortpolitik hier funktioniere, freut man sich nun völlig zurecht in Stadt und Forschungseinrichtung. Um so bemerkenswerter ist, dass selbst hier die Versorgungsunternehmen nicht vor Angriffen aus dem Netz hinreichend geschützt sind. Zumindest in Ettlingen scheint man aufgewacht zu sein. Eine gute Woche muss man sich noch gedulden, dann kommt ein zweiter Schwung Tickets für „Das Fest“ auf den Markt. Mit 5 Euro ist man ab dem 28. April dabei und mit Blick auf die Weihnachtszeit, als die erste Charge der Fest-Tickets wie warme Semmeln über den Tresen gingen, sollte man sich mit dem Kauf nicht zu viel Zeit lassen. Zumal an diesem 28. auch das Programm bekanntgemacht werden soll und Fest-Chef Martin Wacker schon kräftig die Neugierde weckt. Man drehe am sehr großen Rad, hat er verraten und einige ziemlich exklusive Band-Auftritte angekündigt. Im vergangenen Jahr waren die beiden ersten Fest-Tage übrigens schon im Vorfeld ausverkauft. Erstmals gab es einen Überschuss von 88.000 Euro. Das Fest geht seinen Weg.

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