Kaiserslautern Zoo bangt um Existenz

Die Tiere im Zoo müssen versorgt werden, die Einrichtung kann nicht einfach die Pforten schließen.
Die Tiere im Zoo müssen versorgt werden, die Einrichtung kann nicht einfach die Pforten schließen.

Der Zoo Kaiserslautern fürchtet um seine Existenz. Durch die Ablehnung des Haushaltsentwurfs am Montag kann die Stadt keine Gelder mehr auszahlen, zu denen sie nicht verpflichtet ist. Darunter leidet der Zoo besonders stark. „850.000 Euro Zuschuss bekommen wir jährlich von der Stadt, ausbezahlt in fünf Raten“, erläutert Matthias Schmitt, Geschäftsführer der städtischen GmbH. Zwei Raten habe er in diesem Jahr schon bekommen, 490.000 Euro stünden noch aus. „Die nächste Rate über 200.000 Euro wäre am 15. Juni fällig gewesen“, sagt Schmitt, doch die Stadt habe ihm nun auf Anfrage deutlich gemacht, dass sie diese Zahlung nicht leisten könne. „Erst hat uns Corona hart getroffen, dann das schlechte April- und Mai-Wetter“, ist er resigniert.

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Kaiserslautern

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Die Spenden über 125.000 Euro reichen nur für rund zwei Monate

An Personal- und laufenden Kosten habe er monatlich rund 108.000 Euro zu tragen. Neben dem städtischen Zuschuss komme Geld durch Eintritt und Patenschaften in die Kasse. Über die Spenden in Höhe von 125.000 Euro an den von Corona gebeutelten Zoo habe sich Schmitt außerordentlich gefreut. „Die Summe muss ich wohl jetzt aufwenden. Davon könnte ich mich noch rund zwei Monate halten“, lautet seine Kalkulation. Er habe nicht nur 34 Mitarbeiter – davon 17 volle Stellen – zu finanzieren, sondern auch die Tiere zu versorgen. „Ich kann nicht einfach den Schlüssel rumdrehen und sagen: Das war’s.“

Hoffnung auf Unterstützung durch Bevölkerung

Bisher habe er keine Signale für irgendwelche Hilfe bekommen. Er hofft jedoch, dass der Zoo für die Bevölkerung weiterhin eine Herzenssache ist und sie „der Stadt vermitteln kann, dass sie hinter dem Zoo steht und die Stadt Kaiserslautern den Zoo nicht einfach sterben lassen kann“.

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