Kaiserslautern „Zeit-Seeing“ mit dem VW-Käfer
Sia Korthaus: Schauspielerin, Sängerin, Kabarettistin und seit 2014 auch Zeitreisende. In ihrem aktuellen Programm „Sorgen? Mache ich mir morgen!“ nimmt sie ihr Publikum mit zum „Zeit-Seeing“ durch die Epochen. Am Freitag landet die Zeitmaschine im Rahmen des Internationalen Frauentages zum ersten Mal auch in Kaiserslautern, in der Volkshochschule.
Ich komme sozusagen aus der Zukunft, aus dem Jahr 2054, in die Gegenwart gereist. Mit dem Publikum mache ich dann permanent Zeitsprünge. In die Vergangenheit gehen wir aber nicht weiter als 1968, mein eigener Jahrgang. Da ist viel Autobiografisches von mir im Programm. Zum Beispiel der Familienurlaub im VW-Käfer. Wie kam es zu der Idee? Ich habe mich viel mit Zukunftsvisionen beschäftigt und viel recherchiert. Und naja, die Aussichten sind teilweise nicht ganz so rosig. Ich habe mich sehr mit Google beschäftigt, und es liegt schon auf der Hand, dass wir in Zukunft immer durchsichtiger werden. Es ist mir wichtig, das aufzuzeigen. Mein Publikum soll sich amüsieren, aber auch nachdenken. Sind Sie ein Mensch, der gerne mit der Zeit geht? Oder wünschen Sie sich doch oft in die Vergangenheit zurück, als ein Überspielkabel die Spitze der Technik war? Ich lebe gerne im Hier und Jetzt, versuche den Moment zu genießen. Natürlich gibt es auch viele Situationen, in denen ich mich gerne zurück erinnere. Aber ich freue mich auch auf die Zukunft. Ich möchte offen bleiben und eine verrückte Alte werden, die sich der Gesellschaft und den Strömen anpasst. Das heißt, früher war doch nicht alles besser? Es war anders. Meine Kindheit im Vergleich zu der heutigen Kindheit war ganz anders. Ich bin auf dem Land groß geworden, war ständig draußen und hatte unglaublich viel Freiheit. Heute werden die Kinder überall hingefahren, sind ein bisschen überbehütet und haben einen komplett vollen Terminkalender. Deshalb denke ich schon manchmal: Früher war alles besser. Aber es war einfach nur anders. Bei welchen Trends von damals können Sie heute nur den Kopf schütteln, und welcher heutige Trend wird Ihrer Meinung nach die Zeit nicht überdauern? Zu den heutigen Trends fällt mir jetzt spontan der Bubble-Tea ein (lacht). Da sprossen ja sämtliche Tee-Läden aus dem Boden und zack, sind die schon wieder weg. Trends aus der Vergangenheit, bei denen ich froh bin, dass sie vorbei sind, ist die Mode der 80er (lacht). Vor allem die Schulterpolster. Wenn Sie wirklich einen kleinen Zeitsprung in eine beliebige Epoche machen könnten, welche wäre das? Wenn es tatsächlich so eine Zeitmaschine gäbe, würde ich ganz gerne ein Mal ins Paris der 1920er Jahre. Ich liebe zum Beispiel auch Marlene-Hosen und bin froh, dass die heute wieder Trend sind. Sie sind mit dem Programm seit 2014 unterwegs. Wann darf man mit etwas Neuem von Ihnen rechnen? Für dieses Programm habe ich schon Termine bis 2018. Aber ich habe am 28. März Premiere mit einem rein musikalischen Programm. Ich habe eine CD mit Chansons herausgebracht. Und im Oktober komme ich mit einem neuen Solo-Programm auf die Bühne. Können Sie schon verraten, worum es gehen soll? Wenn ich das nur wüsste! (lacht) Danke für das Gespräch! Auftritt Am Freitag, 10. März, 20 Uhr, in der Volkshochschule Kaiserslautern auf. Der Eintritt beträgt 12 Euro. Kartenvorverkauf an der Tourist-Info oder dem Thalia Ticket Service, daneben Abendkasse. |kkv