Wir über uns Wie Zeitung heute gemacht wird: Leser besuchen die Lokalredaktion Kaiserslautern

14 Leserinnen und Leser waren am Tag des Lokaljournalismus in der Lokalredaktion Kaiserslautern zu Gast. Sie warfen einen Blick
14 Leserinnen und Leser waren am Tag des Lokaljournalismus in der Lokalredaktion Kaiserslautern zu Gast. Sie warfen einen Blick hinter die Kulissen.

Wann geht die Zeitung in Druck? Welche Rolle spielt KI bei der Zeitungsproduktion? 14 Leserinnen und Leser haben einen Blick hinter die Kulissen der Lokalredaktion geworfen.

Der Journalismus ist im Wandel – zum Tag des Lokaljournalismus hatte die RHEINPFALZ-Lokalredaktion Kaiserslautern Leser daher zu einem Blick hinter die Kulissen eingeladen. Wer arbeitet überhaupt in der Lokalredaktion? Wie wird eine Zeitung produziert? Was läuft anders als noch vor zehn Jahren?

„Fast alles“ könnte die Antwort auf die letzte Frage lauten. Stand vor rund zehn Jahren die Printproduktion im Zentrum des Arbeitsalltages, berichtet die Lokalredaktion inzwischen über zahlreiche unterschiedliche Kanäle – zusätzlich zur gedruckten Zeitung. Die landet nämlich nach wie vor jeden Morgen im Briefkasten der Abonnenten. Zusätzlich hat die Redaktion aber inzwischen die Möglichkeit, ihre Texte zu jeder Tages- und Nachtzeit auf rheinpfalz.de auszuspielen. Leser erfahren bereits aus der Vorabendausgabe, was sie am Frühstückstisch erwartet. Über Push-Mitteilungen erreichen die wichtigsten Nachrichten unsere Leser. Diese können sich über Newsletter zu den Themengebieten informieren lassen, die sie besonders interessieren oder einen der RHEINPFALZ-Podcasts hören.

Das Smartphone ist unverzichtbares Arbeitsgerät

Waren vor einigen Jahren für Reporter noch Block und Kugelschreiber auf Terminen die Arbeitsgeräte der Wahl, darf das Smartphone heute nicht mehr fehlen. Fotos gehören heute ebenso zum Alltagsgeschäft wie kurze Videos oder das Befüllen eines Liveblogs bei Katastrophen oder an Wahlabenden.

„War es das also bald mit der Printzeitung?“, wollte eine Leserin wissen. Nein, die RHEINPFALZ wird auch weiterhin in gedruckter Form erscheinen. Dass es online Zusatzangebote gibt, macht allerdings eine umfangreichere Berichterstattung möglich. Während auf eine Printseite nun mal nur eine begrenzte Anzahl an Fotos passen, bietet die digitale Bilderstrecke beispielsweise zahlreiche weitere Eindrücke von Veranstaltungen. Via Liveblog kann die Redaktion bei Bedrohungslagen wie der Bombenentschärfung im Januar aktuell und ohne Redaktionsschluss berichten, was Stand der Dinge ist. Bei einer gedruckten Zeitung können Informationen am Morgen schon von aktuellen Geschehnissen – etwa der Entschärfung der Bombe, um beim Thema zu bleiben – überholt sein.

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. „Ist KI auch ein Thema in der Redaktion?“, wollten die Besucher wissen. Ja, tatsächlich. KI spielt auch im Redaktionsalltag eine Rolle. Auf der einen Seite, weil es für jeden viel leichter geworden ist, Bilder zu bearbeiten oder gar welche zu erzeugen. Für die Redaktion heißt das, wachsam sein, genau prüfen, ob das, was auf einem Bild zu sehen ist, auch wirklich plausibel ist. Andererseits soll KI den Redaktionsalltag aber auch erleichtern, soll helfen, Zeit für exklusive Inhalte zu schaffen. Sie kommt zum Beispiel bei der Rechtschreibprüfung zum Einsatz. Auch bei der Transkription von Interviews kann sie Zeit sparen. Ebenso beim Verarbeiten von Veranstaltungshinweisen für die Rubrik „Kurz notiert“, die in unserem E-Mail-Eingang landen. Bei all dem gilt allerdings: Am Ende prüft ein Mensch das Ergebnis.

Editoren und Reporter – mehr Spezialisierung

In den vergangenen Jahren hat sich zudem die Struktur der Redaktion verändert. Der sogenannte Westpfalz-Desk ist für die Produktion der gedruckten Ausgaben der Lokalredaktionen Zweibrücken, Pirmasens, Kusel, Kaiserslautern und Kirchheimbolanden zuständig. Acht Kolleginnen und Kollegen bearbeiten dort Texte von Mitarbeitern, veröffentlichen sie digital aus und layouten die Printseiten. In der Lokalredaktion entscheiden die Planer, wann welche Texte wie ausgespielt werden. Die Reporter sollen so mehr Zeit haben, um zu recherchieren und zu schreiben.

Ob die Artikel auf das Interesse der Leser stoßen, kann die Lokalredaktion mithilfe eines Dashboards verfolgen. Jeden Tag schaut sich das Redaktionsteam an, welche Texte online besonders gut gelesen wurden und welche nicht. Die Analyse dieser Zahlen hilft bei der Entscheidung, wo eventuell noch einmal nachgefasst werden muss oder welche Themen man künftig anders anpacken muss, damit sich mehr Leser dafür interessieren.

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