Kaiserslautern Wie gelingt Integration anderswo?

Wie läuft es in Sachen Integration in Kaiserslautern? Wie in Rheinland-Pfalz? Wie in Europa? Anlässlich des Besuchs einer Delegation aus der britischen Partnerstadt Kaiserslauterns Newham hatten das Projektbüro für Integration und Interkulturelle Angelegenheiten und das Büro für Städtepartnerschaften der Stadtverwaltung zu einer Diskussionsrunde eingeladen.
Shane Britton und Mohamed Hammoudan, beide in der Verwaltung tätig, präsentierten das Integrationskonzept Newhams. Wie Britton erläuterte, handele es sich bei Newham um das alte industrielle Herz Londons. Heute sei das im Osten der Stadt gelegene Viertel von hoher Arbeitslosigkeit und großer ethnischer Vielfalt geprägt. 86 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund, ohne dass dabei eine Nationalität besonders herausragen würde. Selbst die Inder als größte Bevölkerungsgruppe umfassen lediglich 15 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dies sei, so Britton, eine Herausforderung, vor allem aber eine „gute Sache“, die wesentlich dazu beitrage, dass Newham „ein großartiger Platz zum Leben“ sei. Integration müsse auf natürlich Art und Weise entstehen, weswegen man seitens der Verwaltung den Ansatz verfolge, alle Gruppen gleich zu behandeln und niemanden in den Vordergrund zu stellen. Wie das konkret aussieht, erläuterte Mohamed Hammoudan. Man habe Newham in acht Bezirke aufgeteilt und in jedem der acht Bezirke ein „Community Hub“, also eine Art Gemeinschaftszentrum, installiert, mit jeweils rund 15 hauptamtlichen Mitarbeitern, und dem jeweils ein Stadtratsmitglied als Schnittstelle in die Politik zugeordnet sei. Für Integration seien Begegnungsstätten ganz wesentlich, wobei sich öffentliche Bibliotheken als Treffpunkte etabliert haben. Allein dort finden wöchentlich rund 500 Veranstaltungen statt, die man seitens der Verwaltung gezielt auch finanziell fördere. Hammoudan zeigte sich beeindruckt von dem, was in Kaiserslautern an Integration getan wird. Britton und Hammoudan haben, begleitet von den Mitarbeitern des Projektbüros für Integration, Einblicke in die Integrationsarbeit von Stadt und Land gewinnen können. Der Besuch der Delegation geht auf einen im vergangenen Sommer von Oberbürgermeister Klaus Weichel und Mayor Robin Wales initiierten Integrations-Fachkräfteaustausch zurück. Ein Gegenbesuch einer Kaiserslauterer Delegation in London ist geplant. Die beiden Gäste aus Newham beteiligten sich rege an der folgenden Podiums-Plenums-Diskussion, an der auch Miguel Vicente, Beauftragter für Migration und Integration der Landesregierung Rheinland-Pfalz, Hans-Joachim Schulz, Leiter des Caritas-Zentrums Kaiserslautern, und Susanne Pithan vom Arbeits- und Sozialpädagogischen Zentrum (ASZ), Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft Asternweg, teilnahmen.