Amerikaner und wir RHEINPFALZ Plus Artikel Wie eine amerikanischen Familie Weihnachten feiert

Freuen sich auf Weihnachten: Steven und Shaylee Borcsani mit ihren beiden Golden Retrievern Boomer und Mollie.
Freuen sich auf Weihnachten: Steven und Shaylee Borcsani mit ihren beiden Golden Retrievern Boomer und Mollie.

Es gefällt ihnen gut in Deutschland, sie mögen deutsches Essen, aber das Weihnachtsfest im Hause Borcsani folgt eher US-amerikanischen Traditionen, auch wenn ihre Zeit in Deutschland bereits Spuren in der Vorweihnachtszeit hinterlassen hat. Und eine Sache, die werden sie in den Staaten auf jeden Fall vermissen.

Ein strahlender, mannshoher Weihnachtsbaum, Christmas-Stockings (zu deutsch: Weihnachtssocken, in die der Weihnachtsmann Geschenke tun kann) mit den Vornamen Shaylee und Steven darauf sind bereit, eine weihnachtliche Girlande am Schrank sowie ein großer, aufblasbarer Weihnachtsmann im Vorgarten – Weihnachten kann kommen. Shaylee und Steven Borcsani wohnen „on base“, also im Wohngebiet der Pulaski Barracks, und sind schon in Weihnachtsstimmung. Und auch die beiden Hunde des Paars, Boomer und Mollie, sind vorbereitet: Die Golden Retriever tragen bereits weihnachtliches Outfit.

Shaylee, 33 Jahre alt, stammt aus New Mexico, sie arbeitet im Büro für Öffentlichkeitsarbeit, kümmert sich um den Facebook-Auftritt der Garnison und schreibt Artikel für die Website. Steven ist sieben Jahre älter, er ist Soldat in Diensten der US Army und arbeitet als Berufsberater. Die beiden sind nicht das erste Mal in Deutschland, zusammen verbrachten sie bereits einige Jahre in Bayern, Steven, der aus Nevada stammt, war 2005 das erste Mal in Deutschland stationiert.

Das Weihnachtsfest beginnt sehr früh für die beiden. Um 2 Uhr in der Heiligen Nacht ist ein Videotelefonat mit der Heimat anberaumt. Einige Stunden später, am Morgen, gibt es dann die Geschenke. Selbstredend bekommen auch die Vierbeiner was zu Weihnachten, selbstverständlich haben auch sie je eine Weihnachtssocke.

Als Festessen steht Truthahn auf der Speisekarte. „Es gibt quasi Thanksgiving 2.0“, beschreiben es die beiden, Süßkartoffeln und Kürbiskuchen inklusive. Seit dem amerikanischen Erntedankfest Ende November steht auch der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. Von ihrer Familie, berichtet Shaylee, bekomme sie jedes Jahr ein neues Stück zum Dekorieren des Baums, teilweise ist der Schmuck auch selbstgemacht. „Wir lassen ihn stehen bis Dreikönigstag“, sagt Shaylee. Für die beiden zum Weihnachtsfest dazu gehört der Film „Fröhliche Weihnachten“ (im Original: „A Christmas Story“). Sollte er nicht irgendwo im Programm laufen, hat Shaylee vorgesorgt: Sie hat die DVD.

Was die beiden in den USA vermissen, sind gemütliche Weihnachtsmärkte. Die gebe es nicht. Beim Glühwein könne man sich ja mit Rezepten aus dem Internet helfen, nicht aber beim Flair. „Das ist nicht das gleiche“, sagten die beiden.

Amerikaner und wir

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