Kaiserslautern Westpfälzer Baugeschichte aus 100 Jahren in Fotos dokumentiert
An Stellwänden und in Vitrinen zeigt die Pfalzbibliothek Dokumente zweier Sammlungen. Namentlich sind sie mit „Zink/Wilking“ in Kaiserslautern sowie Godelinde/Günther Baumann in Rot unter Rietburg zu bezeichnen. Zeitlich geht es dabei um „einst und jetzt“, um historische Abbildungen der 1920er-Jahre mit heutigen Pendants aus der Zeit zwischen 1990 bis etwa 2020. Ebenso um „Vergangenheit und Gegenwart“ und zwar im handwerklichen, baugeschichtlichen oder baustilistischem Kontext.
Dagegen grenzt der geografische Schwerpunkt die Motivauswahl auf das kulturelle Erbe der westpfälzischen Region ein. Nicht zuletzt die Örtlichkeiten zwischen Lauterecken im Norden und Rodalben im Süden ließen so manchen Besucher eher länger vor den Schwarz-Weiß-Fotografien mit den farbigen Updates verweilen, denn das Wiedererkennen vertrauter Gebäude und die spannende Detailsuche samt dem Lesen der informativen Bildtexte dauert schon ein bisschen.
So manches Bildmotiv zeigt ein offizielles Bauwerk wie repräsentative Rathäuser oder berühmte Geburtshäuser, außerdem Gaststätten, Kirchen als Identität ganzer Ortschaften, Brücken entlang reizvoller Flusslandschaften, Schmiede, Schloss, Mühlrad und Brunnen. Und liebenswertes Zubehör, das heißt vor allem Handwerkzeug wie vor 100 Jahren. Etwa das der Fotografen, Steinhauer oder das jener Schreiner, deren wundersam verschlungene Hobelspäne hinter dem Vitrinenglas für ein sprichwörtliches Zitat sorgten. Außerdem ragt zwischen den Ausstellungswänden ein Regal voller Literatur zum Thema der Ausstellung auf über alles das, was zur Baugeschichte der Westpfalz Bezug nimmt.
Geballtes Hintergrundwissen zur architektonischen Kunstgeschichte, das heißt vor allem zu äußeren Details, Dekors und Denkmalschutz, lieferte die Kaiserslauterer Kunsthistorikerin Claudia Gross in ihrer Einführung bei der Vernissage. Diese war gespickt mit dem Reichtum fachlicher Begriffe, etwa wo es um Dekor bildhauerischer Reliefs und Steine geht. Gross sprach auch das Bauen an sich an wie das heute so beliebte Fachwerk in noch vorhandenen Altstädten. Einst war es nämlich die Bauweise der Armen, jetzt hat es Vorbildcharakter beim Thema Klimawandel und Energieverbrauch.
Sympathische Momente beim Rundgang sind abgebildete Menschen. Manche sitzen an einem Ufer, andere überqueren eine Brücke oder lehnen im Fenster und schauen „die Gass“ hinunter. Pfalzbibliothek-Leiterin Claudia German zeigte sich erfreut ob „dieser Perlen im Bestand“ und meinte besonders das Konvolut des Rother Ehepaares, das 740 Westpfälzer Dörfer dokumentiert.
Info
„Detail – Dekor – Denkmal“, Ausstellung, Pfalzbibliothek, Kaiserslautern, Bismarckstraße 17, bis 1. August. Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 9-16 Uhr, Mittwoch 9-12 Uhr, Samstag 10-14 Uhr. Der Eintritt ist frei.