Kaiserslautern
Wer traut sich? Springer und Schwimmer zum 750. Geburtstag gesucht
Das Warmfreibad in Kaiserslautern hat ein Alleinstellungsmerkmal: Es verfügt nicht nur über ein eigenes Springerbecken mit Zehn-Meter-Turm, sondern bietet sogar eine 7,50-Meter-Plattform – für diejenigen, die nicht den Extremkick von ganz oben brauchen.
Zum 750. Geburtstag der Stadt wünscht sich Tobias Wiesemann, Vorsitzender des Fördervereins Warmfreibad, dass sich am Eröffnungstag, dem 16. Mai, ab 10 Uhr, viele Mutige finden, die den Sprung vom „Siebeneinhalber“ wagen. „Vielleicht werden es ja 100 Sprünge, sodass wir auf 750 Meter kommen.“ Wer nicht springen wolle, könne schwimmen. „750 Meter – 30 Bahnen à 25 Meter – im neuen Springerbecken zu Ehren unserer Stadt“, so Wiesemann. Stil und Schwimmzeit seien egal. Ebenfalls am 16. Mai findet ein Fun-Jump-Festival des Fördervereins statt, bei dem sowohl lustige als auch akrobatische Sprünge prämiert werden. Es gibt 20 Dauerkarten zu gewinnen.
Das Springerbecken ist grundsaniert
Dass die Saisoneröffnung in diesem Jahr besonders gefeiert wird, hängt nicht nur mit dem Stadtjubiläum zusammen. Das Springerbecken, das im vergangenen Jahr gesperrt war, ist grundsaniert worden. „Dass wir dafür Fördermittel erhalten haben, war ein Glücksfall“, so Wiesemann. Bei der städtischen Haushaltslage wäre alles andere nicht möglich gewesen.
Das 25-Meter-Wettkampfbecken mit Sprungturm sei ganz wichtig für die Sportvereine wie die DLRG, den KSK, Wasserballer und die Triathleten, die dort trainieren. Vor allem aber biete es Jugendlichen viel Spaß, weil sie abseits vom normalen Badebetrieb springen können. Sogar die Startblöcke sind erneuert worden, freut sich Wiesemann, der als Vereinsvorsitzender jahrelang darauf gedrängt hatte, dass etwas passiert.
2,1 Millionen Euro investiert
„Das Springerbecken war total undicht, so undicht, dass es permanent in den Technikraum geregnet hat.“ Jetzt ist ein Becken aus Edelstahl eingebaut worden, die Steuerungstechnik ist runderneuert. 2,1 Millionen Euro hat das gekostet, 490.000 Euro konnten über Fördermittel finanziert werden. Damit sei der Fortbestand des Warmfreibads für die nächsten 15 Jahre gesichert, so Wiesemann.
Das Nichtschwimmerbecken ist schon vor Jahren erneuert worden, ebenfalls mit einer Edelstahlwanne. Edelstahl sei weniger wartungsintensiv, es sehe noch fast aus wie neu, sagt Wiesemann. Das Schwimmerbecken mit seinen 50-Meter-Bahnen sei aufgrund seiner guten Geometrie in einem stabilen Zustand. Für Wiesemann ist das Warmfreibad im Osten der Stadt, das direkt an den Volkspark grenzt, seit seiner Eröffnung vor 54 Jahren ein besonderer Ort: „Dort kommen die Menschen miteinander in Kontakt und genießen gemeinsam ihre Zeit. Ob jung oder alt, arm oder reich – in Badekleidung sind wir alle gleich.“ Das Bad sei barrierefrei und ermögliche allen Schichten einen günstigen Zugang zum Sporttreiben. „Wir haben auch ein Volleyballfeld, Tischtennisplatten, einen Wasserspielplatz, eine tolle Rutsche, das ist ideal für Familien.“
In der jüngsten Sitzung des Sportausschusses hatte Wiesemann, dort als Fraktionsvorsitzender der Grünen, dafür plädiert, dass für die beiden Freibäder auf der städtischen Homepage besser geworben wird. „Wir sollten auf die Besonderheiten hinweisen, damit auch auswärtige Gäste kommen.“ Sowohl das Warmfreibad als auch die Waschmühle hätten ihre Vorzüge.
Wassergymnastik und WLAN
Im Gespräch mit der RHEINPFALZ betont Wiesemann, dass er mit dem Förderverein die Betonkübel mit bienenfreundlichen Stauden bepflanzt hat. Dank des Fördervereins mit seinen 500 Mitgliedern gebe es sogar WLAN. Ab 22. Mai, 18.15 Uhr, werde wieder Wassergymnastik angeboten, die für Badbesucher kostenlos ist.
Dass das Warmfreibad diesmal pünktlich öffnet, sei auch dank der neuen Technik so. „Das freut uns sehr, da haben sich alle ins Zeug gelegt“, so Wiesemann.