Kolumne Nachspielzeit RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn ein Stürmer „im Flow“ ist

Marvin Höbel bereitete mit seinem 1:0 gegen Ramstein den dritten Sieg in Folge für den VfB Reichenbach vor.
Marvin Höbel bereitete mit seinem 1:0 gegen Ramstein den dritten Sieg in Folge für den VfB Reichenbach vor.

In seiner neuen Kolumne „Nachspielzeit“ berichtet Peter Knick von einem ganz seltenen Torereignis und einem gereiften Team.

SV Rodenbach II: Doppelter Hattrick

Ein Hattrick ist schon ein kleines Fußballwunder. Zwei in einem Spiel? Das grenzt schon an Magie. Dieses Kunststück – nein, diese zwei Kunststücke – zauberte Jannick Straßer am Sonntag im Spiel der zweiten Mannschaft des SV Rodenbach gegen die SG Oberarnbach. Bereits in der zweiten Minute eröffnete er den Zauberreigen. Dann folgten zwei weitere Treffer – und der erste Hattrick war perfekt. Danach legte der Stürmer eine Schaffenspause ein. Sein Mannschaftskamerad Max Wingert erhöhte noch vor der Pause auf 4:0 und nach dem Seitenwechsel Max Weber auf 5:0.

Nach diesem Zwischenspiel setzte sich wieder der Hauptdarsteller in Szene. In nur sieben Minuten ließ Jannick Straßer den zweiten Hattrick folgen, und sein Team hatte die A-Klasse-Partie mit 8:0 gewonnen. „Jannick war im Flow.“ So beschreibt Peter Degen, der Vorsitzende des SV Rodenbach, diesen Torrausch. Er habe schon einmal fünf Tore von Marco Heieck, dem früheren Torjäger des SVR, in einem Spiel gesehen, so Degen. Aber zwei Hattricks waren für den Vorsitzenden und die übrigen Zuschauer ein einmaliges Erlebnis. Der sechsmalige Torschütze war natürlich überglücklich und fand sein fünftes Tor besonders gut. Einen Chipball hatte er da mit links ins Netz befördert.

„Jannick ist schnell und kann auch Tore schießen“, lobt Peter Degen den Zauberkünstler, der schon in der ersten Mannschaft des SV Rodenbach spielte, jedoch durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. Apropos erste Mannschaft: Das Spiel der zweiten war am Sonntag die Ouvertüre zum Hauptakt – der Landesligapartie des SV Rodenbach gegen den SV Hermersberg. In diesem Duell hätten die Rodenbacher ein paar Tore von Jannick Straßer gut gebrauchen können. „Wir hatten viele Chancen, haben sie aber nicht genutzt“, bemerkt Peter Degen zum Auftritt der Ersten, der mit einer 1:3-Niederlage endete. Warum nicht mal wieder Jannick Straßer eine Chance im Landesligateam geben? Zwei Hattricks sind doch nicht die schlechteste Empfehlung.

VfB Reichenbach: Gereift und effizient

Manche Mannschaften sehnen das Saisonende herbei. Nicht so der VfB Reichenbach. Für das Team von Spielertrainer Yannik Brehmer könnte die Runde in der Bezirksliga Westpfalz gerne noch länger gehen. Nach einer durchwachsenen Vorrunde ist der VfB in der zweite Saisonhälfte erst richtig auf Touren gekommen. Zweifellos zählt er jetzt zu den stärksten Mannschaften der Liga. In der Tabelle spiegelt sich das aber nicht wider. Da stehen die Reichenbacher nur auf dem siebten Platz.

Yannik Brehmer führt diese Entwicklung auf einen „Reifeprozess“ seiner Mannschaft zurück. „Wir haben uns Respekt in der Liga erarbeitet. Die anderen spielen nicht gern gegen uns“, sagt der Spielercoach des VfB, der selbst dabei ein Hauptrolle spielt. Der frühere Stürmer zieht jetzt im Mittelfeld die Fäden und trifft immer noch häufig, auf 22 Tore hat es der 31-Jährige bislang gebracht. Die Stärke der gereiften Reichenbacher bekam zuletzt der FV Ramstein zu spüren. Mit 2:1 setzte sich die VfB-Truppe durch und gewann damit zum dritten Mal in Folge. Den ersten Treffer leitete Brehmer ein; seine Maßflanke köpfte Marvin Höbel zum 1:0 ins Netz.

Mit der Effizienz seiner Mannschaft zeigte sich Brehmer zufrieden. „Wir hatten vier Torchancen und haben zwei genutzt.“ Im Heimspiel davor gegen die SG Rockenhausen machte der VfB nicht nur viel aus seinen Möglichkeiten, sondern überspielte einen zu den Topteams zählenden Gegner. In der zweiten Halbzeit präsentierte sich der VfB Reichenbach wie eine Spitzenmannschaft. Dabei hatte Yannik Brehmer wie in den beiden Spielzeiten zuvor als Saisonziel vorgegeben, „nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben“. In der kommenden Runde wird er mit seiner Mannschaft höhere Ziele ins Visier nehmen.

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