Stadtgespräch RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn der HSV statt Havelse kommt, muss ein neues Verkehrskonzept her

betze parken

Wer sich an Heimspieltagen des 1. FC Kaiserslautern die Parksituation auf dem Betzenberg anschaut, dem drängt sich der Verdacht auf, der eine oder andere Besucher würde sein Auto auch in der Fanhalle Nord parken. Wenn er nur wüsste, wie er dort hineingelangen könnte. Oder hinter dem Tor vor der Westkurve. Wobei: Ein Fahrzeug vor dem Tor von FCK-Schlussmann Matheo Raab – ein Neunsitzer vielleicht – könnte die ohnehin stabile FCK-Defensive schier unüberwindbar machen.

Rückkehr der Fans ist tolle Sache für den Verein

Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob ein ausverkauftes Stadion ohne Maske und irgendein „G“ aktuell schon sinnvoll ist. Jedoch: Es ist erlaubt. Und es ist nachvollziehbar, dass sich Mannschaft, Fans und der Verein darüber freuen, dass im Saisonendspurt so viel Unterstützung von den Rängen zu erwarten ist. Für den Verein hat das natürlich auch eine finanzielle Komponente.

Nachvollziehbar ist aber auch, dass die Anwohner auf dem Betzenberg ganz gut damit leben konnte, an Spieltagen von zugeparkten Straßen verschont worden zu sein. Kein Wunder, dass sich mancheiner eine Regelung wünscht, die dem Verkehrschaos Einhalt gebietet. Insbesondere wenn der FCK aufsteigen sollte und dauerhaft wieder mehr Besucher anlockt. Der HSV zieht eben besser als Havelse.

Verkehrskonzept muss auf den Prüfstand

Wenn die Verwaltung darauf verweist, dass das Stadion nicht erst seit gestern über der Stadt thront, also Betzenbergbewohner wussten, worauf sie sich da einlassen, ist das nicht von der Hand zu weisen. Eine Rechtfertigung dafür, – überspitzt gesagt – die Hände in den Schoß zu legen, ist es aber nicht – schon gar nicht, wenn Feuerwehrzufahrten zugeparkt werden. Zumal sich sicher mancher Anwohner für eine Bleibe dort entschieden hat, als an Spieltagen nur auf den Berg fahren durfte, wer dort wohnte oder eine besondere Berechtigung hatte. Außerdem will die Stadt die Flächen in und um das Stadion vermarkten. Gewerbe könnte entstehen, Wohnhäuser, womöglich ein Kindergarten. Das wird weiteren Verkehr auslösen und vermutlich gleichzeitig die Parkflächen verknappen. Das Verkehrskonzept, und zwar nicht nur das für Spieltage muss also auf den Prüfstand. Nicht zuletzt, weil ja auch die Stadt davon profitiert, wenn wieder mehr Fans zu den FCK-Spielen kommen. Viele machen einen Abstecher in die Stadt, besuchen die Gastronomie, lassen ihr Geld hier.

Die Stadt hat angekündigt, die Situation nach der Saison mit beteiligten Akteuren neu zu bewerten. Richtig so! Man muss versuchen, die Anwohner zu entlasten. Gleichzeitig darf das Problem aber nicht auf angrenzende Straßenzüge verlagert werden. Bei der Neuordnung der Flächen ums Stadion muss darauf geachtet werden, dass auch Parkraum eingeplant wird. Da lässt sich womöglich eine doppelte Nutzung denken. An Werktagen parken dort Beschäftigte, die im oder um das Stadion arbeiten, an Spieltagen Fans, die nicht so gut zu Fuß und beispielsweise auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind.

Dritte P+R-Route wäre Entlastung

Das Stadion liegt nun mal in der Stadt. Da kann nicht für alle Zuschauer Parkraum in Stadionnähe zur Verfügung stehen. Aber kann nicht vielleicht die neue Lautern-App genutzt werden, um Besucher zum nächsten freien Stellplatz in einem Parkhaus oder einer Tiefgarage zu lotsen? Ein Stadtplan, auf dem die Parkhäuser verzeichnet sind, ist enthalten. Und das Parkleitsystem der Stadt weist freie Flächen aus. Lässt sich das in einer digitalen Stadt nicht zusammenbringen? Und was ist mit den Parkplätzen der Einkaufsmärkte in der Zollamtstraße? An Sonn- und Feiertagen könnten dort Stadionbesucher gegen eine Gebühr parken. Da müsste man doch ins Gespräch kommen können.

Apropos Spiele an Sonntagen: Weil das Derby gegen Saarbrücken am Sonntag steigt, gibt es eine zusätzliche P+R-Route ab dem Globus-Parkplatz am Opelkreisel. Das ist top für alle FCK-Fans, die aus Richtung Landstuhl über die A6 kommen. An Werktagen ist das leider keine Option. Dabei wäre eine dritte P+R-Linie eine Entlastung für Betzenberg und Innenstadt, wenn dauerhaft wieder mehr Fans kommen. Idealerweise an jedem Heimspieltag, immer an der identischen Stelle und nahe der Autobahnabfahrt Kaiserslautern West. Dann wissen die Fans, dass es dort eine weitere zuverlässige Anlaufstelle gibt. Bleibt „nur“ noch das Problem, eine solche Parkfläche zu finden. Vorschläge sind willkommen!

x