Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn Bernd Wegener Musikinstrumente ins Wasser taucht

Eva Paula Pick und Bernd Wegener im Waldschlösschen.
Eva Paula Pick und Bernd Wegener im Waldschlösschen.

Mit Klang und Literatur ums Wasser standen Eva Paula Pick und Bernd Wegener auf der Bühne der Künstlerwerkgemeinschaft (KWG).

Es hatte sich gelohnt. Gelohnt, beim Vorlesen sehr genau hinzuhören. Gelohnt, in Klangwelten tief hineinzuhorchen. Beides kam so vertraut und dennoch so verrätselt daher. Gelohnt hat es sich, dem Dialog der beiden Künstler zu folgen, die einig schienen mit dem Wasser und im Element Wasser. Sie wussten das Publikum ins Nass zu entführen, und vorzuführen, was es zu erzählen hatte, wie es klingt, welch weites Tonspektrum in ihm steckt.

Konkret erlebten die Besucher Eva Paula Pick als Vorleserin eigener Werke. Sie ist nicht zuletzt bekannt wegen ihrer Begabung, das Sprechen lautmalerisch in reine Klangelemente zu übersetzen, den Buchstaben ihrer Wörter Klangräume zu geben und sie als rhetorisches Stilmittel für Geräusche oder poetische Inhalte schwingen zu lassen. Es nimmt die Zuhörer emotional mit, quasi wie ein Einfärben der Sprache bis hin zu imaginiertem Bildpotenzial.

Ein Trog mit Wasser

Dann wechselt das Genre. Die Besucher erlebten einen Percussionisten, der Klänge sammelt und inszeniert. Vor Jahren war der Saarbrücker Schlagzeuger Bernd Wegener, Jahrgang 1952, hier häufiger zu Gast, etwa bei Ingo Brackes Wolkenhain-Projekten. Sein Instrumentarium, damals wie heute, gleicht nur bedingt gängigen Musikinstrumenten.

Zum Thema Wasser stand ein Trog Wasser dabei. Darin tauchte er einen Gong unter. Auf dem Weg hinein stieß er mit einem Klöppel zunächst helle, klirrend-metallene Töne an, die sich beim Schlag im Abtauchen in ein dumpf-verschluckendes Glucksen verwandelten. Zum Instrumentarium gehörten zudem Keramiktöpfe, artverwandte Steeldrums, Klangschalen, Murmeln, Metallplättchen, Binsenbündel oder ein Stiel voller Metallscheiben, die schon beim Anblasen zu klingen beginnen. Das ist faszinierende Optik plus bewegende Akustik. Ein gelungener Auftakt mit Tiefgang in ein Jahr des Wassers.

Nächste Termine

29. November, 14 Uhr, Kabinett K2, Königsstraße 34, KWG-Ausstellungseröffnung o.T./o.N., die Zehnte.

14. Dezember, 18 Uhr, Waldschlösschen, Bremer Straße 12, Hildegard-Knef-Abend mit Hannelore Bähr.

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