Kaiserslautern
Weinwanderung zum Humbergturm: Kommt Wiederholung?
Über 3500 Menschen hatten an zwei Tagen die Gelegenheit genutzt, auf einem Rundkurs das Kaiserslauterer Wahrzeichen anzusteuern und am Wegesrand an acht Stationen Weine und andere Köstlichkeiten zu probieren. Im Nachgang wurden ganz viele Stimmen laut, dass es das nicht gewesen sein darf.
„Die Leute haben mit den Füßen abgestimmt“
Alexander Heß, Leiter der Stabsstelle Citymanagement, der mit einer kleinen Mannschaft die vielen, vielen Veranstaltungen zum 750. Stadtjubiläum verantwortet, koordiniert und anstößt, ist höchst zufrieden mit der positiven Resonanz. „Wir wollten so eine kulinarische Wanderung schon immer mal machen. Und würden sie nach diesem Erfolg gerne fest verankern. Die Leute haben mit den Füßen abgestimmt, dass es eine Fortsetzung geben soll.“ Es sei wunderbar gewesen, so Heß. Wir wollten mal eine andere Facette der Stadt zeigen – und das war ein Volltreffer.“ Mit Michael Blauth und seinem Event Team habe er zudem die richtigen Partner gehabt. „Das sind Profis, die haben uns sehr entlastet.“ Dass nicht alles hundertprozentig geklappt hat, findet Heß nicht schlimm. „Es war ein Startschuss, klar, dass wir sattelfester werden müssen.“ Froh ist er, dass es gelungen ist, vor allem am Samstag auch ein junges Publikum anzuziehen.
Micheal Blauth, der mit seiner Agentur Event Team die Organisation übernommen hatte, ist offen für mehr. „Wenn eine Wiederholung gewünscht ist, sind wir dabei, wir machen es gerne wieder.“ Wobei das nur zusammen mit der Stadtverwaltung gehen werde, „allein schon, weil viele Genehmigungen benötigt werden“. Blauth, der im Landkreis schon seit Jahren kulinarische Wanderungen anbietet – los ging es in Rodenbach –, ist überzeugt: „Der Wald in Kaiserslautern ist ein Riesenpfund, daraus könnte man viel mehr machen.“ Die Leute liebten solche Veranstaltungen, „bei denen alles organisiert ist, Essen und Trinken dazugehören.“
„Am Samstag so gut wie leergetrunken“
Die Resonanz war laut Blauth super. „Die Leute haben geschwärmt, haben gesagt, sie haben Leute getroffen, denen sie sonst nur am Altstadtfest begegnen.“ Es seien ganz viele Gäste von außerhalb da gewesen, aus einem Umkreis von 100 Kilometern. Gut angekommen sei die gastronomische Vielfalt. „Wir wollten bewusst mehr als nur Bratwurst und Saumagen.“ Stattdessen gab es Spargelrisotto, Spinatknödel und Tellergerichte. Natürlich müsse bei einer Wiederholung nachgesteuert werden, so Blauth. „Wir von Zellers Weinlounge waren am Samstag so gut wie leergetrunken. Wir hatten noch eine Flasche Riesling und mussten für sonntags nachordern.“ Aufgrund des guten Wetters habe es an einzelnen der acht Stationen lange Schlangen gegeben. „Das nächste mal brauchen wir eventuell noch weitere Zuwegungen und müssen den Leuten besser erklären, dass sie den Rundkurs auch gegen den Strom laufen können.“ Einigen Leuten sei der sechs Kilometer lange Weg zu lang gewesen. Zudem würden kürzere Reinigungsintervalle für die Toiletten benötigt. Aber mit so einem Andrang hatte niemand gerechnet. „Wir haben die Leute nicht gezählt, aber schätzungsweise waren es am Samstag 2000 Besucher, am Sonntag 1500.“ Gut angekommen sei, dass es Wein zum Probieren gab und man sogenannte Wandergläser erstehen konnte. „Dadurch musste man nicht an jedem Stand wieder fürs Pfand anstehen.“
Blauth betont: „Der Wald ist wieder sauber, wir hatten auch Mülleimer aufgestellt, sind alles noch mal abgelaufen.“ Was ihn gewundert hat: Bei früheren Veranstaltungen dieser Art im Landkreis hätten viel mehr Amerikaner teilgenommen. „Hier waren es höchstens zehn Prozent.“
„Wald, Wandern, Natur, da geht viel mehr“
Der Humbergturm sei eine super Location, ein sehr beliebtes Wahrzeichen. „Das müsste man viel öfter nutzen“, so Blauth. Er ist überzeugt davon, dass es genau richtig wäre, diese kulinarische Weinwanderung fest im städtischen Kalender zu etablieren. „Der touristische Nutzen ist viel größer als die Kosten. Touristisch hat die Stadt Kaiserslautern ein riesiges ungenutztes Potenzial.“ Wald, Wandern, Natur, da geht viel mehr. „Die Leute wollen gerne an die Hand genommen werden, deshalb laufen solche Touren so gut.“
