Kaiserslautern
Warum die Gartenschau auch nach 25 Jahren noch ein Erfolgsmodell ist
Anlässlich des Jubiläums hatten die Gartenschau-Verantwortlichen Planer, Helfer, Mitarbeiter und Unterstützer des ehrgeizigen Projekts für Donnerstag in die Räume ihrer Lego-Ausstellung eingeladen. Alle Anwesenden seien Teil des Erfolgsmodells, aus einer unansehnlichen Industriebrache und einem Getreidefeld auf dem Kaiserberg einen Freizeitpark zu entwickeln, betonte Oberbürgermeisterin Beate Kimmel. Sie dankte ihren Vorgängern, die das Vorhaben unterstützt hätten, dazu den Planern und ersten Geschäftsführern Matthias Schmitt und Joe Weingarten für eine mit Herzblut geleistete Herkulesaufgabe – letztere haben dafür das Bundesverdienstkreuz erhalten.
Hauptaugenmerk der kleinen Feierstunde wolle sie auf Gespräche untereinander legen, so die Oberbürgermeisterin. Anstatt auf viele Zahlen, Daten und Fakten einzugehen, hielt sie daher ihre Ansprache eher kurz. Stichworte waren unter anderen der Geländerückbau für die Hochschule nach der Landesgartenschau sowie die Übergabe an die Lebenshilfe 2007/2008. Der Verein biete behinderten Menschen einen Arbeitsplatz und setze immer wieder zielstrebig Neues um.
Ort der Begegnung und Natur, der Inklusion und Vielfalt
Was im Jahr 2000 als Landesgartenschau begonnen habe, sei heute mehr als ein Park und ein touristisches Angebot, hob der geschäftsführende Vorstand der Lebenshilfe, David Lyle, hervor. Entstanden sei vielmehr ein Ort der Begegnung und der Natur, eine Stätte, an der Inklusion und Vielfalt großgeschrieben würden. In Zeiten, in denen oft von Krisen, Kriegen und Spaltung zu hören sei, zeige die Gartenschau, dass auch etwas Größeres entstehen könne, wenn Menschen sich zusammentun, ernst nehmen, einander zuhören und vertrauen würden.
Für ihre Unterstützung auf diesem Weg dankte Lyle den Vertretern der Stadt sowie den vielen anderen wichtigen Akteuren und Sponsoren – darunter dem Verein „Lauter Steine“, der mit der beliebten Lego-Ausstellung Bemerkenswertes leiste. Das Engagement der Firma Wipotec, die den Umbau der Blumenhalle in beispielloser Weise finanziell unterstützt habe, hob Lyle ebenso hervor wie das Engagement von langjährigen Mitarbeiterinnen wie Andrea Hess, Parkleiterin Christine Schweigert und Melanie Gross, die sich jedes Jahr um die Organisation von Veranstaltungen kümmert.
Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung
Die Sparkasse sei stolz, über viele Jahre ein verlässlicher Partner dieser Institution zu sein, betonte deren Vorstandsvorsitzender Kai Landes. Mit der Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung sei ein weiterer Ort der Teilhabe und des Miteinanders geschaffen worden. Die Fördermaßnahmen hätten auch mitgeholfen, ein Gelände mit vielen Grünflächen entstehen zu lassen – das solle auch so bleiben. Landes zeigte sich überzeugt, dass die Gartenschau auch in Zukunft eine bedeutende Rolle in der und für die Stadt spielen werde – dies nicht nur in städtebaulicher Hinsicht, sondern auch als ein Ort, an dem Erinnerungen entstanden seien.
Als Vertreter der Stadtwerke (SWK) hob deren Vorstand Arvid Blume lobend hervor, dass das Unternehmen durch das Sponsern von Familienkarten zahlreichen Eltern und Kindern von Beginn an die Möglichkeit geboten habe, in der Gartenschau eine grüne Lunge zu genießen. Mit Professor Hanns Stephan Wüst, Landschaftsarchitekt aus dem Fachbereich Raum- und Umweltplanung der RPTU, nahm ein Urvater der Gartenschau an der Feierstunde teil. In wenigen Worten schilderte er, wie er mit der Gründung einer „grünen Schiene Lautertal“ die Idee einer Landesgartenschau Kaiserslautern ins Land getragen hatte. Wünsche müssten ausgesprochen und Gedanken immer wieder verwirklicht werden, die Planer und Akteure dann zu ihren Triebfedern machten, sagte der Fachmann und forderte „weiterhin Mut zu weiterem Tun“. Die Landesgartenschau sei ein Beispiel, das in die Bundesrepublik hineinstrahle.
Gelände wirkt natürlicher als früher
Wie sich der Neumühlepark mit den Jahren immer wieder verändert, hat die seit 2013 als Parkleiterin fungierende Christine Schweigert im Blick. Als sie 2003 dort als Assistentin der Parkleitung ihre Arbeit aufgenommen hat, habe für sie alles noch nach einem geplanten Gelände mit frischen Bäumen ausgesehen. Heute sieht für sie nichts mehr aus wie geplant – dafür erkennbar natürlicher.