Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Voraussichtlich 18 Monate Vollsperrung für Neubau der Jacob-Pfeiffer-Brücke notwendig

Maßgebliche Arbeiten am Neubau der Jacob-Pfeiffer-Brücke sollen während einer Streckensperrung der Bahn im Jahr 2029 erledigt we
Maßgebliche Arbeiten am Neubau der Jacob-Pfeiffer-Brücke sollen während einer Streckensperrung der Bahn im Jahr 2029 erledigt werden.

Die Jacob-Pfeiffer-Brücke auf dem Einsiedlerhof soll 2029 abgerissen und neu gebaut werden. Das 18-Millionen-Projekt wird erhebliche Auswirkungen auf Verkehrsteilnehmer haben.

„Es ist das aktuell größte Infrastrukturprojekt der Stadt“, verdeutlichte Alexander Mock, Abteilungsleitung Ingenieurbauwerke der Stadt Kaiserslautern, die Ausmaße des Brückenneubaus. Das hat aber nicht allein mit den Kosten von 18 Millionen Euro zu tun, auch nicht mit den Ausmaßen der neuen Brücke, die deutlich breiter werden soll, als das bestehende Bauwerk, sondern unter anderem mit der Komplexität der Planung. Die Jacob-Pfeiffer-Brücke überspannt Bahngleise, und die Querung von Schienen verlangt eine besonders intensive Vorarbeit.

Abriss voraussichtlich ab Mai 2029

Vergangene Woche informierte Mock zusammen mit Tiefbaureferatsleiter Sebastian Staab den Ortsbeirat Einsiedlerhof über die Planungen des Neubaus. Dessen zeitlicher Ablauf ist eng abgestimmt mit Arbeiten der Deutschen Bahn (DB). Die will 2029 die Strecke zwischen Saarbrücken über Kaiserslautern nach Ludwigshafen wegen einer Generalsanierung für einige Monate sperren. Während dieses Zeitraums sollen maßgebliche Arbeiten am Brückenbau erfolgen. „Aber wir sind nicht abhängig von der Bahn“, betonte Mock. Bei der Auswahl des Brückentyps sei darauf geachtet worden, dass ein Neubau ohne Streckensperrung möglich sei. Neben diesem Aspekt waren unter anderem Kriterien wie die Wirtschaftlichkeit, die Bauzeit oder die Frage nach der Notwendigkeit einer Vollsperrung für den Bau bei der Auswahl des Brückentyps relevant. Um diese komme man jedoch nicht herum, so Mock.

Alte Brücke ist marode

Notwendig wird der Neubau, weil das aktuelle Bauwerk aus dem Jahr 1961 marode ist. Korrodierte Rollenlager wurden bereits 2020 getauscht, es gibt starke Betonabplatzungen, die freiliegende Bewehrung korrodiert. Die Unterseite der Brücke wurde mit einem Netz gesichert, damit abgeplatzte Teile nicht auf die Gleise fallen und ein Unglück auslösen. Seit einigen Jahren dürfen zudem nur noch Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu 16 Tonnen – beispielsweise ein voll besetzter Omnibus, so Mock – die Brücke passieren.

Ersetzt werden soll das Bauwerk durch eine Stabbogenbrücke. Insbesondere bei den Gesamtkosten erwies sie sich laut Mock als die beste Wahl. Sie wird mit 18 Metern knapp acht Meter breiter als die bestehende Brücke. Je 3,50 Meter sollen die beiden Fahrspuren einnehmen. Dazu kommen auf jeder Seite ein Geh- und Radweg mit drei Metern Breite sowie Schutzeinrichtungen zwischen Fahrbahn sowie Geh- und Radweg und zu den Gleisen hin. Eine Querungshilfe soll die Fahrspuren für Fußgänger und Radfahrer besser passierbar machen.

Neue Brücke wird auf Sportplatz montiert

Aufgrund der Breite des Bauwerks werden auch die Zufahrten angepasst, von der Kaiserstraße bis zum provisorischen Kreisel im Norden der Bahngleise, der ebenfalls erneuert wird. Die Gesamtkosten belaufen sich – Stand heute – auf rund 18 Millionen Euro, 12,2 Millionen für den Brückenneubau, 1,5 Millionen Euro für Planungskosten und vier Millionen Euro für Straßenbau und Stützwände.

Der Zeitplan sieht vor, dass das bestehende Bauwerk ab Mai 2029 zurückgebaut wird. Die Brücke soll über Gerüste mit Rollen am Stück von den Gleisen gezogen und dann zerlegt werden, so Mock. Parallel dazu wird die neue Brücke bereits vor Ort montiert. Für die Arbeiten am Neubau hat die Stadt eine Fläche der angrenzenden amerikanischen Liegenschaft in Aussicht – gegen eine erhebliche Geldsumme und Auflagen, wie Mock sagt. Auf dem Sportplatz am Bürgerhaus wird die neue Brücke montiert. Von dort soll sie am Stück zur Baustelle transportiert und eingesetzt werden. Ein spektakulärer Teil der Bauarbeiten, wie Mock verspricht.

18 Monate Vollsperrung eingeplant

Für den Neubau der Brücke wird wohl eine 18-monatige Vollsperrung notwendig, von Juni 2029 bis Dezember 2030. In dieser Zeit ist der Einsiedlerhof zweigeteilt. Fußgänger könnten die Gleise durch die Unterführung am Bahnhof passieren, der überregionale Verkehr werde über die A6 geführt. Aktuell laufe eine Untersuchung, ob die Knotenpunkte Opelkreisel/Von-Miller-Straße den innerörtlichen Umleitungsverkehr aufnehmen könnten, so Mock. Im Blick habe man im Tiefbaureferat auch die Situation am Kleeblatt, betonte Staab. Dort gebe es zwei Brücken, eine der Stadt und eine des Landesbetriebs Mobilität, die bald ersetzt werden müssten. Das soll nicht parallel zu den Arbeiten auf dem Einsiedlerhof passieren.

Nun, da der Brückentyp ausgewählt ist, werde man weitere Gremien, aber auch die Bevölkerung und den Ortsbeirat regelmäßig einbinden. Vor Ort habe man mögliche Probleme am besten im Blick. Auch die Stadtwerke seien im Boot, weil Busfahrpläne angepasst werden müssten. Der Schienenersatzverkehr wegen der gesperrten Bahnstrecke sei dagegen Aufgabe von DB und Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr (ZÖPNV), so Mock.

Die Ortsbeiratsmitglieder betonten zudem, dass der Brückenbau auf dem Sportplatz nicht dazu führen dürfe, dass der avisierte Neubau des Bürgerhauses verzögert werde, schließlich laufe dafür der Förderzeitraum ab.

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