Kaiserslautern Vor Bürgermeisterwahl: Stadträtin Silke Wiedmann tritt aus SPD-Fraktion aus

Silke Wiedmann will sich künftig in den Reihen der Freien Wähler für die Interessen der Bürger Kaiserslauterns einsetzen.
Silke Wiedmann will sich künftig in den Reihen der Freien Wähler für die Interessen der Bürger Kaiserslauterns einsetzen.

Silke Wiedmann hat am Wochenende die SPD-Fraktion des Stadtrates verlassen. Hintergrund ist die Wahl des Bürgermeisters, die am Montag im Stadtrat stattfindet. „Ich war dagegen, dass die SPD einen eigenen Kandidaten aufstellt“, betont sie. Stattdessen hätte Wiedmann lieber den parteilosen Kandidaten Thomas Kürwitz unterstützt, den FDP und Freie Wähler gerne als Bürgermeister gesehen hätten. Kürwitz hatte seine Bewerbung fürs zweithöchste Amt der Stadtverwaltung am Freitag zurückgezogen. Mit Blick auf das gute Abschneiden Kürwitz’ bei der OB-Wahl wäre es im Interesse der Bürger gewesen, ihn zu unterstützen, ist Wiedmann überzeugt.

Trotz der Wahlniederlage habe Kürwitz einen beachtlichen Vertrauensbeweis der Bürger Kaiserslauterns erhalten. Aus ihrer Sicht wäre es die Aufgabe der SPD gewesen, dies anzuerkennen und Kürwitz zu unterstützen. „Dies wäre die Zeit der überparteilichen Zusammenarbeit gewesen – diese Chance wurde aus parteitaktischen Gründen verpasst“, kritisiert Wiedmann. Dies wolle sie nicht mittragen.

Künftig werde sie sich in den Reihen der Freien Wähler im Stadtrat für die Interessen der Bürger einsetzen. Mit Unterbrechung sei sie über 20 Jahre lang SPD-Mitglied gewesen, doch sie fühle sich dort nicht mehr richtig aufgehoben – ihr fehle immer stärker das Soziale, schildert Wiedmann. Sie habe bereits seit Monaten darüber nachgedacht, die SPD zu verlassen.

Nachdem Thomas Kürwitz seine Kandidatur mit Verweis auf die Parteipolitik zurückgezogen habe, sei das für sie der Anlass gewesen, zu handeln. Kürwitz hatte am Freitag seinen Rückzug erklärt. Es sei nicht gelungen, den Rückhalt einer großen Fraktion im Stadtrat zu sichern. „Auch in einem zweiten Wahlgang hätte mich keine der großen Parteien unterstützt“, sagte Kürwitz der RHEINPFALZ. Es sei „sehr massiv taktiert“ worden.

Die SPD tritt heute mit Matthias Moritz zur Bürgermeisterwahl im Stadtrat an. Weiterhin gehen Manfred Schulz (CDU) und Lea Siegfried (Grüne) ins Rennen sowie die beiden parteilosen Kandidaten Ilona Benz und Nico Welsch.

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