Fußball
U19 des FCK will Platz eins verteidigen
Zum Abschluss der Hauptrunden-Hinspiele in der DFB-Nachwuchsliga reist die U19 des 1. FC Kaiserslautern nach Berlin zum Tabellenschlusslicht Berliner AK 07. Die FCK-Elf will punkten, aber Reisestrapazen und der Überraschungseffekt könnten zur Herausforderung werden.
Wenn am Sonntag um 11 Uhr der Anpfiff am Berliner Poststadion ertönt, dann trifft der Tabellenführer aus Kaiserslautern auf den punktlosen Berliner AK. Es ist der letzte Gruppengegner, mit dem sich die Betze-Elf bislang noch nicht messen konnte. Gegen die übrigen vier Kontrahenten punkteten die Roten Teufel bereits. Kann ausgerechnet der Tabellenletzte den Lauf stoppen?
Unmöglich erscheint das nicht – schließlich sorgten die Berliner in dieser Saison schon einmal für eine große Überraschung. Beim Einzug in die Liga A ließ das Team in der Vorrunde überraschend die U19-Junioren von Hertha BSC hinter sich. Weil der blau-weiße Hauptstadtclub am letzten Spieltag spät gegen den Chemnitzer FC mit 2:3 unterlag, reichte dem B.A.K. ein 0:0 gegen den 1. FC Union Berlin, um als fünftbester Gruppendritter in die Hauptrunde der besten deutschen A-Juniorenteams einzuziehen.
Die Nummer drei in Berlin
Besonders bemerkenswert: Die Berliner sind damit das einzige Team der Liga A ohne Nachwuchsleistungszentrum. Dass der Klub aus dem Stadtteil Moabit dennoch konkurrenzfähig ist, zeigt er schon länger. Es ist bereits die zweite Saison in Deutschlands höchster Jugendspielklasse. Zuletzt wechselte mit Andriy Prokazyuk ein Spieler von Atletico Madrid nach Berlin. Auch Iaia Danfa sorgte in der vergangenen Saison als Toptalent aus den eigenen Reihen bundesweit für Aufmerksamkeit, ehe der Stürmer zum jetzigen Gruppenkontrahenten Borussia Mönchengladbach wechselte.
„Berlin ist eine Millionenstadt. Die haben natürlich ein ganz anderes Einzugsgebiet. Da gibt es unfassbar viele talentierte Jungs, die nicht bei Hertha BSC oder Union spielen. Der Berliner AK ist dann der drittbeste Verein in Berlin und das merkt man“, ordnet FCK-Trainer Eimen Baffoun ein. Auf ihn und sein Team warte eine undankbare Aufgabe, meint der Coach: „Wir sind der klare Favorit. Jeder erwartet, dass wir dort gewinnen. Aber es wird trotzdem ein ganz anderes Spiel mit ganz anderen Bedingungen. Wir müssen uns an die Spielart des Gegners anpassen und dann kommt natürlich noch die Fahrerei dazu.“
Die Reise zum Tabellenschlusslicht hat es tatsächlich in sich: Rund neun Stunden Busfahrt liegen vor der Mannschaft. Bereits am Freitag trifft sich die FCK-Elf deswegen, übernachtet im eigenen Internat, ehe sie am Samstagmorgen mit dem Bus in Richtung Hauptstadt aufbricht. „Das sind Gegebenheiten, die wir so noch nie hatten“, sagt Baffoun.
Noch schnell zum Brandenburger Tor
Viel Zeit, Berlin zu erkunden, bleibt den A-Junioren des FCK vor Ort nicht mehr. „Wir wollen auf jeden Fall ans Brandenburger Tor – das ist nicht weit weg. Danach ist aber der volle Fokus nur noch aufs Spiel gerichtet“, sagt Baffoun.
Schon am nächsten Morgen geht es für die Roten Teufel weiter und in Moabit wartet sicherlich keine leichte Aufgabe: „Das wird ein sehr körperbetontes Spiel. Die treten alle ihre Abschläge lang. Es wird deshalb viel darum gehen, hohe Bälle zu verteidigen und auf die zweiten Bälle zu gehen“, so Baffoun. „Wir müssen uns treu bleiben. Wir wollen flach hinten herausspielen und uns Lösungen erarbeiten.“
Gesperrte Leistungsträger
Dass den Berlinern mit Yasin Abdul-Hamid der beste Torschütze wegen einer Rot-Sperre fehlt, macht für Baffoun keinen großen Unterschied. Die Qualität der Berliner komme mehr über das Kollektiv als über einzelne Spieler, sagt er. Zudem muss auch der FCK mit dem gesperrten Dzenan Resic auf einen Leistungsträger verzichten.
Klar bleibt: Der Tabellenführer aus Kaiserslautern reist als Favorit in die Hauptstadt. Doch zwischen langer Busfahrt, ungewohnten Bedingungen und einem kampfstarken Außenseiter wartet auf die Pfälzer eine schwierige Aufgabe. Favorit ist die FCK-Elf trotzdem und will sich die lange Heimreise möglichst mit drei Punkten und der Tabellenführung im Gepäck versüßen.