Kaiserslautern Toller Teamgeist und ein Hauch von Bundesliga

Meister in der Frauen-Fußball-Landesliga Westpfalz: der TuS Heltersberg.
Meister in der Frauen-Fußball-Landesliga Westpfalz: der TuS Heltersberg.

«HELTERSBERG.» Lange Jahre waren die Frauen des TuS Heltersberg in der Bezirksliga Westpfalz und der Landesliga Westpfalz angenehme Punktelieferanten. Doch in dieser Saison lieferten die 23 Frauen in der Landesliga ihr Meisterstück ab.

Unter der Regie von Ruprecht Schwarz, der die Frauenfußballer seit ihrer Gründung im Jahr 2000 betreut und trainiert, holte der TuS den Titel in der Frauen-Landesliga Westpfalz und steigt in die Verbandsliga auf. 17 der 20 Spiele entschied der Meister zu seinen Gunsten. Nur gegen den SV Kottweiler-Schwanden (2:3), gegen den das zweite Spiel 1:1 endete, und gegen den TuS Landstuhl/Mittelbrunn (1:6) zog der Champion den Kürzeren. Das Torverhältnis von 114:29 zeugt von der Überlegenheit des TuS in seinen Begegnungen. Vom Saisonstart weg hatte sich Heltersberg an die Spitze des elf Teams zählenden Starterfeldes gesetzt. 13:0 gegen die SG Thaleischweiler-Fröschen, 8:1 gegen Landstuhl/Mittelbrunn, 8:2 in Hochspeyer und 7:0 in Harsberg/Schauerberg: Der TuS setzte gleich ein dickes Ausrufezeichen hinter seinen Saisonstart. Den Platz an der Sonne ganz vorne in der Tabelle gab Heltersberg, das die Saison zuvor mit 36 Punkten auf Position vier beendet hatte, nicht mehr ab. Der Meister blieb 2017 ohne Niederlage und musste sich erst am 24. März, dann aber auch sehr deutlich mit 1:6 beim TuS Landstuhl/Mittelbrunn, geschlagen geben. „Da spielten wir zu überheblich und vergaben zu viele klare Tormöglichkeiten“, blickt Schwarz auf die erste der beiden Niederlagen in der abgelaufenen, so überaus erfolgreichen Spielzeit 2017/18 zurück. Auch wenn Schwarz betont, dass die geschlossene Mannschaftsleistung den Weg zum Titel geebnet hat, so ragten mit Nadine Fols und Jasmin Wernert zwei ehemalige Bundesliga-Spielerinnen heraus. Fols (35) war in 159 Spielen in der Ersten und in der Zweiten Bundesliga für den FC Bad Neuenahr und den FFC Niederkirchen am Ball. Wernert kam für Niederkirchen in 29 Zweitbundesliga-Begegnungen zum Einsatz. Wernert gab in Heltersberg einen umsichtigen, stellungssicheren, zweikampfstarken und ungemein passsicheren Sechser. Mit ihrer Handlungsschnelligkeit nach Ballgewinn überrumpelte sie immer wieder die gegnerische Defensive. Schwarz: „Sie hat einen guten Schuss und ein gutes Auge für ihre Mitspielerinnen.“ Fols gab im Meisterteam den Zehner hinter den Sturmspitzen Lisa Hecht und Natalie Brämer. Wenn Fols in Strafraumnähe zum Schuss kam, zappelte das Runde oft im Eckigen. Mit 48 Toren schoss Fols doppelt so viele Treffer wie die Nummer zwei in der Torjägerliste. Schwarz: „Auch wenn die Gegner Nadine doppelten, war sie nicht auszuschalten.“ Ansonsten sei die Elf des TuS „gleich stark besetzt“ gewesen. Kurios, dass Heltersberg den Titel feiern konnte, als sie selbst nicht am Ball waren. Weil der härteste Konkurrent um den Titel, der SC Siegelbach II am 12. Mai nicht über ein 1:1 gegen die SG Harsberg/Schauerberg hinausgekommen war, war der Titel perfekt. Da feierten gerade alle Spielerinnen des TuS die Hochzeit ihrer Torfrau Rebekka Groß – und ab 19.45 Uhr dann obendrein auch noch den Meistertitel in der Landesliga Westpfalz. Als Saisonziel war ausgegeben, um den Titel mitzuspielen. Dies sei vollauf gelungen, sagt Schwarz. Und in der Winterpause hatte dann Trainer Schwarz seine Spielerinnen gefragt, ob sie denn auch in die Verbandsliga aufsteigen wollten. Deren Antwort: „Dieses Abenteuer nehmen wir mit, sollten wir den Titel holen.“ Und so sieht der Verein TuS Heltersberg, dessen Männer in der B- und C-Klasse spielen, in der kommenden Saison Verbandsliga-Fußball. Meister in den Frauenfußball-Bezirksligen Süd und Nord wurden der 1. FFC Kaiserslautern und der SV Kottweiler/Schwanden II. Der Meisterkader Tor: Rebekka Groß (32 Jahre/19 Spiele/kein Tor), Ramona Tanzmeier (54/1/0) Abwehr: Sandra Schmitt (34/20/1), Sarah Fluck (30/20/0), Julia Fluck (30/18/4), Yvette Schmitt (27/14/0), Sarah Dauenhauer (26/13/3), Melissa Schmitt (24/12/2), Julia Kerchner (35/3/0), Lisa Palm (23/1/0), Eileen Hensel (23/2/0) Mittelfeld: Jasmin Wernert (30/20/14), Sabrina Weitzel (30/20/11), Vanessa Weinkauff (32/12/1), Lisa Egelhof (29/6/2), Selina Pontiero (22/4/0), Lisa Meyerhöfer (35/1/0) Angriff: Nadine Fols (35/20/48), Lisa Hecht (25/20/17), Natalie Brämer (25/12/6), Lena Weber (19/11/3), Melanie Fols (41/2/0), Luisa Weidler (19/1/0) Trainer: Ruprecht Schwarz, Carsten Käfer (Co) und Matthias Fols (Co).

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