Bogenschiessen RHEINPFALZ Plus Artikel TFC-Teamkapitän Stein: „Bogenschießen ist viel spannender als Dart“

Die Bogensportabteilung des TFC ist rasant gewachsen. 75 Schützen sind aktiv, 43 davon treten auch in Wettkämpfen an.
Die Bogensportabteilung des TFC ist rasant gewachsen. 75 Schützen sind aktiv, 43 davon treten auch in Wettkämpfen an.

Wenn am Wochenende die Pfeile durch die Hohenecker Burgherrenhalle fliegen, sind die Schützen des TFC Kaiserslautern doppelt so aufgeregt wie die Konkurrenz. Warum das so ist.

Finaltag in der Hallenrunde der Pfalz- und Oberliga und in der Jugendrunde: Am Samstag und Sonntag geht es für die Bogenschützen des Trend- und Funsportclubs Kaiserslautern (TFC) gleich doppelt zur Sache. Sie müssen sportlich abliefern, und dann ist da noch eine große Aufgabe zu stemmen: Der TFC richtet den Showdown aus. „Es ist das bisher größte Event, das wir veranstalten. Alle sind da eingebunden und mit Feuer und Flamme dabei“, erklärt Alexander Stein, der Teamkapitän der Recurve-Bogenschützen, der nicht ganz unschuldig an dem Trend ist, der Mitglieder zum TFC schwemmt und sie begeistert. Der Sambacher und sein Kollege Andreas Ullrich, die sich vom Katzweiler Verein verabschiedet hatten und auf der Suche nach einer neuen Heimat waren, waren beim TFC Kaiserslautern gelandet und dort erst mal Exoten.

„Als ich das erste Mal mit dem Recurvebogen auf der Wiese stand, war ich da allein“, erzählt Alexander Stein, der bald nicht mehr allein war. Andere Mitglieder wurden neugierig, schnupperten rein und waren begeistert von dem Sport, der auch ihn immer wieder neu in seinen Bann zieht. Er war zum Bogenschießen gekommen, weil er ein Ventil gesucht hatte, um entspannen zu können und den Kopf freizubekommen, wie er erzählt. Außerdem habe er, weil er viel im Außendienst unterwegs sei, mit Verspannungen in Nacken und Schultern zu kämpfen gehabt. Der Recurvebogen mit den gebogenen Wurfarmen, die Energie speichern, wenn der Bogen gespannt ist, hat ihm all das gegeben. „Ich bin 61 und habe keine Rückenprobleme mehr.“ Und wenn er zwei Stunden lang trainiere, sei sein Kopf völlig frei, und er könne danach das, was ihn beschäftige, ganz entspannt lösen.

Konzentriert: Mannschaftsführer Alexander Stein.
Konzentriert: Mannschaftsführer Alexander Stein.

TFC erlebt in drei Jahren rasanten Aufstieg

Wie er fanden viele neue Bogenschützen den Weg zum TFC. 75 schießen inzwischen beim Verein, sieben stehen im Oberliga-, sechs im Pfalzliga- und fünf im Bezirksliga-Team mit dem Recurvebogen an der Schießlinie. 14 Schützen treten in zwei Teams mit dem Blankbogen an, zählt Stein auf. „Wir sind mittlerweile der größte Verein, sind mit Bruchmühlbach, das eine Liga höher schießt, zumindest mitgliedermäßig auf Augenhöhe.“ Die Schützen des TFC sind in den drei Jahren, seit sie im Ligabetrieb antreten, dreimal aufgestiegen. Sein Team startet inzwischen in der Oberliga und hält die Klasse. „Wir liegen in allen Ligen im guten Mittelfeld“, sagt der Mannschaftskapitän, der inzwischen auch Nachwuchs ranzieht. In der Pfalzliga könnte sich das TFC-Team mindestens noch auf Platz drei vorarbeiten. Die Oberliga-Mannschaft ist derzeit Fünfter von acht.

Doch das Sportliche ist am Wochenende für Stein und ein Team von 20 bis 25 weiteren Helfern erst mal Nebensache. Zuerst geht es darum, eine Großveranstaltung auszurichten, bei der alles klappen soll. Respekt haben die Bogenschützen schon allein vor der großen Halle. Stein: „Wir trainieren sonst in der Turnhalle der Fritz-Walter-Schule, aber so ein großes Event kriegen wir da nicht unter.“ Darum geht es jetzt in die Burgherrenhalle nach Hohenecken. Am Freitag gegen 14 Uhr startet der Aufbau. Der Teamkapitän ist froh, dass die Kampfrichterin aus Landstuhl kommt und nicht weit fahren muss, um sich das Wettkampffeld nach dem Aufbau anzusehen. „Sie kommt einen Tag früher, so könnten wir noch was korrigieren, wenn was nicht passt.“ Für Änderungen kurz vor dem Wettkampf habe nämlich keiner mehr Nerven. „Am Samstag liegen bei uns die Nerven etwas blank“, gibt Stein zu.

Wenn das Adrenalin durch den Körper schießt

Er freut sich aber schon darauf, an die Schießlinie zu treten. Eigentlich ist er abgeklärt, hat alles im Griff, hat Routine darin, das 7,5 Zentimeter große Zentrum der Scheibe aus 18 Metern zu treffen. „Wenn man da steht und das Adrenalin durch den Körper fließt, sieht das anders aus. Da geht einem unheimlich viel durch den Kopf.“ Drei Schützen des Teams haben zwei Minuten Zeit, um sechs Pfeile ins Ziel zu bringen. Und er hat noch die knifflige Aufgabe, die richtigen Schützen aufzustellen. „Das hat dann auch was mit Fortune zu tun. Aber das ist es auch, was den Sport ausmacht“, meint Alexander Stein. Er liebt den Kampf gegen sich selbst, das gegenseitige Unterstützen, Aufbauen und Mut zusprechen in der Mannschaft, den Kick und das Abschalten können.

„Recurve ist lange nicht so populär wie andere Sportarten. Aber über Dart hat auch über zehn Jahre lang kein Mensch gesprochen.“ Dabei sei Dart „viel langweiliger als Recurve“, bei dem viel Spannung drin sei. „Es ist wie Elfmeterschießen, nur dauernd. Mit sechs Schuss kann man maximal auf 60 Ringe kommen. Wenn du 54 geschossen hast und der Gegner 55, dann ist das Match verloren, das zehrt an den Nerven und kostet Kraft.“ Doch genau da sei dann das Team da, „wir ziehen uns da gegenseitig raus, klopfen uns auf die Schulter und sagen uns: Wir schaffen das“.

Genau das will sein Team auch am Wochenende tun, beim großen Finaltag in der Burgherrenhalle. Die Spannung gibt’s gratis, der Eintritt ist frei.

Termin

Am Samstag von 10 bis mindestens 16 Uhr laufen die Wettkämpfe in der Burgherrenhalle Hohenecken. Von 10 bis 13 Uhr sind die Pfalzliga-Schützen an der Reihe, ab 14 Uhr die Oberligisten. Am Sonntag ab 8.45 Uhr startet die Jugendrunde.

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