Kaiserslautern
„Tante Frieda 4.0“: Ganzjährig frisches Eis aus dem Automaten
Es soll ja Menschen geben, die auch im Winter nicht auf die süße Verführung verzichten wollen. Christina und Robin Bühler gehören zu jenen Eisliebhabern, bei denen die Außentemperatur keine Rolle spielt. „Eis geht immer!“, lautet ihr Slogan, bei dem sie es nicht haben bewenden lassen. Die Bühlers haben daraus ein Geschäft gemacht und ihre Firma „Tante Frieda 4.0“ samt des türkisfarbenen, immer zugänglichen Eisautomaten auf den Weg gebracht.
Neun „Tante Friedas“ gibt es bereits. Zwei Mitarbeiter wurden eingestellt, die sich täglich um die Befüllung der Automaten kümmern. Die Standorte sind von Kaiserslautern über Hochspeyer und Enkenbach-Alsenborn bis hin nach Kirchheimbolanden und Albisheim im Donnersbergkreis sowie ins rheinhessische Alzey verstreut. Vier Geräte kommen in den nächsten Tagen in Mehlingen, Otterberg, Kindsbach und Oberwiesen dazu. „Ein weiterer Platz ist noch unklar“, berichten die Bühlers, die beide aus Alzey stammen. Es gebe durchaus direkte Anfragen von Kunden oder von Ortsgemeinden mit der Bitte, hier oder dort noch einen Automaten aufzustellen.
Erster Automat 2022 in Betrieb genommen
Entstanden ist die Idee, Eisbecher rund um die Uhr an Automaten zur Verfügung zu stellen, aus ihrer eigenen Leidenschaft. „Wir essen super gerne Eis“, erzählt das Paar, das es immer schade fand, wenn im Winter die Eisdielen geschlossen hatten. Supermarkteis sei kein echter Ersatz. Also haben die beiden Betriebswirtschaftler 2021 den Entschluss gefasst, selbst Eis anzubieten und den Einkauf obendrein rund um die Uhr zu ermöglichen.
Im Folgenden haben sich die beiden informiert, getestet, abgeschmeckt, Eismanufakturen besucht – und ja, dabei auch ein bisschen zugenommen, wie Robin Bühler (34) lachend gesteht. 2022 war alles fix, es ging los. Die ersten technisch ausgetüftelten Eisautomaten fanden ihren Standort unter anderem in der Rütschhofstraße Kaiserslautern, direkt am Büro von „Tante Frieda 4.0“.
Bei „Tante Frieda“ gibt’s sogar Spaghettieis
Ob es wohl in der Familie eine gleichnamige Tante gibt, die als Inspiration für die Benennung der Firma diente? „Nein“, schüttelt Christina Bühler (31) den Kopf. Der Name sei eher eine Anlehnung an das gute alte Tante Emma Lädchen, das auf dem Land lange Jahre eine Institution war. Der Zusatz 4.0 stehe für die heutige Zeit, für die Technik in den Automaten.
Das Eis lässt sich dem Automaten übrigens nur bargeldlos entlocken. Von der klassischen Vanille über das Schokoeis und das vegane Sorbet bis hin zu ziemlich gewagt klingenden Kompositionen ist die Auswahl groß, die Sorten werden von den Bühlers immer wieder angepasst. „Wir haben tatsächlich über die sozialen Medien viel Kontakt zur Kundschaft“, ist es den beiden wichtig, auf die Wünsche der Nutzer einzugehen. So hält „Tante Frieda“ auch Spaghettieis parat. „Ein wirklicher Renner“, betonen sie.
Strawberry-Cheesecake und Joghurt-Erdbeere-Schoko
Auf dem bisherigen Erfolg wollen sich die Firmenbesitzer aber nicht ausruhen – es wird weiter getestet und experimentiert. „Jetzt ist im Spagettieis auch gefrorene Sahne drin“, erzählt Robin Bühler von einer der Neuerungen – und verweist auf weitere. So gibt es beispielsweise auch Kaffee-Schoko mit Karamellkern, Strawberry-Cheesecake oder Joghurt-Erdbeere-Schoko. Wer vor einem der „Tante-Frieda“-Automaten steht, hat also die Qual der Wahl. Auffällig: Ein Teil der Sorten steckt im Becher mit dem Label „Tante Frieda“, andere tragen die Aufschrift „Allgäuer Eismanufaktur“.
„Das ist unser Partner. Mit dem arbeiten wir zusammen, beziehen einige der Sorten von dort“, erzählt Robin Bühler, dass bei der Suche nach den richtigen Eispartnern die Wahl auf das Allgäu und den dortigen Einsatz von Bio-Heumilch gefallen sei. Randnotiz: Hinter dieser Manufaktur steht eine Familie Soravia. Auch wenn die Verwandtschaftsverhältnisse nicht geklärt sind: Der Name stand in Kaiserslautern über lange Jahre für feines Eis.
Namen der Manufaktur wird nicht verraten
Wo genau das Eis für die mit „Tante Frieda“ gekennzeichneten Bechern gefertigt wird, wollen die Bühlers auch auf mehrmaliges Nachfragen nicht verraten. Es sei eine kleine Manufaktur in der Nähe, die Bio-Milch aus der Region verwende und bei der es vor allem um die etwas ausgefalleneren Sorten gehe. Mehr Infos möchten die beiden nicht liefern – die Konkurrenz lauere nur, sagen sie als Erklärung.
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