Kaiserslautern
Stefan Becht übernimmt die Kriminaldirektion – Kommissariat für Cyberkriminalität geplant
„Eine herausfordernde, eine anspruchsvolle Aufgabe“, nannte Becht in seiner Ansprache bei einer Feierstunde am Montagmittag seinen neuen Arbeitsbereich im Polizeipräsidium Westpfalz. Seit fünf Wochen ist er im Dienst, er habe eine „gut funktionierende Kriminaldirektion übernommen“, sagte er.
Die Kriminaldirektion Kaiserslautern gliedert sich in zwei Teilbereiche, in die Kriminalinspektion (KI) und in die Zentrale Kriminalinspektion (ZKI). Die KI ist für mittlere Kriminalität in der Zuständigkeit der Polizeidirektion Kaiserslautern zuständig, die ZKI wird bei Schwer- und Schwerstkriminalität in der kompletten Westpfalz tätig.
„Ich bin Südpfälzer, wir sind offen“
Becht stammt aus der Südpfalz, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine geografische Herkunft habe auch direkte Auswirkungen auf seinen Führungsstil, sagte der 47-Jährige: „Ich bin Südpfälzer, wir sind offen.“ Er wolle seinen Mitarbeitern immer „fair, respektvoll und gesprächsbereit“ entgegen treten. „Ich bin kein lauter Typ“, unterstrich Becht.
Seine Karriere bei der Polizei begann im September 1995, vor seiner Berufung nach Kaiserslautern war er Chef der KI in Landau, hat im Mainzer Innenministerium gearbeitet sowie die ZKI beim Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen geleitete. Wenn er nicht gerade Polizeiarbeit macht, fährt er gerne Mountainbike, spielt Tennis und bereist mit seiner Frau gerne Städte. Oben auf der Liste: Bamberg.
In den vergangenen Jahren sei mit Blick auf die begangenen Straftaten eine stetige Zunahme bei Vergehen und Verbrechen zu beobachten, bei denen das Internet als Tatmittel eine Rolle spiele. Die Anzahl der Gewaltverbrechen und der Einbruchsdiebstähle gehe zurück, gleichzeitig nehme die Cyberkriminalität immer mehr zu. Das sei wenig verwunderlich, da die „Digitalisierung der Lebenswirklichkeit“ immer weiter fortschreite, sagte Becht und nannte die Schlagwörter „Google Maps“, Schrittzähler, Park-Apps und allen voran das Smartphone. So verlagerten sich die Täter auch immer weiter in die digitale Welt.
Die Polizei müsse dem mit Umstrukturierungen begegnen, Becht nannte beispielsweise die Einrichtung neuer Kommissariate als Beispiel. Er wolle den Wandel transparent gestalten und die „Mitarbeiter mitnehmen“, unterstrich er. Bei allem Wandel mahnte er aber auch, die analoge Kriminalität nicht aus dem Blick zu verlieren. „Die verschwindet nämlich nicht.“
„Ansprüche der Bevölkerung wachsen“
„Du bist der Richtige für den Job.“ Mit diesen Worten begrüßte der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Westpfalz, Christof Gastauer, den neuen Mann an der Spitze der Kriminaldirektion, der die KD „in Zeiten des Wandels“ übernehme. Auf Becht warteten „neue Kriminalitätsphänomene“ und damit „neue Herausforderungen“, etwa mit Blick auf die Auswertung und die Analyse von digitalen Daten und die steigende Komplexität bei Ermittlungsaufgaben. „Die Ansprüche der Bevölkerung wachsen“, sagte Gastauer.
„Ein Guter. Der kann was.“ Das habe der Flurfunk zu Stefan Becht vermeldet, als der Name als neuer KD-Leiter die Runde machte, berichtete Peter Adler vom Gesamtpersonalrat des Polizeipräsidiums Westpfalz. Er bot Becht „ein offenes Ohr“ vonseiten des Personalrates an.
Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung setzte die Combo des Landespolizei-Orchesters Rheinland-Pfalz mit Thomas Humm (Keyboards), Joachim Lösch (Trompete) und Florian Werther (Kontrabass). Der Leiter der ZKI Kaiserslautern, Magnus Schröder, hatte eingangs begrüßt.