Kaiserslautern stadtleben: Mit Mikrofon und Mischpult

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Wenn sich am Mittwochabend (18.30 Uhr) die Tribüne in der Barbarossahalle füllt und die ersten Mannschaften wieder Hallenluft schnuppern, sitzt Udo Schuff in der Sprecherkabine und heizt dem Publikum ein. Als Hallensprecher begleitet der 64-jährige Prokurist die 37. RHEINPFALZ-Stadtmeisterschaften am Mikrofon. Schuff weiß, welche Knöpfe er drücken muss, damit das Publikum richtig mitgeht. Schließlich blickt der Kaiserslauterer auf 17 Jahre Erfahrung als Stadionsprecher beim 1. FC Kaiserslautern zurück: „Ich wurde zusammen mit Horst Schömbs eingestellt. Das war noch die Ära von Norbert Thines und Fritz Fuchs.“ Danach ging es für fünf Jahre zu den Rollstuhlbasketballern der Rolling Devils. „Das hat großen Spaß gemacht, da war die Halle ja auch immer mit 500 Leuten voll.“ Aber auch bei einem routinierten Mann wie ihm geht es nicht ohne Vorbereitung. „Mir obliegt ja die musikalische Untermalung und für die Spiele natürlich auch“, so Schuff. Auf seiner Playlist steht alles, was Rhythmus hat, alte Gassenhauer genauso wie die „vielen schönen neuen Sachen“. Hauptsache, das Publikum feiert mit. Den Queen-Klassiker „We will rock you“ möchte er sich dann aber doch für den entscheidenden Turniertag, den Samstag, aufheben. Der passende Kracher, wenn es um alles geht. Immer flexibel bleiben, die Stimmung aus der Halle aufnehmen und darauf reagieren: Das ist seine Devise, wenn er den Regler am Mischpult aufdreht. Dagegen ist es nicht seine Sache, Spielerkader auswendig zu lernen: „Da gibt es keine feste Größe, man kann nie genau sagen, wer spielt, das ändert sich ja oft noch.“ Einen Blick auf die voraussichtlichen Aufstellungen hat er aber schon einmal riskiert. Und sich einen einfachen Trick überlegt: „Wenn die Namen zu kompliziert sind, haben wir uns darauf geeinigt, dass ich die Spieler nur mit dem Vornamen anspreche“, verrät er. Kandidaten, die nicht jedem spielend leicht über die Lippen kommen, dürfte es genug geben. Als Vorstandsmitglied des ESC West Kaiserslautern hofft er „auf ein gutes Abschneiden“ seiner Truppe, wohl wissend, dass die Favoriten andere sind: „Wir wollen den Leuten zeigen, dass der ESC West wieder da ist.“ Dann wäre nicht nur auf der Tribüne die Stimmung gut. (snk)

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