Kaiserslautern stadtgespräch:

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Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, eigentlich noch eine Parkscheibe im Auto? Nein, ich spreche nicht von den Parkscheinen, die sich oftmals nach Gebrauch im Fußraum des Autos sammeln. Nein. Es geht um die blauen Parkscheiben, die hinter die Windschutzscheibe gelegt werden, um anzuzeigen, wann man denn das Auto geparkt und verlassen hat. In den vergangenen Jahren, mit der Zunahme der bewirtschafteten Parkflächen (neudeutsch für: Plätze, auf denen man fürs Parken zur Kasse gebeten wird), ist die blaue Pappscheibe ein wenig in der Versenkung (des Handschuhfachs) verschwunden. Ab sofort gehört sie zur unverzichtbaren Ausrüstung – neben Einkaufswagenchip und Klappbox - für eine Tour durch die Discounter. Penny, Netto und bald auch Aldi wollen sie wieder sehen, die Parkscheibe. Und damit Parker, die gar nicht einkaufen, von ihren Parkplätzen fernhalten. Sie haben noch eine Parkscheibe? Echt? Gut. Nächsten Samstag erläutern wir dann, wie das Gerät richtig eingestellt wird … Diese Woche konnte sich die Lokalredaktion der RHEINPFALZ nicht über mangelnde Zuschriften beklagen. Das Thema der neuerdings für Nicht-Einkäufer stark kostenpflichtigen Discounter-Parkplätze erhitzte die Gemüter. Von Abzocke war die Rede, aber auch von Verständnis für die Supermärkte, untermauert mit der Analogie, dass es die wenigsten Privatleute duldeten, dass auf ihrem Grund und Boden kostenfrei und langfristig geparkt wird. Ich will keine Lanze für die eine oder andere Sichtweise brechen, allerdings finde ich die Art und Weise der Parkplatzbewirtschaftung – und genau das schilderten uns viele Leser und auch Anrufer – fragwürdig. Die Infopolitik der Unternehmen war, gelinde gesagt, etwas unglücklich. Dazu gehören etwa die Bierdeckel großen Hinweistafeln. Komisch: Die Werbeflyer der Supermärkte sind selten so unübersichtlich, oder? Eine verlässliche Auskunft aus der Führungsetage der Stadtverwaltung zu bekommen war diese Woche schwieriger als alle Straßen der Stadt alphabetisch aufzusagen. Oberbürgermeister Klaus Weichel? In Urlaub. Stadtbeigeordneter Peter Kiefer? Ebenfalls in den Ferien. Nur zur Klarstellung: Dass die beiden Urlaub machen (müssen) irgendwann im Jahr, ist völlig klar und keinesfalls zu kritisieren. Sie haben sich die freien Tage nebst Erholung verdient, wie sich das auch alle anderen Arbeitnehmer im Lande verdient haben. Aber dass dann die Pressestelle der Stadt mit dem Weggang der beiden in einigen Fällen die Hände gebunden sind – oder besser, um im Bild zu bleiben: der Mund zugeklebt ist – , weil sie keine verlässliche Auskunft geben (dürfen oder können), das ist ein äußerst schwaches Bild für eine Stadt wie Kaiserslautern. Zum Schluss noch ein Lob. Die Staatsanwaltschaft in Kaiserslautern macht nicht mit bei Ermittlungen, bei denen dem mutmaßlichen Täter die Todesstrafe droht. Gut so. So geschehen im Fall des höchstwahrscheinlich erdrosselten US-Militär-Angehörigen, den im vergangenen Dezember die Polizei als Beifahrer tot im Auto eines alkoholisierten Fahrers fand. Dem Fahrer von damals wird ab Januar der Prozess gemacht, wurde diese Woche bekannt. Die Lauterer Staatsanwaltschaft, die damals zu Anfang die Ermittlungen führte, rückt Beweismittel in der Sache nicht heraus. Eben aus dem Grund, dass einem verurteilten Mörder in den USA die Todesstrafe drohen kann. Vor dem Hintergrund, dass zwei Hinrichtungen mit der Giftspritze in den USA in diesem Jahr bereits schiefgingen und die Delinquenten minutenlang Qualen erlitten, ist die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, die sich auf höchstrichterliches, deutsches Recht stützt, noch mehr zu begrüßen.

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