Kaiserslautern STADTGESPRÄCH :
Es macht Spaß, Menschen kennenzulernen, die anderen Menschen helfen – ganz gleich, in welchem Bereich die Helfer engagiert sind. Von der Altenhilfe über die Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr bis hin zu Angeboten für Arme. Und da noch immer Menschen aus ihrer Heimat nach Deutschland flüchten, steigt auch die Zahl an Projekten mit Flüchtlingen, die deren Integration fördern wollen – oder einfach nur nett zu den Neuankömmlingen sind. Das können private Initiativen sein, wie die drei jungen Frauen aus Kaiserslautern, die für heranwachsende Flüchtlinge und geflüchtete Kinder Willkommenspakete sammeln und verteilen, aber auch verwaltungsübergreifende Projekte, wie im Wald bei Wiesenthalerhof. Dort arbeiten Behörden und Einrichtungen, die sonst eigentlich keine Berührungspunkte haben, zusammen: Neben Forst- und Jugendamt sind die Neue Arbeit Westpfalz des Ökumenischen Gemeinschaftswerks und der Arbeits- und Sozialpädagogische Dienst an Bord. Wenn am Ende des gemeinsamen Wegs ein herausgeputzter Spielplatz am Vogelwoog entstanden ist, ist das für alle erfreulich: Die jungen Flüchtlinge und die Langzeitarbeitslosen lernen sich kennen und verbessern ihre handwerklichen Fähigkeiten, Familien und Ausflügler freuen sich über den Spielplatz und die Verantwortlichen haben wichtige Erfahrungen für weitere gemeinsame Integrationsprojekte gewonnen. Da dürften einige Wahlkämpfer aber aufgeatmet haben: Nach dem kurzen Winterintermezzo am Dienstag hat sich das Wetter eingependelt – zwar kühl, aber immerhin trocken. So lässt es sich in der Fußgängerzone am Infostand oder beim Klinkenputzen besser aushalten. Nasskalt ist ja schon deutlich unangenehmer ... Außerdem hat das Wetter der vergangenen Wochen auch an zahlreichen Wahlplakaten seine Spuren hinterlassen, sie umgeknickt oder weggeweht. „Ein Glück“, sagt da sicher manch einer, der die mal kompetent, mal entschlossen lächelnden Gesichter an den Straßenlampen nicht mehr sehen möchte. Ihnen – aber auch den Wahlkämpfer – sei gesagt: Halten Sie durch! Morgen in zwei Wochen ist alles vorbei. Gut, zweieinhalb Wochen, bis die Plakate dann wirklich aus dem Straßenbild verschwunden sind. Mit der Bürgerbeteiligung ist das für die Regierenden immer so eine Sache. Auf der einen Seite ist man froh über Ideen, die nur den Menschen kommen, die nicht gleich eine „Das geht nicht“- oder eine „Wer soll das alles bezahlen“-Schranke im Kopf haben. Auf der anderen Seite machen gerade solche Ideen natürlich eine Menge Arbeit, oft sind auch nicht alle umzusetzen. Das muss man den Bürgern dann im Dialog erklären. Die gut besuchte Zukunftswerkstatt in der Siedlung Grubentälchen hat viele Anwohner angelockt und Anregungen hervorgebracht. Das Projekt könnte auch eine Blaupause für das ehemalige Pfaff-Gelände sein ... Mit vielen Ideen sind die Organisatoren von „Start-up Westpfalz“ im Oktober gestartet – und auch fast ein halbes Jahr danach noch voller Elan: Vereinsgründung, Sommerfest und der erste Südwest-Pitch in Kaiserslautern sind in Vorbereitung, regelmäßige Treffen finden seit Januar statt. Jetzt gilt’s, „Start-up Westpfalz“ auch über Kaiserslautern und die Pfalz hinaus bekanntzumachen. Um neue Gründungswillige, aber auch – und vor allem – noch weitere Investoren anzulocken.