Kaiserslautern
Spende rettet den Japanischen Garten vorerst
Anders als beispielsweise die Gartenschau Kaiserslautern oder der Rosengarten Zweibrücken wird der Japanische Garten von einem Verein geführt. Seine einzigen Einnahmen sind „Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsorengelder“, erläuterte Ralf Kammer, Vorsitzender des Vereins Japanischer Gartens Kaiserslautern, im Oktober 2025 gegenüber der RHEINPFALZ. Dass es von der Stadt Geld gab, 50.000 Euro im Jahr, ist lange her.
Die Zahl der Besucher sei ebenso wie die der Vereinsmitglieder – derzeit gut 1100 – über die Jahre stetig gestiegen. Doch auch mit ungefähr 60.000 Besuchern und rund 500.000 Euro Umsatz jährlich könne sich der Garten langfristig nicht über Wasser halten. Denn die laufenden Ausgaben sind laut Kammer ungefähr genauso hoch. Und da etliche Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten nach über einem Vierteljahrzehnt nötig sind, gar nicht zu reden von einer Fortentwicklung, braucht der Garten Unterstützung, appellierte Kammer im Herbst vergangenen Jahres. Er klopfte bei der Stadtverwaltung an und machte die Politik aufmerksam. Er führte Gespräche mit Oberbürgermeisterin Beate Kimmel sowie der Finanzabteilungsleiterin und wandte sich an die Stadtratsfraktionen.
Mit Erfolg. Am Mittwoch vergangener Woche bekam der Garten einen Spendenscheck in Höhe von 200.000 Euro von der Sparkasse Kaiserslautern überreicht. „Am Montag davor gab es das offizielle Okay von der Sparkasse“, freut sich der Vereinsvorsitzende. Und verrät, dass dem Verein bereits um die Jahreswende eine Spende in Aussicht gestellt worden war, „doch wir mussten uns in Geduld üben. Denn wir kannten lange nicht den Spender.“ Die Höhe des Geldsegens stand aber bereits im Raum. Und tatsächlich habe er nicht wirklich daran gezweifelt, dass es am Ende doch nichts wird mit der Spende, gibt Kammer zu.
Der Pachtvertrag fürs Gelände muss nun verlängert werden
Und so sei der nächste Schritt, den Kammer unternehmen wird, die Beantragung der Pachtverlängerung, kündigt er erleichtert an. Denn das 13.200 Quadratmeter große Gelände des Gartens, der nach zweieinhalb Jahren Bauzeit 2000 eröffnet wurde, gehört der Stadt. Der 1998 geschlossene Pachtvertrag geht über 30 Jahre, läuft also Ende 2028 aus. „Und spätestens zwei Jahre vorher müssen wir die Verlängerung des Vertrags beantragen. Also bis Ende 2026.“ Deshalb hatte Kammer Alarm geschlagen. Denn eine Pachtverlängerung mache nur Sinn, wenn auch der Fortbestand des Gartens gesichert ist, erklärte er im Herbst.
Ziel sei nun, „den Garten über das Jahr 2028 hinaus zu erhalten“. Die Spende der Sparkasse sei auf zwei Jahre, 2026 und 2027, angelegt. Der Verein muss danach also erneut schauen, wie er sich weiter finanziert. Kammer ist jedoch optimistisch. „Der Garten hat für Frau Kimmel einen hohen Stellenwert“, ist er sich auch weiterer Unterstützung sicher. Die OB selbst formuliert, der „Japanische Garten ist ein Kleinod, für das Kaiserslautern international unter Kennern bekannt ist, und ein wichtiges touristisches Ziel in Kaiserslautern“. Deshalb „hatte und hat seine dauerhafte Sicherung für mich höchste Priorität“, betont sie. Mit dem Verein hatte sie „nach allen Seiten die Fühler ausgestreckt und um Unterstützung geworben“.
Mit der Spende werde der Verein Japanischer Garten nun erst einmal weiter agieren. Doch langfristig kann sich Kammer auch eine andere Rechtsform vorstellen. Das könnte beispielsweise eine städtische Tochter sein. Wie der Zweibrücker Rosengarten oder früher die Gartenschau, bis 2009 die Lebenshilfe Westpfalz eingestiegen ist, die sich seitdem federführend um den Betrieb kümmert. „Aber wir werden nicht unter das Dach der Gartenschau gehen, auf keinen Fall!“, betont Kammer vehement. „Wir wollen uns allein auf den Japanischen Garten konzentrieren! Und nicht noch andere Dinge übernehmen wie die Lebenshilfe, zum Beispiel eine Waschanlage oder einen Gastro-Betrieb.“
Langfristige Finanzierung durch eine Betreiberfirma mit anderen Parks?
Vorstellen kann sich Kammer aber, dass der Japanische Garten in „eine Betreibergesellschaft“ geht. Und nennt als Beispiel Berlin: „Die Stadt hat die Grün Berlin GmbH gegründet“ und verwaltet darunter ihre Gärten und öffentlichen Räume. In eine solche Lauterer Betreibergesellschaft könnten laut Kammer neben dem Japanischen Garten auch „der Zoo, der Tierpark, der Volks- und auch Stadtpark“ führt er beispielhaft an.
Erst einmal stehen jedoch ganz konkrete Aufgaben für den Verein an. „Wir werden endlich die lange geplante barrierefreie WC-Anlage bauen“, kündigt der Vereinsvorsitzende an; bereits im Mai soll Richtfest sein. Die verschlinge schon allein rund 100.000 Euro. Doch der Verein hat neben den 200.000 Euro von der Sparkasse noch eine weitere Spende erhalten: 25.000 Euro von der Bau AG, verrät Kammer, seit rund zehn Jahren dort angestellt. Außerdem haben die drei Wasserpumpen für die Kaskaden am Teich ihre Lebenszeit ausgereizt und müssen ausgetauscht werden. „In diesem, spätestens im nächsten Jahr.“ Rund 20.000 Euro koste dies voraussichtlich, überschlägt er; denn als damaliger städtischer Mitarbeiter habe Kammer, gelernter Gartenbautechniker, beim Anlegen des Gartens daran mitgebaut.
Für eine Halle reicht das Geld bei Weitem nicht
Erneuert werden müsse auch die Terrasse am Imbiss, „zum Ende des Jahres voraussichtlich“. Schon lange überfällig ist die Überholung der Wege: Eine wassergebundene Decke sei wartungsintensiv.
Nur ein Traum bleibe vorerst jedoch eine Halle, für Veranstaltungen auch bei schlechtem Wetter: „Dafür reicht das Geld nicht!“, macht Kammer klar. „So ein Bau geht in den siebenstelligen Bereich.“ Realistischer sei die Installation einer PV-Anlage, um Stromkosten zu sparen, zum Beispiel für die energiefressenden Wasserpumpen. Konkrete Zahlen habe er dazu aber noch nicht.
Neben den üblichen zahlreichen Events im Garten – gerade sei die Kirschblüte in den letzten Zügen, „jetzt blüht die Kaiserkirsche“ – will der Verein in diesem Jahr zum Stadtjubiläum verschiedene Veranstaltungen anbieten. Diese seien aber noch nicht ausgearbeitet. Eine kleine Überraschung hat der Japanische Garten aber bereits: „Jeder 750. Besucher bekommt freien Eintritt. Jetzt am Wochenende hatten wir den ersten“, seit Saisoneröffnung am 28. Februar. Und Kammer rechnet bei dem Wetter schon demnächst mit dem zweiten Glückspilz.