Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Sophie-Miyo Kersting verzaubert mit Songs aus Anime-Filmen

Sophie-Miyo Kersting singt und spielt Titel aus Anime-Filmen.
Sophie-Miyo Kersting singt und spielt Titel aus Anime-Filmen.

In einem „Anime“-Konzert stellte die junge Sängerin und Pianistin Sophie-Miyo Kersting am Samstag in der Fruchthalle Songs aus japanischen Anime-Filmen vor.

„Für mich sind viele Kindheitserinnerungen mit diesen Filmen verbunden“, erzählte Sophie-Miyo Kersting, die in Kaiserslautern geboren und aufgewachsen ist und aktuell eine Musicalausbildung in Hamburg abschließt. Parallel ist sie in Kaiserslautern und Berlin mit ihrem „Ghibli“-Programm aufgetreten und hat auch bereits in kleineren Rollen in „Tatort“-Produktionen mitgewirkt. Anschließend plant sie, noch eine klassische Gesangsausbildung zu absolvieren.

Kersting: „Im deutschsprachigen Raum sind diese typisch japanischen Zeichentrickfilme außerhalb der Bubble kaum bekannt. Da meine Mutter Japanerin ist, habe ich einen starken Bezug zur japanischen Kultur. Ich habe für mein Konzert die bekanntesten Titel aus Filmen der 2000er Jahre ausgesucht. Und anders als Disney-Zeichentrickfilme sind die japanischen Anime für Kinder und Erwachsene gedacht; sie haben eine eigene, magische Welt.“

Eine bezaubernde Stimme

Dieser besondere Stil war auch in der Musik zu spüren, die sogleich an Filmmusik erinnerte. Glockenklar und hell, auch in der Höhe volltönend sang Kersting mit ihrem warmen lyrischen Sopran das erste Lied, den Titelsong von „Prinzessin Mononoke“, und begleitete sich dazu am Flügel.

Auch in der Mittellage fesselte die Stimme der jungen Sängerin: Dunkel und warm sang sie zu leise perlenden Akkorden das Lied „Der Name des Lebens“ aus dem Animefilm „Chihiros Reise ins Zauberland“. Ihre Stimme blühte in der verträumten Ballade immer wieder hell und doch voll auf. Auch der folgende Titel „Erneut“ aus dem gleichen Film verzauberte. Auffallend war die Tongebung der jungen Sängerin: Sie verzichtete auf Vibrato und sang die Lieder sehr direkt, mit leicht und linear geführter Stimme. Dann aber änderte sich ihr Ausdruck: Eine Aufbruchstimmung kam auf, auch durch die angeregten Akkorde der Klavierbegleitung. Eine bewegte Erzählung mit fast kindlicher Stimme, hoch und hell, untermalt von hauchzarten Akkorden, war „Immer und immer wieder“, sehr anrührend und von ätherischer Klarheit und Unschuld.

Visuelle Unterstützung

Zu den Liedern waren passende Bilder aus den dazugehörenden Zeichentrickfilmen groß über Sophie-Miyo Kersting eingeblendet, die in einem traditionellen japanischen Kimono am Flügel saß.

Die junge Musikerin trat auch als Solopianistin hervor. In der „Fantasie für Nausicaä“ aus „Nausicaä aus dem Tal der Winde“ änderte sie den Ausdruck ihres Spiels nach einem kraftvollen Auftakt abrupt hin zu einer träumerisch-selbstvergessen vor sich hin perlenden Weise, in die immer ein Nachhall wie Töne aus weiter Ferne integriert war.

Wie eine Erzählung aus mystisch-ferner Zeit, kühl und magisch, wirkte „Terus Lied“ aus den „Chroniken von Erdsee“. Drachenbilder und entrückte Klavierakkorde begleiteten den malerischen Sprechgesang der Interpretin in dieser elegischen Ballade aus einer anderen Welt. Ein dunkles Trauerlied war das „Lied der Zeit“ aus dem gleichen Animefilm.

Mit zwei Titeln aus „Das wandelnde Schloss“ ließ die junge Sängerin ihre bunte Reise durch die Welt der japanischen Animefilme ausklingen.

x