Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel So war der Auftritt des CDU-Spitzenkandidaten Gordon Schnieder in der Kammgarn

Bildung, Gesundheit, Sicherheit, Finanzen: Mit diesen Themen setzte sich CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder auseinander.
Bildung, Gesundheit, Sicherheit, Finanzen: Mit diesen Themen setzte sich CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder auseinander.

Endspurt im Wahlkampf: Die CDU schwört sich in der Kammgarn auf den angestrebten Regierungswechsel in Mainz ein. Neben politischen Botschaften gibt es auch jede Menge Musik.

Nein, er möchte nicht nur an die Tür der Staatskanzlei klopfen. Er möchte die Tür aufreißen, den bisherigen Hausherrn vertreiben und selbst einziehen. Vielleicht singt Gordon Schnieder deshalb so inbrünstig mit, als das Lied „Knockin' on Heaven’s Door“ auf der Bühne gegeben wird.

Der groß gewachsene CDU-Spitzenkandidat steht am Mittwochabend am Rand des Casinos, wartet auf seinen Auftritt. Rund 180 Menschen sind gekommen, verteilen sich auf die Reihen und die hinten aufgebauten Stehtische. Die Stimmung ist gut, locker gar, Bier und Limo werden gereicht, Krawatten sind kaum zu sehen, auch nicht bei Schnieder und den Direktkandidaten.

Auf der Bühne läuft noch das Vorprogramm, moderiert von der Chefin der Stadt-CDU, Ursula Düll. Sängerin Sabrina Roth und Gitarrist Knut Bausch bestreiten als Duo „Acoustic Treasures“ das Vorprogramm – und erhalten kurz nach 19 Uhr Verstärkung. Landrat Ralf Leßmeister hat seine Gitarre mitgebracht und unterstützt gekonnt die beiden Musiker, auch gesanglich. Neben dem Bob-Dylan-Klassiker ist auch das zweite Stück, „Country Roads“, gut gewählt. Seit Jahresbeginn sei er 25.000 Kilometer auf den Straßen des Landes unterwegs gewesen, wird Schnieder kurze Zeit später berichten.

Um kurz vor halb acht ist es dann soweit, Schnieder betritt unter Jubel die Bühne. Dass er für seine Anhänger der beste Mann fürs Ministerpräsidentenamt ist, macht auch die musikalische Untermalung klar: „The Best“. Und der Mann aus der Eifel weiß, was sein Publikum hören möchte. „Wir werden stärkste Kraft“, ruft er von der Bühne. Dass das der Saal genauso sieht, ist nicht zu überhören – und nicht zu übersehen. „Altmaier, Kohl, Vogel, Gordon“ steht auf einem der vorbereiteten Schilder, die das Publikum in die Höhe reckt. Stärkste Kraft würde das Amt des Ministerpräsidenten für Schnieder bedeuten, er stünde dann in der Reihe mit den anderen CDU-Landesvätern.

Eine gute halbe Stunde spricht Schnieder über das, was er mit einer CDU-geführten Landesregierung ändern möchte. Im Zentrum stehen vier Themen: Bildung, Gesundheit, Sicherheit und Finanzen. Er spricht sich aus für ein verpflichtendes Vorschuljahr, damit alle Kinder „von Schultag eins an Deutsch sprechen“, und gibt eine Grundschulgarantie, eine Betreuung von acht bis 14 Uhr inklusive Mittagessen. Bei der Gesundheitspolitik müsse „die Grundversorgung in der Fläche“ sichergestellt sein. Im Norden des Landes, in Schnieders Heimat, sei diese gerade durch ein Krankenhaus-Sterben massiv bedroht. Dem Nachwuchsmangel bei Medizinern will Schnieder mit einer zweiten medizinischen Fakultät „im Süden des Landes“ begegnen. „Es kann auch die Sozialdemokraten nicht glücklich machen, dass die jungen Menschen nicht mehr ausgebildet werden“, ruft Schnieder.

Sicherheit: Lob für CDU-Bürgermeister Manfred Schulz

Beim Thema Sicherheit will der CDU-Spitzenkandidat auf mehr Polizei auf den Straßen und auf KI-gestützte Videoüberwachung setzen. „Datenschutz darf kein Täterschutz sein“, findet Schnieder, lobt Kaiserslauterns Bürgermeister Manfred Schulz ausdrücklich für seinen Vorstoß der Überwachung rund ums Rathaus. Der „Messer-Kriminalität“, in den Augen Schnieders eine „zugewanderte Kriminalität“, müsse Einhalt geboten werden. Wer „messerkriminell“ werde, der habe „das Land wieder zu verlassen“.

Die finanzielle Unterversorgung der Kommunen sei „strukturell“ und ein „hausgemachtes Problem“. Dabei sei, so Schnieder, genügend Geld da. „Wir haben kein Einnahmen-Problem, wir haben ein Prioritätenproblem.“

Zwischendrin lässt Schnieder keinen Zweifel daran, wen er für die ganzen Baustellen im Land verantwortlich macht: die SPD. Nach 35 Jahren in Regierungsverantwortung sei es an der Zeit für einen Wechsel. „Die Leute merken das“, habe er beobachtet auf seinen Reisen durchs Land.

Unterstützen bei seinem Vorhaben möchten Schnieder die drei CDU-Direktkandidaten in den drei Wahlkreisen der Region, Norbert Herhammer, Markus Klein und Marc Fuchs. Er habe schon viele Fernsehduelle gesehen, aber „keins, das so klar gewonnen wurde“, lobte Fuchs seinen Spitzenkandidaten.

Es sind nur noch wenige Tage bis zum Wahltag. Die sind, erwartungsgemäß vollgepackt für den Spitzenkandidaten. Alle 52 Wahlkreise im Land will er besuchen. Er hatte Zweifel, dass er alle schaffen kann, beinahe wäre sogar sein eigener hinten runtergefallen. Dort spricht er aber noch mal am Samstag vor der Wahl, berichtet er dem Publikum. Bevor er dann am Tag darauf vor der Tür der Staatskanzlei stehen möchte.

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