Kaiserslautern Slevogt-Saal neu bestückt

Der Sommer kommt: Hans Purrmanns „Bodenseelandschaft mit badenden Jungen“, jetzt im Slevogt-Saal zu sehen.
Der Sommer kommt: Hans Purrmanns »Bodenseelandschaft mit badenden Jungen«, jetzt im Slevogt-Saal zu sehen.

Der Slevogt-Saal der Pfalzgalerie ist neu bestückt. Die bisher dort gezeigten Gemälde aus dem Museumsbestand wanderten aus Anlass des 150. Geburtstags von Max Slevogt in die aktuelle Sonderausstellung. Diese wird heute, 19 Uhr, eröffnet.

Zum 150. Geburtstag des Pfälzer Künstlers Max Slevogt zeigt das Museum eine umfassende Ausstellung mit Gemälden und Graphiken aus den Beständen des Museums. Die bisher im Slevogt-Saal gezeigten Gemälde wandern nun in die Sonderausstellung. Dort werden sie mit einigen anderen Bildern und graphischen Blättern, wie zum Beispiel den Illustrationen zu James Fenimore Coopers „Lederstrumpf“ oder den Lithographien zum „Leben des Benvenuto Cellini“, in einem erweiterten Kontext zu sehen sein. In einer kleinen, aber feinen Werkschau präsentiert das Museum daher im Slevogt-Saal ab sofort Gemälde von Hans Purrmann (1880 bis 1966), Albert Weisgerber (1878 bis 1915) und Oskar Moll (1875 bis 1947). Hans Purrmann zählt zu den bedeutenden deutschen Malerpersönlichkeiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Geboren 1880 in Speyer, führte ihn sein Weg über Karlsruhe, München und Berlin im Jahr 1905 nach Paris, wo sich die wichtigsten, richtungsweisenden Künstler der Zeit trafen. Maßgebend für seine weitere Entwicklung war unter anderem eine innige Freundschaft mit Henri Matisse. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs verlor Purrmann seine Wohnung und seinen Besitz; er lebte fortan in Berlin beziehungsweise Langenargen am Bodensee und avancierte zu einer angesehenen Künstlerpersönlichkeit. Eine „Bodenseelandschaft“ und eine „Innenansicht der Pfarrkirche Langenargen“ sind in der Ausstellung präsent. Albert Weisgerber, geboren 1878 in St. Ingbert und 1915 bei Ypern in Belgien mit 37 Jahren gefallen, war 1906 ebenfalls in Paris. Durch Hans Purrmann kam er in Kontakt mit dem Ma-tisse-Kreis. Anfänglich stark dem Jugendstil verpflichtet und ausgehend vom Impressionismus, verarbeitete er Einflüsse von Manet, Cézanne und Hodler. Weisgerber gehört mit seinen Werken zu den frühesten Expressionisten. Auch der gebürtige Schlesier Oskar Moll zählte 1907/08 in Paris zu den deutschen Schülern von Henri Matisse. Er schuf Stillleben, Landschaften und Figurenbilder, die von Matisse und den französischen Fauvisten beeinflusst sind. Das ausgestellte Ölgemälde „Frau in Rot, am Fenster lesend“ von 1924 zeigt ein Interieur mit Meerblick. Der Ort ihres Aufenthalts lässt sich definieren. Es handelt sich um das südfranzösische Collioure an der Mittelmeerküste. 1905 kamen Henri Matisse und Andre Derain hierher um zu malen. Es folgten ihnen auch Maler wie Georges Braque, Juan Gris und Pablo Picasso, die von den speziellen Farben der Landschaft und dem außergewöhnliches Licht fasziniert waren. Kultur Infos Öffnungszeiten dienstags 11 bis 20 Uhr, mittwochs bis sonntags 10 bis 17 Uhr; Informationen unter www.mpk.de, info@mpk.bv-pfalz.de, 0631/3647-201; Eintritt für die Sammlungen 3 Euro, Sonderausstellungen 5 Euro, Kombikarte (Sammlungen und Sonderausstellung) 6 Euro, Familienkarte 10 Euro, Jahreskarte 20 Euro, freier Eintritt für Kinder und Schüler bis 16 Jahre.

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