Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Seniorenwoche zieht alle Altersgruppen an

Junge Akteure – hier eine Gruppe der Tanzschule Metzger – zog Publikum jeglichen Alters an.
Junge Akteure – hier eine Gruppe der Tanzschule Metzger – zog Publikum jeglichen Alters an.

Täglich volles Programm an drei Orten: Das bot und bietet die Seniorenwoche zum Stadtjubiläum. Der Erfolg gibt den Veranstaltern Recht.

Markus Lambrecht kann’s nicht lassen: Der Vorsitzende des Vereins Seniorennetzwerk Kaiserslautern (SeNeKL) und Mitglied im Seniorenbeirat hat in diesem Jahr zwar keine Seniorenmesse auf die Beine gestellt, aber dafür eine Seniorenwoche organisiert. Anlass bot das Stadtjubiläum.

„Ja, es war viel Arbeit“, gibt Lambrecht lachend zu. Hinter ihm sammelt sich gerade das Publikum, um den Tanzgruppen der Tanzschule Metzger auf der Jubiläumsbühne vor der Stiftskirche zuzusehen. Helfer stellen Stühle für die älteren Zuschauer auf. Aber schnell gesellen sich Familien mit Kindern und weitere Neugierige aller Altersgruppen dazu, die zufällig vorbeikamen und nun, angezogen von dem Spektakel, stehen bleiben.

Selbst das Thema Sterben zieht das Publikum in Scharen an

„24 Veranstaltungen“, so Lambrecht, umfasst die Seniorenwoche, verteilt auf die drei Orte Jubiläumsbühne – von der Stadt für die warmen Monate aufgebaut –, Untergeschoss der Mall und Union-Kino. „Wegen des Wetters am Montag und Dienstag war das Programm hier draußen leider nicht so gut besucht“, bedauert Lambrecht. Der Blues-Harp-Spieler „Albert Koch zieht doch sonst immer“. Dafür sei der Film „Gott“ von Ferdinand von Schirach im Union-Kino am Dienstag schon im Vorverkauf ausgebucht gewesen. „Rund 30 Personen standen erfolglos vorm Kino“, ist Lambrecht von der Resonanz auf das Thema selbstbestimmtes Sterben, wozu es anschließend noch eine Diskussionsrunde gab, überrascht. Ebenso war die Lesung von Autorin Renate Demuth, begleitet von Klaus Demuth am E-Piano, sehr gut besucht, wurde Lambrechts Erwartung übertroffen.

„Ausgesprochen gut kam auch alles zum Mitsingen an“, resümiert der Organisator. Die „U-HUs“, ein Ü60-Projekt-Chor unter der Leitung von Matthias Stoffel und seiner Schwester Angelika Rübel, „hat in der Mall in einem Raum geprobt und anschließend immer auf der Bühne das Publikum zum Mitsingen angeregt“. Am Donnerstag präsentierte der Chor dann das Geprobte in einem Abschlusskonzert. Auch Norbert Christmann (Akkordeon) und Gerhard Holstein (Sänger) mussten bei ihrem Programm „Oldies singen Oldies“ am Dienstag nicht lange zum Mitsingen bitten. Am Freitag bekommt das Publikum um 16 Uhr noch mal Gelegenheit in der Mall.

Auch wenn „nur“ zum Zuhören, war das Programm „Klänge der Welt“ am Mittwochabend auf der Jubiläumsbühne gut besucht – obwohl die Hauptakteurin Alexandra Maas „leider wegen Krankheit absagen musste“, bedauert Lambrecht. Doch auch ohne das Zugpferd am Akkordeon sorgte das Trio aus Bernhard Vanecek (Posaune), Matthias Stoffel (Klavier) und Tayfun Ates (Percussion) für „super Stimmung; das sind halt tolle Berufsmusiker“. Nicht mitsingen, aber mittanzen war zuvor an der Stiftskirche angesagt. „Nicht alle trauen sich. Aber sechs bis sieben Paare haben vor der Bühne getanzt“, berichtet Lambrecht.

Einen Akteur anderer Art gibt es am Freitag und Samstag – dem letzten Tag der Seniorenwoche – zu erleben, wenn der humanoide Roboter Ameca jeweils von 10 bis 18 Uhr in der Mall zeigt, was er kann, vorgeführt von den Forschern der RPTU.

Nur eine Sache lief nicht so reibungslos

Neben den insgesamt 24 Veranstaltungen waren in der Mall und an der Stiftskirche täglich Infostände unterschiedlicher Organisationen aufgebaut, von DRK und Tafel über VHS und Pflegeeinrichtungen bis zur RHEINPFALZ. „Nicht alle sind die ganze Woche vertreten, einige nur ein oder zwei Tage“, erläutert Lambrecht.

Ganz allein war er bei der Organisation aber nicht: „Matthias Stoffel hat mir geholfen bei allem Musikalischen. Er hat die Kontakte und besorgte die Musiker“, ist Lambrecht dankbar. Hilfreich in praktischen Dingen „war Elfriede Day vom SeNeKL-Vorstand: Sie war früher Leiterin des Ordnungsamtes und hat den kurzen Draht zur Stadt“. Auch zur Stiftskirche hat sie den Kontakt, „hat die Räume darin organisiert, in denen die Gruppen abends ihr Material der Stände lagern können“.

Nur eine Sache lief nicht ganz so reibungslos: „Wir hatten von der Stadt am Montagmorgen die Erlaubnis bekommen, dass drei Fahrzeuge auf dem Stiftsplatz am Rande parken dürfen, die Kennzeichen der jeweiligen Gruppen waren angemeldet – und am Montagabend wurde die Zusage zurückgezogen“, wurde Lambrecht überrascht. Und so mussten alle Musiker wieder neu informiert werden. Doch darüber kann Markus Lambrecht angesichts des Erfolgs der Woche inzwischen nur schmunzeln.

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