Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Schnäppchen und Spenden beim beliebten Fahrradmarkt des BUND

Es ist viel los bei der Annahme der gebrauchten Räder.
Es ist viel los bei der Annahme der gebrauchten Räder.

Beim BUND-Fahrradmarkt sind knapp 280 Räder im Angebot. Ein Großteil findet neue Besitzer. Sogar ein Dreirad mit Antrieb wartet auf neuen Einsatz.

Auf dem Gelände des Arbeits- und sozialpädagogischen Zentrums in der Pfaffstraße zeigt sich ein gewaltiges Sammelsurium an gebrauchten Zweirädern. Der BUND-Fahrradmarkt hat auch in seiner fünften Auflage nichts an seiner Anziehungskraft verloren: Bunte Kinderräder, coole Jugendräder, Rennräder, Mountainbike oder ganz einfache Stadträder, alles da, alles gebraucht. Selbst ein gebrauchtes E-Dreirad steht da, wartet auf einen neuen Wirkungsbereich.

Die Preise variieren von fünf bis 500 Euro, wobei die meisten sich in der Preisspanne zwischen 40 und 100 Euro bewegen. „Wir wollen die Freude am Radfahren verbreiten, auch wenn der eigene Geldbeutel schmal ist“, heißt es dazu von Imke Schneider und Tobias Wiesemann, den beiden BUND-Sprechern. „Natürlich liegt uns auch die Verkehrswende am Herzen und das Rad ist dabei einfach elementar“, ergänzt Wiesemann. Genau deshalb haben sie und ihr BUND-Team im Vorfeld mit 7000 Flyern, vornehmlich im Studentenwohnheim und in Wohnheimen, in denen weniger Kaufkraft wohnt, auf den Fahrradmarkt aufmerksam gemacht.

Das ehrenamtliche Team hat zudem Räder abgeholt, deren Besitzer keine Transportmöglichkeit zum Radmarkt hatten. Einige dieser Räder wurden direkt für den guten Zweck gespendet.

Mit flinken Händen wird noch schnell etwas repariert

Derweil pulst auf dem Markt das pralle Leben. Experten vom BUND und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) geben Tipps, was die Gebrauchten wert sein könnten. Die Luftpumpen an der mobilen ASZ Fahrradwerkstatt sind im Dauereinsatz, und auch sonst hat Alfred Hartmann vom ASZ ordentlich zu tun. Ehrenamtlich für den BUND und „sehr gerne“, wie er betont, bringt er beim Fahrradmarkt nicht wenige der Räder, die verkauft werden sollen, auf die Schnelle noch auf Vordermann. Hilfe bekommt er von Mathias Schulze, der normalerweise an der Uni im mathematischen Bereich arbeitet, aber für den guten Zweck nun seine versierten Reparaturhände an die Räder anlegt – mit Werkzeug und auch mal mit dem Hinweis an die Verkäufer, den Preis nicht allzu hoch anzusetzen. Aber „es sind schon coole Räder dabei“, ist Schulze ehrlich.

Das sieht auch Bernd Köppe vom ADFC so. Er kümmert sich um die ankommenden Räder, schätzt ab, was sie wert sein könnten und ob besser erst noch die mobile ASZ Werkstatt zum Einsatz kommen soll.

Die Kinder ziehen ihr Eltern oder Großeltern zielstrebig hinter sich her

Beim Anblick der aufgereihten Auswahl kommen die einen erst mal ins Schwärmen, wissen gar nicht, wohin zuerst, andere sind zielstrebiger. Vor allem die Kinder lassen sich von den kleinen bunten Rädchen magisch anziehen und ziehen die Eltern, in einigen Fällen auch Oma und Opa, einfach hinter sich her, hin zum Objekt der Begierde.

Ein Mountainbike ohne Fehl und Tadel, im modernen Design, trägt das Schild mit 120 Euro. Kurzes Probesitzen und der erste Interessent tritt in die Pedale. „Klasse Rad, aber leider zu klein für mich“, lautet das Urteil. Auf zum nächsten.

Von den 276 angebotenen Rädern werden am Ende 150 verkauft. Das bedeutet nicht nur glückliche neue Besitzer und zufriedene Verkäufer. Sowohl Käufer als auch Verkäufer spenden jeweils zehn Prozent des Verkaufspreises an die Trippstadter Indienhilfe NALAM und tun somit noch Gutes.

„Weitere 75 nicht verkaufte Räder gehen als Spende an die Fahrradwerkstatt des ASZ“, wertet Imke Schneider den Fahrradmarkt als vollen Erfolg und schwärmt von den vielen positiven Begegnungen und der großartigen Stimmung während des gesamten Tages. Was bei schlechtem Wetter bei dem Fahrradmarkt los sei, könne sie gar nicht sagen,. „Wir hatten bislang immer nur gutes Wetter“, meint Tobias Wiesemann, der von einem echten „Sahnewetter“ spricht.

x