Fußball
Saisonbilanz des FCK II: Beste Defensive und eine Wahnsinnsserie
„Sensationell“ – dieses Prädikat verleiht Trainer Alexander Bugera der gerade abgelaufenen Oberliga-Saison seines Teams. Mit 81 Punkten hat sich seine U21 des 1. FC Kaiserslautern die Meisterschaft gesichert und den ersehnten Aufstieg in die Regionalliga geschafft. Mit 97 Toren erzielte sein Team nach Vizemeister FK Pirmasens (103) die zweitmeisten Treffer, stellte mit 38 Gegentoren die beste Defensive der Liga.
Für den Trainer ein Schlüssel zum Meisterstück. „In den beiden Jahren zuvor war es immer so, dass wir sehr viele Tore gemacht, aber auch immer viele Tore kassiert haben“, sagt Bugera. „Wenn du aufsteigen willst, musst du defensiv stabiler stehen. Das haben wir geschafft. Es gibt da diesen Spruch, der abgedroschen klingt, aber eben wahr ist: Der Angriff gewinnt Spiele, aber die Abwehr gewinnt Meisterschaften.“ „Ziemlich lange“ seien die Feierlichkeiten des Teams in der Stadt nach dem finalen 5:0 (4:0)-Sieg gegen den FV Eppelborn vor mehr als 6500 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion gegangen, berichtet Bugera. Am Himmel wurde es schon wieder hell, als der ein oder andere nach Hause kam.
Knackpunkt siebter Spieltag
Verdient haben es sich die Spieler, der Trainer- und Betreuerstab allemal. Alleine schon wegen der Serie von 28 ungeschlagenen Spielen (23 Siege) in Folge. „Das ist schon eine einzigartige Serie, die wir da hingelegt haben“, findet auch Bugera. „Darum sind wir verdient Meister geworden.“ Für den 47-Jährigen war der Knackpunkt der Saison der siebte Spieltag, der 3:2-Sieg im Auswärtsspiel in Idar-Oberstein. Zuvor hatte sein Team dreimal in Serie verloren (0:1 gegen Cosmos Koblenz, 0:3 beim FK Pirmasens, 2:5 gegen den FV Diefflen). „In Idar-Oberstein haben wir zweimal zurückgelegen“, erinnert sich Bugera. „Dass wir dieses Spiel dann doch noch gezogen haben, war enorm wichtig. Zu dem Zeitpunkt waren wir schon neun Punkte hinter dem damaligen Tabellenführer TuS Koblenz. Bei einer Niederlage wären es zwölf Punkte gewesen – das wäre ein Brett gewesen und kaum vorstellbar, dass wir das noch aufholen.“ So aber begann die Serie, die bis zum letzten Spieltag andauerte. Auch Kapitän Jean Zimmer sah hier den Wendepunkt. „Nach der Niederlage gegen Diefflen hat es bei uns klick gemacht“, sagt der 32-Jährige. „Dann haben wir die Erfolgswelle geritten und waren irgendwann unschlagbar.“
Was auffällt: Der FCK II hatte in dieser Saison nicht den absoluten Top-Torjäger. Shawn Blum, der den Verein verlässt, war mit 15 Treffern bester Torschütze. Außer Blum kamen noch Chinedu Chuwukelu (14 Tore) und Erik Müller (elf Treffer) auf eine zweistellige Torquote. Aber die Breite stimmte eben beim FCK. Insgesamt 20 Spieler steuerten Tore zur Meisterschaft bei. Eine der Stärken, die auch Trainer Bugera hervorhebt. „Das war schon etwas Besonderes, dass wir nicht nur elf oder zwölf, sondern achtzehn Spieler mit enormer Qualität hatten“, sagt er. „Wir waren eine geschlossene Mannschaft und haben als Team diesen Aufstieg geschafft.“
Ein unschöner Aspekt
Natürlich gab es da diese eine Sache, die dem Trainer gar nicht gefiel: Die Verurteilung eines seiner Spieler vor dem Landgericht Köln zu fünf Jahren Jugendstrafe wegen eines illegalen Autorennens auf der A555, infolge dessen zwei unbeteiligte Frauen zu Tode kamen. Eine Strafe, die übrigens nach wie vor nicht rechtskräftig ist, der betreffende Spieler hat Revision eingelegt. „Das möchte ich gar nicht noch mal aufgreifen“, sagt Bugera dazu. Viel wichtiger war ihm die Reaktion seines Teams im Spiel nach dem Urteil, als es mit 4:3 durch einen Treffer in der Nachspielzeit beim SV Gonsenheim gewann. Denn das war letztlich entscheidend im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Pirmasens.
„Ausschlaggebend im Duell mit Pirmasens war mit Sicherheit, dass der FKP in Wiesbach verloren hat“, sagt Bugera. „Das war für uns natürlich enorm wichtig, weil wir zu dem Zeitpunkt punktgleich waren. Dass wir am Tag darauf in Gonsenheim gewonnen haben, war auch für den Kopf wichtig. Wenn du in die letzten fünf Spieltage mit drei Punkten Vorsprung reingehst, ist das schon ein Vorteil.“ Einer, den sein Team auch nutzte.
Wenn sein Team am 6. Juli in die Vorbereitung startet, müssen die Spieler aber nicht befürchten, dass der Trainer die Zügel noch mehr anzieht. Bugera, der für seine harte Vorbereitung bekannt ist, sich da auch selbst als „Old-School-Trainer“ bezeichnet, lacht auf die Frage, ob seine Spieler nun noch mehr „leiden“ müssen: „Nein“, beruhigt er. „Da wird sich nicht viel verändern. Wir trainieren ja schon sehr professionell. Ich bleibe da meinem Weg treu. Ich weiß, wie wir trainieren sollten, wie wir die Belastung steuern.“ Auf eine Neuerung in der Vorbereitung hofft aber auch er: „Wir werden vielleicht ein Kurz-Trainingslager machen“, berichtet Bugera. „Das wäre auch für die Jungs mal wichtig, um sich vielleicht ein bisschen näher kennenzulernen.“
Linsmayer wichtiger Faktor
Kennenlernen wäre sinnvoll, zumal wieder etliche neue Gesichter beim FCK II zu erwarten sind. Eines davon ist Denis Linsmayer, der nach 13 Jahren zum FCK zurückkehrt, wo er ausgebildet wurde. Zuletzt spielte der 34-jährige Mittelfeldmann beim Regionalligisten 1. FSV Mainz 05 II. „Mit ,Linse’ habe ich ja selbst noch zusammengespielt“, freut sich Bugera über den erfahrenen Neuzugang. „Wir hatten uns schon im Winter zusammengesetzt. Ich hätte ihn gerne schon in der Rückrunde bei uns als Verstärkung dabeigehabt. Das hat nicht geklappt, wir waren aber trotzdem die ganze Zeit im Austausch. Er ist für uns in der kommenden Saison in der Regionalliga schon ein wichtiger Mann – als Spieler und auch als Typ.“
Neu dabei sein wird beim Trainingsauftakt auch der 1,96 Meter große Innenverteidiger Raphael Adiele, dessen Verpflichtung am Freitag vermeldet wurde. Der 21-Jährige, der in Saarbrücken geboren wurde, spielte zuletzt für Greuther Fürth II in der Regionalliga Bayern, wo er in der vergangenen Saison dreimal zum Einsatz kam. Ausgebildet wurde er in der Jugend bei Bayer Leverkusen. Er wird nicht der letzte Neuzugang bleiben, wie Bugera bestätigt: „Wie es ausschaut, wird auch in den nächsten Wochen noch der ein oder andere Spielern dazukommen.“
Volle Stadien
Statt Engers, Eppelborn, Karbach oder Diefflen bekommt es sein Team in der neuen Saison mit namhafteren Gegnern zu tun. Zum Beispiel mit den Kickers Offenbach, den Stuttgarter Kickers, dem FC Homburg, Hessen Kassel, Eintracht Trier oder dem SSV Ulm. Der FCK-Trainer freut sich schon darauf. „Auf jeden Fall volle Stadien“, sagt Bugera auf die Frage, was er sich für die kommende Saison wünscht. „Das macht halt schon mehr Spaß, wenn zum Beispiel gegen Offenbach 3000, 4000 oder 5000 Zuschauer da sind. Darauf freue ich mich enorm.“ Klar ist: Der FCK II wird seine Heimspiele im Fritz-Walter-Stadion austragen, da weder Platz 4 noch der Fröhnerhof – so lange dort noch nicht das geplante kleine Stadion gebaut ist – für die Regionalliga geeignet sind.
Die Ziele sind für den FCK-Trainer auch klar: „Wir wollen wieder Spieler entwickeln, die es nach oben schaffen können. Das steht immer an oberster Stelle bei mir“, betont Bugera. „Natürlich wollen wir auch die Liga annehmen und unser großes Ziel, den Klassenerhalt, schaffen.“
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