Landtagswahl
Rahm, Herhammer und Klein sichern sich Direktmandate in Stadt und Kreis Kaiserslautern
Wahlkreis 44: Andreas Rahm behauptet knapp das Direktmandat
„Ich bin geschafft.“ SPD-Kandidat Andreas Rahm, der im Schlussspurt den Wahlkreis 44 (Kaiserslautern I) für sich entscheiden konnte, gestand um kurz nach 21 Uhr nicht nur, wie sehr ihn die Auszählung angespannt hatte, man sah es ihm auch an. „Ich bin glücklich, dass ich den Wahlkreis gewinnen konnte. So richtig freuen – Ministerpräsident Schweitzer ist jetzt weg – kann ich mich nicht“, sagte er im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Rahm, der den Wahlkreis 2016 und 2021 mit deutlichem Vorsprung für sich entschieden hatte, lag bei der Auszählung am Sonntagabend lange Zeit hinter AfD-Bewerber Tom Kotzian. Erst als nach und nach die Briefwahlbezirke ausgezählt waren und in das Ergebnis einflossen, wendete sich das Blatt zugunsten des 58-jährigen Sozialdemokraten. Mit 27,7 Prozent lag er am Ende 1,7 Prozentpunkte vor dem 35-jährigen Kotzian, der voraussichtlich über die AfD-Liste in den Landtag einzieht. CDU-Kandidat Marc Fuchs konnte den Rückenwind aus Mainz nicht nutzen. Er landete mit 21,4 Prozent auf Platz drei. Fuchs hat über die Liste seiner Partei keine Chance auf den Sprung nach Mainz. Ganz anders Paul Bunjes (Grüne), der mit 8,5 Prozent im Wahlkreis auf Rang vier landete. Er bleibt im Landtag.
Während Rahm bei den Erststimmen den Sieg im Wahlkreis davontrug, hatte die AfD bei den Landesstimmen mit 26,1 Prozent die Nase knapp vor der SPD (25,5) und wurde stärkste Kraft.
Wahlkreis 45: Norbert Herhammer siegt mit hauchdünnem Vorsprung
Spannender geht es kaum: Im Wahlkreis 45, in dem dieses Mal Wähler aus Teilen der Stadt Kaiserslautern, den Verbandsgemeinden Enkenbach-Alsenborn und Otterbach-Otterberg aus dem Kreis Kaiserslautern sowie der Verbandsgemeinde Lambrecht, die zum Kreis Bad Dürkheim gehört, ihre Stimmen abgeben durften, war bis zur allerletzten Minute nicht klar, wer das Direktmandat holen würde. Am Ende lag Christdemokrat Norbert Herhammer mit 26,0 Prozent nur 0,2 Prozentpunkte vor Dennis Matheis (25,8), der für die SPD angetreten war. Auf dem dritten Platz landete mit 25,1 Prozent Dirk Bisanz, der Fraktionsvorsitzende der AfD im Kaiserslauterer Stadtrat. In absoluten Zahlen war es gerade einmal das Plus von 90 Stimmen, das Herhammer den Einzug ins Mainzer Parlament bescherte, denn über die Landesliste war der Otterberger nicht abgesichert.
Der 51-Jährige hatte den Wahlkrimi mit seiner Frau und Parteikollegen in der Weinlounge an der Otterberger Abteikirche verfolgt. „Es war ein Wechselbad der Gefühle“, berichtete er. Besonders geschockt war er, als die ersten Stimmbezirke ausgezählt waren und die AfD und deren Kandidat deutlich vorne lagen. Erst nach einer ganzen Weile holten Matheis und er auf, bis die drei eine ganze Zeit lang fast gleichauf lagen. Jetzt sei er aber „erst einmal gelöst und ich freue mich ungemein“ – auch darüber, dass die CDU insgesamt so gut im Land abgeschnitten hat.
Wahlkreis 46: Christdemokrat Marcus Klein gewinnt deutlich
Marcus Klein (CDU) hat die Direktkandidatur für den Wahlkreis 46 mit einem Ergebnis von 35,0 Prozent gewonnen. Der Wahlkreis Kaiserslautern-Land umfasst die Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Landstuhl, Ramstein-Miesenbach und Weilerbach. Der 49-jährige Steinwendener lag 8,2 Prozentpunkte vor Daniel Schäffner (SPD) und 11,2 Punkte vor Sven Simer (AfD). Schäffner kam auf 26,8 Prozent und Simer auf 23,8 Prozent. Vor der Wahl war man von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Klein und Schäffner ausgegangen, so wie es bei der Landtagswahl 2021 der Fall gewesen war. Damals hatte Klein nach einer Zitterpartie mit 34,3 Prozent knappe 1,5 Prozentpunkte vor Schäffner gelegen.
Doch am Sonntag kam es anders: Der AfD-Kandidat Simer erreichte ein starkes Ergebnis. Bereits zu Beginn der Stimmenauszählung lag der Christdemokrat Klein deutlich vor dem 44-jährigen SPD-Politiker aus Mackenbach. Dieser drohte im Verlauf des Abends von Simer überholt zu werden. Schäffner konnte aber wieder Land gewinnen und lag am Ende drei Prozentpunkte vor dem 52-jährigen Erfenbacher. Eine Chance, ins Landesparlament einzuziehen, hat Simer allerdings nicht, weil er nicht auf der Landesliste steht, während Schäffner über die SPD-Liste ins Parlament einzieht.