Kaiserslautern Praktika und Infoaustausch

Placeholder-Image

Menschen, die länger in Deutschland bleiben werden, brauchen einen Job: Das Thema Flüchtlinge beschäftigt auch die Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens. Im November läuft bei ihr das Programm „Perspektiven für Flüchtlinge“ an, in der kommenden Woche lädt sie Vertreter westpfälzischer Kommunen und von Jobcentern zum Informationsaustausch ein.

„Bei dem Thema Flüchtlinge ist derzeit extrem viel im Fluss, jeden Tag gibt es Änderungen bei der Rechtslage, die man jeden Tag neu interpretieren muss“, verweist Agenturleiter Hans-Joachim Omlor auf Schwierigkeiten. Deswegen hat die Agentur Bürgermeister, Landräte der sieben Gebietskörperschaften in ihrem Beritt und Vertreter von Jobcentern zum Treffen eingeladen. Die Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens ist für die komplette Westpfalz zuständig. Es gelte, viel mit den Kommunen abzustimmen, zu bewerten, Informationen weiterzugeben, Abläufe zu koordinieren, meint Omlor. Auch wenn die Prioritäten vieler Kommunen derzeit darauf liegen, die Flüchtlinge erst einmal unterzubringen, sei klar: Eine künftige gesellschaftliche Integration habe mit Arbeit zu tun. Wer dauerhaft bleiben will, müsse in Arbeit oder Ausbildung geführt werden. Omlor: „Viele sagen: Das darf nicht zu spät erfolgen.“ Bei dem Treffen wird es so auch um die sogenannten Beschäftigungspiloten gehen, ein Projekt, das ab Januar flächendeckend in Rheinland-Pfalz angeboten werden soll. Omlor sieht diese an der Schnittstelle zwischen Kommunen und Arbeitsagentur. Die Piloten sollen Flüchtlinge an ihrem Wohnort besuchen, auf ihrem Weg in eine Ausbildung oder Beschäftigung begleiten. Laut Omlor sind die sieben westpfälzischen Gebietskörperschaften derzeit im Antragsverfahren. Seit dem vergangenen Jahr schon beschäftige sich die Arbeitsagentur stärker mit dem Thema Flüchtlinge, berichtet Oliver Busch. Der Teamleiter in der Arbeitsvermittlung koordiniert derzeit alles rund um die Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen. Mittlerweile gibt es in jedem Team der Arbeitsagentur einen Ansprechpartner, der sich näher mit dem Thema befasst hat. Zur Absprache und zum Austausch mit den Jobcentern, die Flüchtlinge mit Anspruch auf Grundsicherung betreuen, existiert ein Koordinierungskreis. Auch mehr Personal wird es geben, kündigt Omlor an, kann aber noch keine genauen Zahlen für Kaiserslautern nennen. Dazu gehört jedoch schon ein Mitarbeiter mit syrischem Hintergrund, der künftig in Kusel in der neuen Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende tätig sein wird. Er ist seit Oktober im Dienst, wird aber derzeit noch eingearbeitet und wahrscheinlich erst im Dezember, Januar in Kusel sein und dort zum einen über den deutschen Arbeitsmarkt informieren, zum anderen berufliche Kompetenzen der Asylbewerber abfragen, falls diese das wollen. Die Arbeitsagentur kommt aber eigentlich erst dann so richtig mit ihrem Angebot ins Spiel, wenn die Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt sind, betont Omlor. Flüchtlinge, die wahrscheinlich länger bleiben werden, hat das Programm „Perspektive für Flüchtlinge – Potenziale identifizieren, Integration ermöglichen“ im Blick. Es startet im November in Kaiserslautern, Zweibrücken und Pirmasens . Zwei Durchläufe à zwölf Wochen mit jeweils 25 Teilnehmern sind hier geplant, wie Teamleiter Busch erläutert. Praktika sollen erste Einblicke in die deutsche Berufswelt vermitteln. Gleichzeitig gebe es Sprachunterricht, informiert Busch. Insgesamt seien bei der Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt viel Geduld und Zeit erforderlich, meint Agenturleiter Omlor. Nur ein Bruchteil davon könne eine so gute berufliche Qualifikation vorweisen, dass diese unmittelbar genutzt werden könne. (zs)

x