Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Passionskonzert in der Marienkirche: Expressives Spiel

Die Solistinnen Antonietta Jana (Sopran, links), Pia Leimann (Alt), das Goduria-Quartett und Timo Uhrig am Cembalo.
Die Solistinnen Antonietta Jana (Sopran, links), Pia Leimann (Alt), das Goduria-Quartett und Timo Uhrig am Cembalo.

Das „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi mit den Solistinnen Antonietta Jana und Pia Leimann stand im Mittelpunkt des Passionskonzertes in der Marienkirche.

Außerdem stellten das Goduria-Quartett und Kirchenmusiker Timo Uhrig Werke von Johann Sebastian Bach, Henry Purcell und Wolfgang Amadeus Mozart vor.

Nach dem Choral „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ aus dem Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach stimmte das Goduria Quartett mit Auszügen aus dem Trauerspiel „Abdelazer“ von Henry Purcell die zahlreichen Besucher auf die Passionszeit ein.

Transparentes Klangbild

Mit ihrem klaren, transparenten Klangbild und dem expressiven Spiel brachten die Geiger Theresia Segeth-Durczok und Darius Durczol zusammen mit Bratschist Marian Gorski und Cellist Frederik Durczok den melancholischen Charakter des Werkes gut zur Geltung, dezente Echoeffekte integrierten sie stilsicher in den melodischen Fluss.

Das Stabat Mater von Giovanni Battista Pergolesi, kurz vor dem Tod des jungen Komponisten entstanden, fesselte durch seine Reife und Ausdruckstiefe ebenso wie durch die form- und stilbewusste Interpretation. Über dem aufgewühlten Klangteppich der Streicher entfaltete sich die dunkel überschattete Klage von Antonietta Janas immer wieder in schmerzliche Helle ausbrechender Sopranstimme, flaniert von den dunklen Trauerrufen von Pia Leimanns Alt. Sehr berührend war ihre Klage „Quae moerebat et dolebat“, in weich-fließender Mittellage sehr intensiv und drängend über erregten Streicherläufen gestaltet.

Vortrag geht unter die Haut

Die engen Tonschritte des Duetts „Quis est homo“ ließen zusammen mit den hohen Wehelauten des Soprans den Schmerz der verzweifelten Gottesmutter ungemein eindringlich im Klangkörper lebendig werden, dieser Vortrag ging regelrecht unter die Haut. Die lautmalerischen Pendelakkorde der Streicher erweckten den Eindruck, sich in einem unentrinnbaren Schmerzenskreis zu drehen.

Zutiefst berührend und nuancenreich gestaltete Antonietta Jana die Arie „Vidit suum dulcem natum“ in einem subtilen Dialog mit den Streichern, die nach verhaltenem Innehalten auf die Impulse der Sopranistin reagierten. Dramatische Akzente brachte die Sängerin im Duett mit Pia Leimann im „Eja mater fons amoris“ ins Spiel. In einem federnden Klangbild voll überraschender Frische und Leichtigkeit und subtil integrierten Echos gestaltete das Goduria-Quartett das „Inflammatus“, überschäumende Freude klang auch aus dem Duett zwischen den beiden Sängerinnen.

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Quartett in d KV 421 ließen die vier Streicher ein mitreißendes Passionskonzert nachdenklich und doch voll schmerzlicher Intensität ausklingen.

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