Kaiserslautern Opa Anton regelt alles bestens

Was tun, wenn ein Plätzchen im Altenheim in Kindsbach droht? Opa Anton ist nicht der Typ, den die Angst-Lähmung befällt. Klar, dass der pfiffige Alt-Landwirt am Ende „Alles bestens geregelt“ hat – gemäß des Titels, hinter dem sich der neueste Streich der Laienspieler vom Bruch verbirgt. Das Ensemble vom Einsiedlerhof hat mit dem Schwank in der Alten Eintracht eine vielbelachte Premiere gefeiert.

„Ein paar Zeilen in der Zeitung – und schon waren wieder alle 150 Karten verkauft“: Rainer Kadel hat wahrlich gut lachen. Dass die fünf Vorstellungen mal wieder vorab restlos ausverkauft waren, ließ der Vorsitzende des Männergesangvereins Einsiedlerhof so nebenbei wissen. Für die Truppe vom Bruch ist das ja nichts Neues: Alljährlich wird den Laienspielern die Bude eingerannt. Obwohl die MGV-Mimen-Schar mangels geeigneter Spielstätte am Stammsitz stets notgedrungen Gastspiele in der Innenstadt bestreiten muss.

Das Publikum hatte aufs Neue seinen Spaß – am Stück wie an der Art und Weise, wie es die Truppe auf die Bretter zu bringen verstand. Urkomisch: Albert Jörg, der die Hauptrolle mit Leben füllte. Klasse, wie er seine Gesichtszüge entgleisen ließ: Mit umwerfendem Mienenspiel kommentierte er das Geschehen, so dass es oft keiner Worte bedurft hätte. Sogar einen Strip legte Jörg mutig hin: Frisch gebadet von Schwiegertochter und deren Mutter, suhlte er sich im Matsch, der dem Alt-Landwirt doch eher behagte als jeglicher Blütenduft von Körperpflegemittelchen.

Die Story in Kürze: Seit sein Sohn tödlich verunglückt ist, lebt Anton mit Schwiegertochter Rosi (Christine Görner) auf dem Hof. Die resolute Jung-Bäuerin geht mit der Zeit, hat Opas Wohnung altersgerecht gestaltet, in seiner alten Stube oben eine Ferienwohnung eingerichtet. Das behagt dem Alten ganz und gar nicht, der sich außerdem bemüht, Rosi wieder unter die Haube zu bringen. Er schaltet eine Kontaktanzeige: „Optische Mängel“ weise die Heiratswillige zwar auf, dafür gebe es aber einen Mähdrescher dazu. Ein Interessent (Enrico Görner) lässt nicht lange auf sich warten. Auch stellt sich ein erster Feriengast ein: Hajo (Werner Haaß) – Schriftsteller und, wie sich zeigt, Ghostwriter einer Kummerkasten-Kolumne für Frauen in einem Herz-Schmerz-Blatt. Zudem hat sich ein Chemiker (Wolfgang Schneider) auf den Hof verirrt, den Rosi ob des Doktortitels für einen Tierarzt hält. Der Fremde mutiert zum Geburtshelfer für Kälbchen – und findet in der etwas einfältigen und ständig von Rad und Mofa stürzenden Postbotin (Petra Schneider) am Ende seine Liebste.

Allerlei Verwicklungen bietet das Stück. Klar aber ist, dass Opa Anton bis zum letzten Vorhang alles bestens regelt – trotz der Hindernisse, die ihm ein „Putz-Drache“ (Rosis Mutter, verkörpert von Gaby Werle) und die ebenso geizige wie geschwätzige Nachbarin (Paraderolle für die glänzende Elvira Mierzwiak) in den Weg legen. Nadine Heinrich als Hajos Liebste komplettierte die Truppe. Regie geführt hat Annelie Ertel. (cha)

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