Kaiserslautern „Nightwash“ mit der bitterbösen Kristina Bogansky

Selbstbewusst: John Smile beeindruckte mit schwarzem Humor.
Selbstbewusst: John Smile beeindruckte mit schwarzem Humor.

Bei der Show „Nightwash“ wird dasPublikum einbezogen – und die Kammgarn war ausverkauft, weil die Gäste die Auftritte der drei Comedy-Talente sehen wollten.

Wer sich bei einer Comedy-Show einen Platz in den ersten Reihen aussucht, muss immer damit rechnen, ins Visier der auftretenden Künstler zu geraten. Erst recht, wenn „Nightwash“ in der Stadt ist. Egal, wer die Show bei den vergangenen Gastspielen in der Kammgarn in Kaiserslautern moderiert hatte – immer wurde das Publikum involviert. Da machte auch die jüngste „Nightwash“-Ausgabe am Mittwoch keine Ausnahme. Diesmal führte Matilde Keizer durch den Abend und brauchte nicht lange, um erste Opfer in den vorderen Reihen zu lokalisieren. Monika, Jill und die drei Frauen von Fischer Optik aus Otterberg können davon ein Liedchen singen.

Die hohe Kunst liegt bei der Interaktion mit dem Publikum aber auch darin, das richtige Maß zu finden. Und das hat Matilde Keizer mit Bravour getan. Zwar wurden vor allem die „Mädels von Optik Fischer“, zum Running Gag des Abends. Aber stets auf einem Niveau, das allen Beteiligten nicht unangenehm werden musste. Auch zur Pause musste das Publikum aktiv werden. „Was war die peinlichste Frage, die ihr je an die KI gestellt habt“, fragte Keizer. Die Antworten sollte man in der Pause auf dem Instagram-Kanal von „Nightwash“ posten. Es war die nächste Vorlage, um das Publikum ins Programm einzubinden. Für Jessica, ebenfalls aus einer der ersten Reihen, lohnte sich das. Sie bekam Freikarten.

Fabian Lampert machte den Anfang.
Fabian Lampert machte den Anfang.

Letztlich war die Kammgarn aber deshalb ausverkauft, weil die Gäste die Auftritte der drei Comedy-Talente sehen wollten, die nach Kaiserslautern gekommen waren. Den Anfang machte Fabian Lampert, der laut Aussage auf der „Nightwash“-Homepage „halb so alt wie Mario Barth, aber dafür doppelt so lustig“ ist. Entsprechend wenig Zeit brauchte Lampert, um das Publikum mit seiner selbstironischen Art zu überzeugen. Er erzählte von seinen Allergien, Intoleranzen und einer Apnoe-Maske als ultimativem Liebestöter. Und Lampert heizte die Kammgarn optimal ein, um sie an den zweiten Künstler des Abends zu übergeben: John Smile. Er ist groß, breit, dunkelhäutig – und er ist Österreicher. Und vor allem spielt John Smile sehr bewusst und ohne Rücksicht auf Verluste mit schwarzem Humor.

Kristina Bogansky enterte anschließend die Bühne und überzeugte von den drei anwesenden Comedians letztlich am meisten. Ihre direkte, aber bitterböse Art und Gags, die man nicht immer unbedingt kommen sah, kamen äußerst gut beim Publikum in Kaiserslautern an. Trotz aller Bedenken bei Moderatorin Matilde Keizer. „Kristina und ich werden eigentlich nie zusammen gebucht, da wir gemeinsam einfach zu dolle sind“, sagte sie. Es wurde zwar deutlich, was sie damit meinte. Abschrecken konnte das aber niemand, da die beiden Comediennes, wie auch ihre männlichen Kollegen, letztlich einfach für einen gelungenen Abend sorgten.

„Nightwash“ ist eben ein Erfolgsmodell, was sich auch darin zeigte, dass der Abend einmal mehr ausverkauft war. Die nächste Ausgabe steht bereits fest: Am 30. September ist die Comedy-Show wieder in Kaiserslautern zu Gast.

x