Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Neujahrskonzert: Eine vergnügliche Reise

Walzer, Polka und eine Reise in die Unterwelt: das Sinfonieorchester des Landkreises mit Dirigent Alexander Mayer in Ramstein.
Walzer, Polka und eine Reise in die Unterwelt: das Sinfonieorchester des Landkreises mit Dirigent Alexander Mayer in Ramstein.

Das Neujahrskonzert des Sinfonieorchesters des Landkreises Kaiserslautern unter Leitung von Alexander Mayer stand im Zeichen der leichten Muse.

Werke von Johann Strauß Vater und Sohn, Carl Michael Ziehrer, Jacques Offenbach und Emile Waldteufel begeisterten am späten Sonntagnachmittag Jung und Alt im gut besuchten Congress Center Ramstein. Zum Auftakt entführte das Sinfonieorchester des Landkreises mit dem Walzer „In lauschiger Nacht“ von Carl Michael Ziehrer das Publikum ins bürgerliche Wien der Donaumonarchie im 19. Jahrhundert. Zügige, präzise Tempi, aber auch ein weicher Mittelteil mit innigen Melodien voller Walzerseligkeit und sattem Streicherglanz mit einer Prise „Wiener Schmäh“ ließen sofort die typische Neujahrskonzertstimmung aufkommen. Schwungvoll gestaltete das Orchester unter der zupackenden Leitung von Alexander Mayer die Steigerungsprozesse dieses lautmalerischen Walzers.

„Jetzt wird’s stürmisch bis teuflisch“, merkte Dirigent Mayer, der den Abend auch moderierte, zum Walzer „Mephistos Höllenrufe“ von Johann Strauß Sohn, dem gefeierten „Walzerkönig“ an. „Wir folgen hier Doktor Faust von seiner Studierstube bis zu Auerbachs Keller.“ Immer wieder schien der Tanz innehalten zu wollen, dunklere Töne und grollende Akkorde bremsten seinen ursprünglichen Schwung. Einen Trip in die Hölle konnten die Besucher auch mit dem Can-Can aus Jacques Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“ unternehmen.

Hommage an Paganini

Eine Hommage an den italienischen „Teufelsgeiger“ ist der Walzer „à la Paganini“ von Johann Strauß Vater. „Hier ist ein musikalische Porträt von Paganini, hier lernen wir ihn kennen“, machte Mayer sein Publikum neugierig. Orchestergeiger Florian Gießing, erster Kapellmeister des Sinfonieorchesters, überzeugte in diesem Werk als Solist. Ungewöhnliche Spieltechniken wie Pizzicati und Flageolett zeichneten sowohl sein Spiel wie auch das des Orchesters aus.

Die Polka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß Sohn zeichnete sich durch furiose, absolut sicher gespielte Tempi mit viel Schmiss aus, Dirigent Mayer forderte das Publikum zum Mitklatschen auf – was sich die Zuhörer nicht zweimal sagen ließen.

Sturm und Gewitter

Lust aufs Reisen in warme, sonnige Gegenden machte der gemütvolle Walzer „Rosen aus dem Süden“ aus dem Jahr 1880, der auf den Melodien der Operette „Das Spitzentuch der Königin“ basiert und dem König von Italien gewidmet ist.

„Sie sehen, wir halten Wort. Wir lassen jetzt Sturm und Gewitter hinter uns und geben uns dem Vergnügen hin“, meinte Alexander Mayer gut gelaunt. Dazu konnte das Publikum zusammen mit dem Orchester den „Vergnügungszug“ von Johann Strauß Vater besteigen.

Stilsichere Lautmalerei zeichnete auch die Interpretation des „Schlittschuhläuferwalzers“ des französischen Komponisten Emile Waldteufel aus. In klangschönen lautmalerischen Themen voller Farbigkeit in subtilen Nuancen entstanden hier vor dem inneren Auge der Zuhörer vereiste Seen von Paris, auf denen Schlittschuhläufer ihre lebhaften Pirouetten drehten. Exotische Elemente steuerte der Walzer „Tausendundeine Nacht“ von Johann Strauß Sohn bei, bevor das Neujahrskonzert mit der schmissigen Polka „Eljan a Magyar“ von Johann Strauß Sohn und dem traditionellen „Radetzky“-Marsch endete.

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