Kaiserslautern
Neues Paketzentrum in Kaiserslautern: Täglich gehen bis zu 20.000 Päckchen raus
15.000 bis 20.000 Pakete pro Tag: So viele will das Versandunternehmen DPD über das neue Depot in Kaiserslautern umschlagen – „mit der Möglichkeit, die Kapazitäten noch zu erhöhen“, erklärt Karsten Schwarz, DPD-Geschäftsführer Deutschland. Im vergangenen Jahr begannen auf dem circa 31.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Von-Miller-Straße auf dem Einsiedlerhof – zwischen Amazon und dem Union-Bauzentrum – die Arbeiten, im Dezember startete der Probebetrieb. Entstanden ist nicht nur eine „moderne Sortieranlage, sondern auch ein modernes und nachhaltiges Gebäude“, erläutert Michael Staudinger, Geschäftsführer der Bremer Süd GmbH, die als Generalunternehmen das Gebäude baute. Eine Photovoltaik-Anlage versorge das Depot mit Energie, die Halle habe ein Gründach, 60-Ladepunkte für Autos, Sprinter und Lkw wurden vorbereitet.
Über die Förderbänder in der rund 6000 Quadratmeter großen Halle mit angeschlossenem Verwaltungsgebäude laufen künftig viele tausend Päckchen und Großpakete für Gewerbe- und auch Privatkunden.
5500 Pakete schafft die neue Sortieranlage pro Stunde: die Waren, die morgens angeliefert werden, werden per Handrückenscanner sortiert, verteilt und verlassen den Einsiedlerhof dann Richtung Kunde. „Von hier gehen die bestellten Waren dann direkt raus zum Endverbraucher nach Kaiserslautern oder zum Weiterversand in die nächste DPD-Hauptumschlagbasis nach Frankfurt“, erklärt Schwarz.
Päckchen sollen schneller beim Kunden sein
Die nächstgelegenen DPD-Depots liegen in Saarbrücken und Mannheim. „Wir wollen mit dem Depot in Kaiserslautern, dem 80. Standort in Deutschland, die Lücke dazwischen schließen“, führt Schwarz aus. Mit dem Neubau erweitere DPD sein Netzwerk in Rheinland-Pfalz. Für die Kunden bedeute dies, dass Päckchen aufgrund der kürzeren Wege schneller bei ihnen sind, bestehende Touren könnten so besser ausgelastet werden. Der Logistiker DPD, der über die Muttergesellschaft Geopost zur französischen Post gehört, transportiert nach Unternehmensangaben neben Sendungen aus den Bereichen E-Commerce, Elektronik, Konsumgüter oder Privatversand auch spezielle Waren wie Reifen, Wein, Bau- und Ersatzteile sowie Möbel und Medizinbedarf.
In dem neuen Paketsortierzentrum entstehen 130 neue Arbeitsplätze, vom Logistikmitarbeiter im Depot bis hin zum Techniker. Durch das erweiterte Zustellnetz sollen laut Schwarz weitere Arbeitsplätze entstehen.
Zweistelliger Millionenbetrag investiert
Gabriele Skipiol, die mit der Investor Skipiol Immobilien GbR Bauherrin des Projekts war, ist froh, dass das Sortierzentrum nun realisiert werden konnte. „Der erste Kontakt fand bereits im April 2023 statt“, berichtet sie. Es habe dann noch einige Zeit gedauert, bis das endgültige Einverständnis der Muttergesellschaft für den Mietvertrag gekommen sei und dann 2025 gebaut wurde.
„Das Grundstück ist mit der Bebauung für das Depot optimal ausgenutzt und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Autobahnanschluss“, erklärt sie. Ein niedrigerer zweistelliger Millionenbetrag sei in die Entwicklung des Geländes investiert worden, um dort eine „moderne Logistikanlage“ zu erhalten, „die auf langfristiges Wachstum ausgelegt ist und wichtige Impulse für Arbeitsmarkt und Infrastruktur setzt“.
Die Investition in den Standort sei nicht selbstverständlich, so Schwarz. Denn die Paketbranche tat sich in den vergangenen Jahren schwer. „Die Paketmenge ging vor Corona immer weiter hoch, erlebte dann während der Pandemie noch einmal einen Höhepunkt. Alle haben gedacht, das hört niemals auf“, vielerorts bauten Logistiker ihre Infrastruktur und das Verteilnetz aus. Doch der Markt brach kurz darauf ein, sodass Investitionen mittlerweile genau geprüft werden, eine Art „Preisdumping“ zwischen den Paketdienstleistern sei die Folge gewesen.
Insbesondere durch die Privatkunden ziehe das Geschäft aktuell wieder an, „wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr erstmals wieder die Paketmengen der Jahre 2019 oder 2020 erreichen werden“, so Schwarz. Die Gewerbekunden spürten die Preissteigerungen in vielen Bereichen aber noch deutlich: „Dort gehen wir eher von Stagnation aus.“