Kaiserslautern
Neuer Wasgau-Markt geplant
Die Pläne waren am Montagabend erneut Thema im Bauausschuss. Beschlossen wurde gegen die Stimmen der Grünen, dass das Verfahren jetzt in die zweite Runde der Öffentlichkeitsbeteiligung geht. Elke Franzreb, Leiterin des Referats Stadtentwicklung, betonte, der Gestaltungsbeirat habe die Planung westlich der Ländelstraße sehr positiv beurteilt. „Wir kriegen da städtebaulich eine absolut verbesserte Situation“, sagte sie. Auf dem Areal befand sich bis vor ein paar Jahren ein Betonmischwerk der Firma Trapobet.
Zufahrt von der Mainzer Straße aus
Für den Neubau muss der bisher geltende Bebauungsplan geändert werden, weil bislang nur eine zweigeschossige Bebauung zulässig war. Durch die Entwicklung des Areals mit einer Zufahrt von der Mainzer Straße aus soll eine neue Stadteingangssituation entstehen. Zur Reduktion der Hitzeentwicklung wird eine Dach- und Fassadenbegrünung festgesetzt.
Parallel zu dem Bebauungsplanverfahren, das vor über einem Jahr eingeleitet wurde, wurde im Zuge der Fortschreibung der Einzelhandelskonzeption das Areal als neuer Einzelhandelsstandort für die Nahversorgung aufgenommen. Die Aufsichtsbehörde SGD Süd hatte die zunächst vorgesehene Verkaufsfläche von 1500 Quadratmeter als zu groß abgelehnt. In der Konsequenz soll jetzt ein Vollsortimenter auf nur 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche kommen. Er soll im ersten Obergeschoss des Komplexes entstehen, über dem Baustoff-Abhollager.
Auch Kunden aus dem Umland im Fokus
Wie aus den Stellungnahmen zu dem Vorhaben hervorgeht, gehen die Stadtplaner bei der Stadtverwaltung davon aus, dass der neue Markt kaum Auswirkungen auf die Standorte des Netto-Marktes in der Friedenstraße und im Benzinoring beispielsweise haben wird. Wörtlich heißt es dazu aus dem Rathaus: „Aus der vorgelegten Auswirkungsanalyse kann entnommen werden, dass in der heutigen Situation die Märkte im Umfeld des Standortes nur in geringem Umfang zur Nahversorgung beitragen und die überwiegenden Einkaufsvorgänge in den Märkten Globus und Real stattfinden. Daher sind auch die Kaufkraftabzüge bei den vorhandenen Märkten im Umfeld rechnerisch gering.“ Die Analyse einer Handelsberatung aus Köln, die der Investor in Auftrag gegeben hatte, kommt zu dem Schluss, dass das Einzugsgebiet des Marktes sich auf ein Bevölkerungspotenzial von etwas über 9000 Einwohnern bezieht. Zu erwarten seien aber auch Kunden von außerhalb, etwa Berufspendler aus dem Umland und Durchreisende.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz hat mit Blick auf die Verkehrssituation angeregt, eine Verzögerungsspur im Bereich der Ein- und Ausfahrt zu bauen. Da die Mainzer Straße in Ost-West-Richtung sehr stark befahren sei, solle das überprüft werden, aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses. Gerade in Zeiten des Feierabendverkehrs sei mit Einkäufen durch heimfahrende Pendler stadtauswärts zu rechnen, so die IHK. Auf der Nordseite der Mainzer Straße seien bei vergleichbaren Nutzungen wie dem Hornbach-Baumarkt und Aldi solche Streifen vorhanden.
Grüne lehnen Supermarkt ab
Laut dem Referat Stadtentwicklung soll die Anlieferung für den Baustoffhandel ebenso wie für den Lebensmittelmarkt und die Kundenverkehre für den Baustoffmarkt über die Ländelstraße erfolgen. Die Liefer- und Kundenverkehre zwischen dem Baumarkt Hornbach und dem Baustoff-Abhollager sollen über den Baalborner Weg abgewickelt werden.
Die Fraktion der Grünen hat als einzige gegen eine Weiterverfolgung des Projektes gestimmt. Fraktionschef Tobias Wiesemann argumentierte, die Grünen „sehen keinen Bedarf für einen weiteren Supermarkt. Wir wollen den Konkurrenzkampf zwischen den Märkten nicht unterstützen“.