Kolumne
Nachspielzeit
SC Siegelbach/TuS Erfenbach: Düsseldorfer „Kneippkur“
Die SG Siegelbach/TuS Erfenbach zieht unbeirrt ihr Ding durch. Drei Tage nach dem Gewinn des Doubles legte das Team den nächsten Sieg nach. Mit 4:2 setzte sich die SG beim ASV Winnweiler durch, der sich vor dem Spiel noch Hoffnung auf den zweiten Platz in der A-Klasse machen konnte. Das Bemerkenswerte an diesem Sieg war, dass die Mannschaft von Michael Wolter zwischen dem Kreispokalendspiel und der Partie in Winnweiler einen Zwischenstopp an der längsten Theke der Welt eingelegt hatte – der weltberühmten Kneipenmeile in der Düsseldorfer Altstadt. Dorthin zog es die Spieler der SG und ihren Trainer, dort feierten sie den Gewinn des Doubles. Nach dem 3:0 über den FC Erlenbach im Pokalendspiel am vergangenen Donnerstag herrschte bei den Siegern schon große Vorfreude auf die Fahrt nach Düsseldorf. Nach einer kurzen, im Sportheim durchfeierten Nacht war am Freitagmorgen der Kaiserslauterer Hauptbahnhof Treffpunkt der Meistertruppe. Um 10 Uhr ging es mit dem Zug nach Düsseldorf. „Das hatte sich die Mannschaft verdient“, sagt Michael Wolter, der sich mit den Seinen in dieser fantastischen Saison den Traum vom Double erfüllte.
In Düsseldorf angekommen, ging es zunächst an den Rhein, ehe Spieler und Trainer zielsicher Kurs auf die Altstadt nahmen – mit ihren weit über 200 Kneipen, Bars und Clubs. Viele Worte verlor Wolter über den Abend nicht. Sein Fazit: „Es war einfach schön.“ Als dann in den frühen Morgenstunden die „Kneippkur“ zu Ende war, ging es mit dem Zug wieder zurück nach Lautern. „Wir waren platt“, so Michael Wolter. Das hielt den Meister aber nicht davon ab, am Sonntag in Winnweiler zu gewinnen und ungeschlagen zu bleiben. Den Nimbus der Unbesiegbarkeit will die Wolter-Truppe am Freitagabend vor heimischer Kulisse bewahren. Sie trifft da ausgerechnet auf den TuS Finkenbach/Waldgrehweiler – eine Mannschaft, der sie in der Düsseldorfer Altstadt über den Weg gelaufen ist. Was es nicht alles für Zufälle gibt!
VfR Kaiserslautern: Dringend ein Bier
Der Abstieg ist schon lange besiegelt. Doch trotz dieser alles andere als rosigen Zukunftsaussicht kämpft der VfR Kaiserslautern bravourös in der Bezirksliga Westpfalz. Am Sonntag hätte das Team von Moritz Nicolay fast für eine dicke Überraschung gesorgt. Die Erbsenberger traten beim SV Nanz-Dietschweiler an, der sich mit den FCK-Portugiesen ein packendes Duell um die Meisterschaft liefert. Für den Titelanwärter schien die Partie gegen den noch sieglosen VfR lediglich eine Pflichtaufgabe zu sein. Als Coach Nicolay zum ersten Mal sichtlich nervös auf die Uhr blickte und sah, dass sein Team nach 20 Minuten mit 0:3 hinten lag, schienen die Dinge ihren erwarteten Lauf zu nehmen.
Doch dann traf Osama Kassab und verkürzte auf 1:3. Spätestens da merkte der Favorit, dass noch ein anderes Team mitspielte. Wie ein Boxer, der dominiert, auf den Punktzetteln der Kampfrichter klar vorne liegt, plötzlich aber schmerzhaft getroffen wird, so musste sich der SVN da gefühlt haben. Kassabs Tor war solch ein Wirkungstreffer. „Das hat man gespürt“, bemerkt Nicolay zum weiteren Spielverlauf. „Nanzdietschweiler hatte danach nicht mehr den Flow.“ In der zweiten Hälfte folgte der nächste Treffer. Nach einer Flanke donnerte Tim Weißenborn den Ball zum 2:3 ins Netz. Nun wollte der krasse Außenseiter mehr. „Wir haben alles nach vorne geworfen“, schildert Moritz Nicolay die aufregende Schlussphase. Fast wäre dem Tabellenletzten noch der Ausgleich gelungen. Ein Fuß verhinderte aber auf der Linie den „verdienten Treffer zum 3:3“. Groß war die Erleichterung beim Heimteam über den knappen Sieg. Ein Spieler des SV Nanz-Dietschweiler kam nach dem Schlusspfiff zu Moritz Nicolay und erzählte ihm, dass er eigentlich kein Bier trinken wollte. Doch nach diesem nervenaufreibenden Spiel brauche er dringend eins.