Kaiserslautern Mr. Oktoberfest

Die Verfilmung schafft, was dem Buch des Journalisten Ulrich Chaussy nicht gelang: Die Politiker an ihre Fehler beim größten Terroranschlag der deutschen Nachkriegsgeschichte zu erinnern - und zwar, weil der Spielfilm emotionaler ist als sein Buch. Das sagte Chaussy selbst am Dienstagabend in Saarbrücken, wo

Die Fakten hat heute keiner mehr im Kopf: Am 26. September 1980 explodierte auf dem Münchner Oktoberfest eine Bombe. 13 Menschen starben, 211 wurden zum Teil schwer verletzt. Als alleinigen Täter präsentierte man den 21-jährigen Gundolf Köhler, der der linken Szene zugerechnet wurde. Obwohl schon damals klar gewesen sein musste, dass der Anschlag eher von mehreren Rechtsradikalen verübt worden sein muss.

Aber in der rechten Szene wurde nicht gesucht. Überhaupt gab es wohl jede Menge Täuschungs-, Vertuschungs- und Unterlassungssünden bei der bayerischen Justiz, der Bundesanwaltschaft und dem Bundesnachrichtendienst, wie der BR-Journalist Chaussy in seinem bereits 1985 erschienenen Buch dokumentierte. Inzwischen gibt es eine Neuauflage mit mehr Fakten, die dem Münchner Regisseur Daniel Harrich (geboren 1983) in die Hände fiel. Der drehte bereits zwei

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