Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Mon Mari et Moi verzaubert das Publikum im Emmerich-Smola-Saal des SWR in Kaiserslautern

Brachten ihre Zuhörer dazu, noch auf dem Nachhauseweg ihren Song zu trällern: das Duo „Mon Mari et Moi“.
Brachten ihre Zuhörer dazu, noch auf dem Nachhauseweg ihren Song zu trällern: das Duo »Mon Mari et Moi«.

Wünscht sich nicht jeder eine „Hoffnungsmaschine“? Die Musiker Shakti und Mathias Paqué, alias „Mon Mari et Moi“, haben eine gefunden – zumindest musikalisch. Und mit der zauberte das Duo am Sonntagabend im ausverkauften Emmerich-Smola-Saal des SWR-Studios einen stimmungs- und hoffnungsvollen Konzertabend und eine bunte Welt voller „irritierter Austern“, „rosaroten Brillen“ und „Plattitüden in H-Moll“.

Zugegeben: Die „Hoffnungsmaschine“ hat sich das Ehepaar beim deutschen Sänger, Songschreiber und „Erdmöbel“-Kreativkopf Markus Berges geliehen. Eine Leihgabe, bei der sich das Duo „wünschte, wir hätten das Lied selbst geschrieben.“ Ein Song, der nicht besser hätte passen können in diese verrückte Zeit.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr spielten Mathias und Shakti im Jugend- und Programmzentrum. Da saßen noch alle dicht an dicht und ohne Maske nebeneinander. Ein Jahr später Masken überall, weiter Abstand und auf der Bühne gab es für die Musiker Grenzmarkierungen. „Das hat sich ja jetzt keiner so ausgesucht“, stellte Shakti fest. Etwa 24 Konzerte habe das Paar bis heute absagen müssen, selbst sein traditionelles Konzert in Kaiserslautern stand auf Messers Schneide. Das Ergebnis: neue Lieder, ein geplantes Album und eine eigens produzierte Kassette. Ja, das Ding, das man noch spulen muss, um sein Lieblingslied zu hören.

Den „Schweinehund“ mal ausführen

Voll von Lieblingsliedern war auch das Programm. „So oder so oder so oder so oder so....“ – der Refrain ihrer fragenden „Plattitüde in H-Moll (oder C-Moll?)“ – ging schon beim ersten Dreh nicht mehr aus dem Ohr. Die Ode an den „besten Freund“ namens „Schweinehund“ motivierte auf schön ironische Weise, selbigen einmal um den Block auszuführen. Und die „rosarote Brille“ von Shaktis lustiger Großtante, die ihre beiden Heiratsschwindel-Malheurs gerne mal selbst auf die Schippe nimmt, wirbelte sommerlich warme Surfklänge durch das Chanson-Flair.

Kurz: Das Duett war verschroben schön, charmant schräg, farbenfroh frech, rhythmisch verspielt und textlich voller sonderbarer und doch genialer Ideen. So wie das hoch amüsante Stück über ein einstündiges Telefonat, das Shakti eines Tages unfreiwillig bei einer Zugfahrt mitgehört hatte und das mehr Fragen aufwarf, als Antworten lieferte. Und aus diesem Erlebnis entstand der knapp dreiminütige Ohrwurm „Ach, wie war das noch?“, bei dem man sich hin und wieder vor Lachen kugeln wollte.

Eine verrückt-verdrehte Welt des Duos

Manche der anderen Lieder hätten gut und gerne von dem Duo selbst sein können. Zum Beispiel das Hans Hammerschmid-Lied über „Jene irritierte Auster“, das in der Interpretation von Hildegard Knef zum Schlager wurde. Aber egal, ob selbst geschrieben oder neu interpretiert: Alles passte in die verrückt-verdrehte Welt des Duos, die sie gerne von oben bis unten mit bunten Seifenblasen, rosaroten Wolken, „Schokoladeneis“ und „mehr Meer“ bedecken. Selbst nach dem finalen Lied und der erwähnten „Hoffnungsmaschine“ als Zugabe bekam man einfach nicht genug von Shaktis verrauchter Stimme und Mathias' stiller Spiellaune. So sehr machte der Abend Spaß, dass einige Gäste auf dem Heimweg noch mit Maske trällerten: „So oder so oder so oder so oder....“ Ganz klar: „Mon Mari et Moi“ ist eine Band mit Suchtfaktor!

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