Kaiserslautern Mit Kampf und Leidenschaft weiter erstklassig

Saisonziel erreicht – die Rollstuhlbasketballer des 1. FC Kaiserslautern bezwangen am Samstagabend die Köln 99ers mit 67:49 (40:34) und spielen damit auch in der kommenden Saison in der Rollstuhlbasketballbundesliga (RBBL).
Ein schöneres Geburtstagsgeschenk hätte sich Carsten Ratka nicht wünschen können, Ratka, einer der treuesten Fans, führte die Rolling Devils bei der Mannschaftsvorstellung aufs Feld und bejubelte zwei Stunden später den sechsten Heimsieg. „Nie mehr Zweite Liga“ und „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ intonierten die Fans der Rolling Devils schon Minuten vor Ende der Partie. Zu diesem Zeitpunkt hatte ein zwischenzeitlicher 9:0-Lauf der Gastgeber für die Entscheidung in dieser kampfbetonten Partie geführt. Vor dem Spiel hatte die Kunde des 59:55-Erfolgs der Roller Bulls die Runde gemacht. Eine Niederlage hätte die Lauterer wieder in den Abstiegskampf involviert. „Wir haben uns dadurch nicht verunsichern lassen,“ sagte FCK-Spieler Mark Beissert nach der Partie, „das hat uns eher noch gepuscht“. Auch Trainer Clifford Fisher zeigte sich wenig beeindruckt: „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie an die Leistung aus der Partie bei Lahn-Dill anknüpfen und ihr Spiel aufziehen sollen.“ Anzumerken war den Akteuren auf dem Feld und auf den Betreuerbänken die Anspannung trotzdem. Lautstark und wild gestikulierend wurde die ein oder andere Schiedsrichterentscheidung kommentiert. Köln kam besser ins Spiel und führte schnell mit 6:0. Taz Capasso sorgte nach zwei Minuten mit einem Drei-Punkte-Wurf für den ersten Treffer der Devils. Zusammen mit Matthias Heimbach organisierte der US-Amerikaner das Spiel des FCK. Kapitän Philipp Häfeli, der in einigen Situationen vor dem Kölner Korb unglücklich agierte, brachte seine Farben erstmals in Front (9:8, 5. Minute). Dem starken Mark Beissert war es in der Folgezeit zu verdanken, dass die Gäste nicht davonzogen. 19:17 führte der FCK nach zehn Minuten, kurz vor der Pause stand es 30:30, ehe die Devils auf 40:34 erhöhten. Nach der Pause beherrschten starke Defensivreihen und nervöse Korbschützen die hartumkämpfte Partie. Ganze 14 Punkte fielen im dritten Viertel, zehn davon für die rollenden Teufel, die ihren Vorsprung auf zwölf Punkte ausdehnten. Häfeli fand im abschließenden Spielabschnitt wieder zu gewohnter Treffsicherheit zurück, die Defensive stand gegen die Kölner Center Paul Toes, Marina Mohnen und Frederik Jäntsch gut. Fünf Minuten vor Ende betrug der Vorsprung 20 Punkte, und die Fans stimmten die La-Ola-Welle an. Köln gab sich geschlagen. „Ein Sieg der gesamten Mannschaft“, lobte Fisher seine Truppe, „einer war für den anderen da“. Auch den Zuschauern machte der US-Amerikaner ein großes Kompliment. „40 Minuten ununterbrochene Unterstützung, das ist einmalig.“ Die Gäste zeigten sich als faire Verlierer und applaudierten ebenfalls in Richtung Tribüne. Die Devils können nicht mehr weiter unten als auf Platz acht landen. Damit wird es in der Pfalz auch in der kommenden Saison Bundesliga-Rollstuhlsport zu sehen geben.