Kaiserslautern Mit drittem Taubenhaus sollen Tauben aus Innenstadt gelockt werden

Mit dem dritten Taubenhaus sollen weitere Tiere weg von Mall und Stadtmitte gelockt werden.
Mit dem dritten Taubenhaus sollen weitere Tiere weg von Mall und Stadtmitte gelockt werden.

Um die Taubenpopulation in den Griff zu bekommen, wird in Kaiserslautern ein drittes Taubenhaus errichtet. Die Standortsuche war schwierig – auch wegen der Nähe möglicher Standorte zu denkmalgeschützten Gebäuden. Nun gibt es eine Lösung.

Mit dem dritten Taubenhaus sollen weitere Tiere aus der Stadtmitte gelockt werden. Auf dem Brachgrundstück zwischen der Sporthalle des Albert-Schweitzer-Gymnasiums und dem links danebenliegenden Parkplatz an der Ludwigstraße, auf dem sich derzeit verwilderte Büsche befinden, soll das Haus entstehen. Es wird die beiden Taubentürme am Hauptbahnhof und in der Burgstraße ergänzen. Darüber informierte Bau- und Umweltdezernent Manuel Steinbrenner (Grüne) in der jüngsten Bauausschusssitzung.

Tauben werden angefüttert

Vorausgegangen war eine mehrmonatige Standortsuche. Zwischenzeitlich war auch der Bereich des Synagogenplatzes in den Fokus geraten. An diesem Standort gab es allerdings Kritik wegen der Bedeutung des Platzes und der denkmalgeschützen Gebäude im Umfeld. „Natürlich wäre ein Standort näher am Rathaus in Richtung Altstadt besser gewesen“, sagt Sandra Labenski vom Verein Taubenhilfe Kaiserslautern, der neben den Referaten Gebäudewirtschaft, Grünflächen und Stadtentwicklung in den Suchprozess eingebunden war. „Aber das ist nun die beste Alternative“, sagt sie.

Damit die im Stadtzentrum lebenden Tauben das neue Haus annehmen, darf es nicht zu weit davon entfernt liegen. „Einen Standort in diesem Bereich zu finden, war keine leichte Aufgabe“, erklärte Steinbrenner. Die nun gefundene Fläche für ein zweigeschossiges Taubenhaus wurde ausgewählt, da sie sich einerseits nahe der Innenstadt befindet, andererseits dennoch weniger Zielkonflikte mit dem Naturschutz, dem Denkmalschutz oder einer Wohnbebauung bestehen, heißt es von der Verwaltung. Die Fläche sei die einzige rund um das Stadtzentrum, die diese Voraussetzungen erfüllt.

Eier werden gegen Attrappen getauscht

Die Tiere zum Standort des vier mal vier Meter großen Hauses zu locken, brauche Zeit, erläutert Labenski. Bereits seit Monaten füttert ein Mitglied der Taubenhilfe die Tiere in regelmäßigen Abständen gezielt an. Sie gewöhnen sich an die Person und können durch Fütterungen in Richtung Rathaus und so zum Standort des Taubenturms gelockt werden, so Labenski. Da der Standort allerdings nicht ganz zentral liegt, werde es vermutlich etwas aufwendiger, die Tauben dorthin zu locken. „Die Tiere sind sehr standorttreu“, sagt Labenski. Die Taubenhilfe wird die Tiere – wie schon in den beiden anderen Häusern, – mit artgerechtem Futter versorgen, sich um verletzte Tiere kümmern und die Säuberung übernehmen. Eine Aufgabe, für die sich die Taubenhilfe über zusätzliche Helfer freuen würde, wie Labenski sagt. Die schätzt, dass zwischen 300 bis 400 Tauben das Haus aufsuchen werden.

Die dort gelegten Eier werden gegen Attrappen getauscht. „Pro Jahr haben wir bisher über 2000 Eier entnommen“, erläutert Labenski. Eier, die so nicht ausgebrütet, sondern an Wildtiere und Wildvögel verfüttert wurden. Dank des zusätzlichen Hauses sollen sich rund um die Mall und die neue Stadtmitte weniger Tauben aufhalten. „Durch Taubenhäuser können wir die Taubenpopulation in der Stadt tierfreundlich in den Griff bekommen“, so Steinbrenner. Im nächsten Schritt muss nun eine Untersuchung des Baugrunds stattfinden. Wenn sich dieser für die Errichtung des Taubenhauses als unproblematisch erweist, wird die Umsetzung in der ersten Jahreshälfte 2025 angestrebt, teilt die Stadtverwaltung mit.

Info

Wer die Taubenhilfe bei ihrer Arbeit unterstützen will, kann per E-Mail unter taubenhilfe-kaiserslautern@web.de oder über Facebook „Taubenhilfe kaiserslautern“ Kontakt aufnehmen.

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